.

Hermann Claudius  1933-1945

 

Biografische Angaben, Briefe,

Rezensionen, Sekundärliteratur, Wirkung

(Abkürzungen und Zeichenerklärung s. 1878-1933)

 

 

1933

Grimm, Hans: Suchen und Hoffen. Lippoldsberg 1960; darin über Dt. Akademie. S.229.

1933

Strothmann, Dietrich: Nationalsozialistische Literaturpolitik. Ein Beitrag zur Publizistik im Dritten Reich. Bonn 1960: Bouvier. darin über H.C.: S.89/91, 103, 111, 132, 180, 415, 422.

1933

Wann wir schreiten Seit an Seit. Übertragung in Esperanto beim Österreichischen Arbeiter-Esperanto-Bund in Wien gedruckt.

1933.01.27.

H.C. beim 15. Hamburger Künstlerfest „Himmel auf Zeit“ (bis 18. Febr.).

1933.02.16.

H.C. an Grimm [5;53]:

1. „Die SPD-Presse schweigt [über Grimm: Meine geliebten H.C.-Gedichte] - bringt auch nichts mehr von mir. (...) Das Naziblatt Hamburger Tageblatt enthielt eine herzhafte Empfehlung des Buches - ‚trotzdem der Verfasser Sozialdemokrat ist.’ ‚Blätter der Bücherfreunde’ drucken ‚Früh-Ode’ mit empfehlender Fußnote auf der ersten Seite, ‚Deutsches Volkstum’ verwies kühl auf gewesene Besprechungen und brachte einige Gedichte. Sonst sah ich nichts.“

2. H.C. will im April sein Krampfaderbein operieren lassen.

3. Klasse von 13-14-jährigen Jungen mit 29 Unterrichtsstunden samt Korrekturen lässt ihn zu fast nichts kommen.

1933.02.xx

vor dem 10. Februar 1933: H.C. hat im Rundfunk gesprochen [5;53].

1933.03.25.

H.C. schreibt aus Berlin W Akazienallee 4 an Franziska; er scheint sich bei Julius Bab aufzuhalten.

1933.04.13.

Töchter Trudel und Ilse mit ihren Ehemännern Walfrid und Ulrich schreiben einen Ostergruß aus Dasbeck Bz. Hamburg an die Eltern, dabei: „Kann die Zündapp noch 85 km in einer Tour fahren?“

1933.05.01.

H.C. nennt den „Tag der Arbeit“ Überwältigung. (vgl.: „Bekenntnis meines Lebens“ 1933 in „Schrifttum der Zeit“).

1933.05.23.

Mimi, eine Freundin von Franziska, schreibt einen Brief aus Wustrow, in dem sie die negative Einstellung der Familie Claudius zu der neuen Regierung sehr bedauert.

1933.06.08.

H.C. ist in der Sitzung vom 8. Juni 1933 zum ordentlichen Mitglied der Dichterabteilung der Preußischen Akademie der Künste - Deutsche Akademie der Dichtung - gewählt worden. Vgl. auch Schreiben vom 29.4.1938. Als plattdeutsch schreibender Dichter gehört H.C. der „Deutschen Akademie der Dichtung“ an. In: MQ. 26.J. Nr.3. Sommer 1933. S.84.

H.C. in Akademie der Deutschen Dichtung berufen. In: Stuttgarter Neuestes Tageblatt. 10.6.1933.

H.C. neu gewählt in Akademie der Dichtung. In: Die Neue Literatur. Leipzig. 34.J. H.7. Juli 1933. S.415.

In: Wulf, Joseph: Literatur und Dichtung im Dritten Reich. Eine Dokumentation. H.C. als Mitglied der Akademie der Dichtung 1933. Frankfurt/M. Berlin Wien 1966: Ullstein. S.35,112.

In: Schonauer: Dt. Literatur im 3. Reich. Olten und Freiburg: Walter-Verlag 1961. S.36, 41.

Zuwahl in Dt. Akademie der Dichtung im Okt.1933. H.C.’ Korrespondenz über die Ernennung 1938.

In: Jens, Inge: Dichter zwischen rechts und links. München 1971: Pieper: S.214:

1933.06.15.

Langer Brief von H.C. an Grimm [5;54]:

1. H.C. war in Dänemark und fand, als er von dort mit dem Motorrad zurückkam, zu Hause die Botschaft vor, dass er in die Akademie gewählt sei (erst Frenssen). (Wann genau?) Gefühl der Dankbarkeit für Grimm. „Lieber Grimm, es will mir scheinen, als ob ich Ihre große (und eigentlich unbegriffene) Freundschaft zu mir erst jetzt nachschauend langsam erkenne, auch jenen Gedanken, aus dem heraus Sie im richtigen Augenblick meine Lyrik unter Ihrer Aegide sammelten und herausgaben. Ich bin lange auf einem schmalen Brett über´m Abgrund gelaufen, ohne es zu wissen.“ - Reitsport.

2. über Dr. med. Haselmeyer aus Nürnberg und Arnold Risch und die geistlosen Zustände innerhalb des Kampfbundes für Kultur in Hamburg. soviel geistiger Tiefstand! Ungeschicklichkeit, Borniertheit! „Wenn ich als Mitglied dieses Bundes wirklich alle Zwangssitzungen mitmachen soll, so kann ich kaum mehr meiner Schule genügen.“ H.C. beklagt sich weiter über die Unfähigkeit des Dr. Haselmeyer. Verhängnis, das über Hamburgs Dichter gekommen ist.

Dazu [5;57] am 3.7.1933. „Was ich über Haselmeyer schrieb, scheint sich jetzt etwas vernünftiger weiter zu entwickeln.“

3. „Morgen will ich wieder ein paar Stunden reiten   (...) ich hoffe, daß wir - wenn ich zu Ihnen komme, daß wir einmal zusammen hinaustraben.“ vgl. 3.7.33, und 7.7.33. (Schimmel-Felix) in [5;56+57] - „ein halb pleiter Reitstall von hier eine billige Lehranstalt.“

4. Er schmachtet nach Freiheit von der Schulmeisterei und nicht aus Faulheit.

5. am 15.6.33 entsteht das Grimm gewidmete Gedicht „Der Dichter“ = Ich habe so oft nach Raum und Licht begehrt.

6. Seine Frau hat wieder Gichtschmerzen und soll nach dem Süden. Er ist hilflos dem Leiden gegenüber.

1933.06.25.

Westecker, Wilhelm: Der gestürzte Olymp (Abrechnung mit den verbannten Dichtern); darin über H.C. In: Literaturblatt der Berliner Börsen-Zeitung. „Kritische Gänge“. Nr.26. 25.6.1933.

1933.06.27.

H.C. an Grimm [5;55]:

1. „Es kriselt wieder in den Schulkollegien. Da die Kirche mich immer noch nicht akceptiert hat, so läßt sich alles erwarten, denn die Mißgunst scheint üppig gewachsen zu sein. Dazu ist ein ehrliches Wort heute manchmal verhängnisvoll. Und Sie kennen mich darin (...) Warten wir ab“ - dazu am 7.7.33: „Die Kirche soll mich - wie ich hörte - aufnehmen wollen.“

2. „Mein Stummes Lied [= Noch drängen mich die Pflichten] (der Grundton meines seelischen Zustandes) hat jemand vertont. Ich singe es oft in mich hinein.“ Vertonung nicht bekannt!

3. H.C. war zwei Tage mit Herm Wirth in Bremen: Ausstellung „der Heilbringer“, H.C. war begeistert, „aber seinen großen deutschen Glauben kann ich im Augenblick nicht aufbringen“.

1933.07.03.

H.C. an Grimm [5;56]:

1. Er bedauert, dass Roselius ein erbetenes Darlehen für seinen Schwiegersohn in spe, Ilses Verlobten, zur Einrichtung einer Anwaltskanzlei in Geesthacht nicht zusagte. „Ich stelle mir Millionäre immer noch verkehrt vor. Sie sind regelmäßig ärmer als sogen ‚kleine Leute’“.

2. „Ich studiere jetzt Runen und war zwei Tage mit Hermann Wirth zusammen, der ein Priester ist und ein echter Mensch, mögen seine Gegner sagen, was sie wollen“. - vgl. 27.6.33.

1933.07.07.

H.C. an Grimm [5;57]:

Langen wünscht eine Biographie und ein Foto wegen der Akademie-Berufung.

1933.08.25.

Foto: Hermann Claudius - Mitglied der Dichter-Akademie. In: Die Literarische Welt. Berlin. 9. J.  Nr.34. S.5. 25.08.1933.

1933.09.

Kluckhohn, Paul: Die konservative Revolution in der Dichtung der Gegenwart. darin über H.C. (Liebesgedichte, Mutter, religiöse Gedichte) „Aus den Gedichten von H.C. spricht ein tiefes, gewisses Geborgensein in Gott.“ In: Zeitschrift für Deutsche Bildung. IX. 1933. S.177-190.

1933.09.12.

H.C. an Grimm [5;58]:

1. Brief mit Maschine geschrieben, damit er eine Abschrift in Händen hat.

2. „Meine Gesundheit - ohne, daß besondere Leiden vorhanden wären - ist keine gute mehr. Seit langem wird mir das Schulehalten bittersauer. Nun kommt die neue Ordnung hinzu, die sehr sparsam mit überzähligen Lehrkräften ist, zu denen ich bisher die letzten Jahre durchweg gehörte (d.h. mit voller Stundenzahl, nur ohne Korrekturen meistens). Es kommt die neue Ordnung, die den Schulleiter allmächtig und den Lehrer durchaus subaltern macht.“ Über Schulverhältnisse, insbesondere seinen Vorgesetzten (Schulrat) Herrn Grünewald. Rat einholen, ob Akademie, die ihm noch ein Unbekanntes ist, helfen kann, bei einer vorzeitigen Pensionierung mit einem Ehrensold.

3. Er erwartet mit seinen 55 Jahren nur noch wenige wirklich lebendige Jahre und Muße zum berufenen Schaffen.

4. Er hat ein Erntedanklied geschrieben (auf Anforderung) und eine Hindenburg-Hymne (dito!) - „also: Will sagen, daß man mich sucht (trotz SPD-Mitgliedschaft!) - nicht, daß ich es etwa nicht mit reinem Herzen getan hätte“.

1933.09.17.

H.C. an Grimm [5;59]:

1. H.C. hat mit Dr. Stapel einen Streit über ein Gedicht gehabt.

2. Gustav Frenssen hat H.C. als Lyriker einen „Eckensteher der Literatur“ genannt.

1933.09.25.

H.C. an Grimm [5;60]:

1. „Fritz Buchwald ist eben bei mir gewesen. Ich weiß, daß Sie ihm alles abgeschlagen haben.“ H.C. möchte B. 200 M geben, die er sich von Grimm borgen möchte. Vor dem 6. Oktober ist Buchwald wieder bei H.C. gewesen [5;61]. H.C. lieh ihm 15 M und ließ ihn damit laufen. „Der arme Kerl hatte keinen Heller!“

2. „Vor ein paar Tagen hätte ich bald das Genick gebrochen - leibhaftig, nicht bildlich gesprochen.“

1933.10.

Aufruf zum Austritt aus dem Völkerbund, mit Unterschrift von H.C. In: Jens, Inge: Dichter zwischen rechts und links. München 1971: Pieper.  S.227.

1933.10.

Treuegelöbnis vor Hitler Okt.1933. 88 deutsche Schriftsteller, dabei H.C. (Über seine Unterschrift bestehen Zweifel!). In: Schleswig-Holsteinische Zeitung. 26.10.1933.

1933.10.06.

H.C. an Grimm [5;61]:

1. H.C. hat am 4./5.Oktober 1933 mit seiner Frau auf dem Zündapp die Stätte ihrer ersten Liebe und Bekanntschaft in Hohenwestedt (Anno 1902) und Barlohe wieder aufgesucht. Dort traf er den Gärtner und Versemann Heinrich Eckmann, der Briefe und Unterschriften sammelte (u.a. Tilly, Adolf Hitler und Kaiser Wilhelm II).

2. „Hier will Otto Meißner in einer billigen Folge von 40 Pfg-Heften mein Mank Muern neu auflegen. 5 %. Ich habe es Langen angesagt und werde Meißner absagen. Ich gebe ihm vielleicht meine ‚Schulmeistergeschichte’. Die Schulmeistergeschichte ist verschwunden.“  [5;61+62].

3. „der D.H.V. (Deutscher Handlungsgehilfen Verband) will mich auf große Vortragsreise schicken“.

1933.10.12.

mit Schreiben vom 12.10.33 teilt die Oberschulbehörde dem Dichter mit, dass er für die im Nov. vorgesehene Reise nach Berlin und Brandenburg auf 6 Tage beurlaubt sei [1;113]. Kann aber keinen Gebrauch davon machen, da er am 18.10. auf dem Motorrad verunglückt ist (Schädelbruch und Gehirnerschütterung).

1933.10.16./17.

Claudius beurlaubt für deutsche Dichterakademie nach Berlin [1;109].

1933.10.18.

An diesem Tage verunglückt Claudius auf seinem Motorrad auf dem Nachhausewege von seiner Schule, wobei er einen Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung erleidet. (Brief von H.C. an den Schulrat Grünewald vom 7.3.1934) vgl. auch 28.12.1934! - Am 16.2.1933 hatte H.C. noch an Grimm geschrieben: „Das Rad ist noch von alter Forsche und der Fahrer - hoffe ich - auch.“ [5;53].

1933.10.18.

Meldung, dass der Dichter am 18.10.33 (?) nicht zum Schuldienst erschienen sei, wegen eines Unglücksfalls (Schädelbruch) auf dem Schulweg  [1;115]. - Dezember 1934 noch nicht dienstfähig (Irrtum des Datums - 1933?).

1933.10.18.

H.C. - Unfall beim Motorradfahren - Genesungswünsche. In: MQ. 27.J. Nr.1. Winter 1933. S.22.

1933.10.30.

Es liegt ein Rezept für Claudius des Dr. med. Felix Cohn, Fuhlsbüttel, Hummelsbütteler Landstraße 92, über Luminal (=Schlafmittel) vor, das in der Alster-Apotheke Franz Beckmann eingeholt wird.

1933.11.

Zeitungsausschnitt: Schriftsteller verkaufen ihre Bücher. Foto: Hermann Claudius trotz seines Unfalls hinter seinem Verkaufsstand auf einem der „Schriftsteller-Tage“ bei Karstadt-Barmbeck.

1933.11.15.

H.C. an Grimm [5;62]:

1. „Nach vier Wochen Bettlager sitze ich nun zum ersten Male oben in der Nebenstube auf eine kurze Stunde. Der Kopf ist groß und schwer und fremd. In den Ohren saust es beständig. (...)  Trotzdem sind die Nerven beisammen (...) es kommt nichts von ungefähr auf der Welt, aber das Nachdenken, wozu ich mir die Schmerzen machte könnte man sich ersparen.“

2. Bis Ostern vom Arzt krank gemeldet. Das rechte Ohr könnte taub bleiben (Felsenbein gespalten) und damit die Schulmeisterei wohl unmöglich werden. Der Blutverlust - sagen die „Zuschauer“ - ist sehr groß gewesen.

3. „Das Manuskript der ‚Schulmeistergeschichte’ ist verschwunden. Irgendein Blatt hat sie nicht wiedergeschickt. Sie taugte nicht viel [5;62a]. Ich will aus meiner Kinderzeit etwas zusammen bringen. Teile sind schon da“ (Armantje).

4. „Ich glaube, ein oder das andere rechte Gedicht  in diesen Tagen geschrieben zu haben, das den Bums [den Unfall, der ihm den Tod nahe brachte] wert ist.“

5. „Es geht nicht mehr. Ich schwitze am ganzen Leibe - der Mensch ist ein gebrechliches Wesen.“

1933.12.11.

Aktenvermerk vom 11.12.33, nach welchem Claudius den Schuldienst wegen erlittenen Schädelbruchs vor Februar 1934 nicht wieder aufnehmen könne [1;113].

1933.12.28.

Attest des Arztes Dr. Cohn (28.12.1934): „Herr Claudius hat eine schwere Kopfverletzung infolge eines Auto-Unfalls mit starker Schädigung beider Gehirnorgane. Er ist zur Zeit noch nicht dienstfähig“ - Da dieses Attest einem Schreiben von Claudius vom 7.3.34 aufgeklebt ist, stimmt das Datum des Attestes vermutlich nicht. Möglich, dass die Jahreszahl verwechselt wurde und statt 1934 - 1933 lauten müsste.

1933.12.28.

„Am 28.12. hat Ilse geheiratet. Es war ein stilles köstliches Fest. Gott segne die beiden! Es drehte sich doch deutlich in meinem Herzen, als sie entschwand. Eine Seele von Tochter. Ich schrieb ihr ein Büchlein voll (...) Torheiten eines alten Mannes.“ [5;62a].

1933.12.29.

H.C. an Grimm [5;62a]:

1. „Es geht mir zusehends besser, wenn auch die Kopfschmerzen natürlich noch lange andauern werden, wenn auch das Schwindelgefühl beim Gehen immer wieder auftritt. Ja - Grimm, ich danke Ihnen im Allerinnersten.“

2. „Münchhausen hat mir mit eigenhändiger Unterschrift die Aufforderung zur Olympiaden-Hymne zugesandt. Ich will daran gehen und habe sie schon rhythmisch im Kopfe: Zweifüßer - Dreifüßer - Fünffüßer.“

3. Langen droht mit Boykott der gesamten Buchhändler, wenn H.C. sich der neuen alten Buchgemeinschaft zur Verfügung stelle - H.C. habe aber bereits ein Gedicht dorthin gegeben.

4. H.C. auf seinen Verleger Langen erbost, der ihn in seiner Weihnachtsübersicht (S.102) als „Hamburger“ Lyriker angezeigt hatte. Adolf Bartels habe 1914 das schon zurückgewiesen. Auch habe der Verlag nicht seine anderen Bücher genannt, die immer als Selbstverlag Claudius bei ihm angefordert würden. Geheeb und Holm hätten sich entschuldigt.

5. Die Geschichten aus der Kindheit finden leicht Absatz in Blättern wie Fremdenblatt, Nachrichten, Der Tag, Berliner Tageblatt.

6. Ein Großkaufmann (zu Besuch) sagt: Der Export ist bald völlig tot, selbst mit Bolivien z.B.

1934

Kulenkampff, H. W. / W. Titze (Hrsg.): Das blaue Wunder. Almanach des Hamburger Künstlerfestes 1934 mit Text von H.C. Hamburg., Br. Sachse. 1934. 56 S. Mit Noten u. zahlr. ganzseit. Illustr. OBrosch.

1934

Politische Quereleien zwischen Hamburg und Kiel um Vereinigung niederdt. Hamburg; darin zu H.C. In: Peyn, Bruno. Richard-Ohnsorg-Theater. Hamburg 1965: Quickborn. S.107f.

1934

Soergel, Albert: Dichter aus deutschem Volkstum. Dichtung und Dichter der Zeit. Dritte Folge. Leipzig 1934. darin H.C. nur erwähnt: S.11.

1934.01.25.

H.C. an Grimm [5;62b]:

1. Verhandlungen mit Langen wegen einer neuen Auflage von „Mank Muern“. H.C. schlägt vor, mit MM als erstem Band die Herausgabe seiner Gesammelten Werke zu beginnen. Aber eigene Bedenken, zumal neuere, hochdeutsche Gedichte in ihm leben.

2. In einer anderen Anthologieangelegenheit war H.C. ihm (Langen) entgegengekommen: Deutsche Feiern bei Ed. Bloch).

3. Bei Otto Meißner in Hamburg kommt in einer Heimatreihe ein schmaler billiger Prosaband heraus, auch Blunck ist dabei (Der Vogel Wunderbar).

4. Zur Neuauflage von Mank Muern fragt H.C. bei Grimm, welche Poeme aus MM ausfallen müssen: er nennt: Kahlenjumpers S.11, Buten S.19, Habenstreik S.21, Danzsalon S.38 und Sneedriwen S.51 - (Tatsächlich blieben auch diese Gedichte in der Neuauflage stehen). Neuere plattdt. Gedichte - es sind nur ein paar - haben einen anderen Ton. „Hoffentlich kriege ich Langen dazu, jedes Gedicht auf einer neuen Seite anfangen zu lassen, wie in der Erstauflage bei Janssen. Außerdem schlug ich vor, daß einige Holzschnitte meiner Hedda hineinkämen. L. lehnte eine solche Verteuerung vorerst ab.“

5. Am 2.2.34 schrieb H.C. an Grimm [5;62c]: Dr. Pauly habe ihm geraten, alles so zu lassen, nichts fortzulassen. MM wird bei Langen schon vorbereitet.

6. Noch keine Zeit für eine Gesamtauflage meiner Lyrik. Ihm schwebt vor, was Dr. Pauly 1916 schrieb: MM analog dem Grothschen Quickborn.

7. Den Lessingpreis haben Griese und Beste sich geteilt.

1934.01.26.

Grimm an H.C. [6] vgl. [5;69]:

1. Grimm hat bei einem Besuch in Berlin dem Sekretär der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft Dr. von Cranach vorgeschlagen, H.C. im Harnack-Haus lesen zu lassen, wofür Dr. Cranach sehr eingenommen ist, vgl. [5;62f].

2. Grimm: „Ich bin stark im Zweifel, ob es richtig ist, Mank Muern als ersten Band zu bringen. Ich bin vielmehr für den neuen Band hochdeutscher Gedichte, wenn sie wirklich gut sind. Aber das ist ein falscher Ausdruck, sagen wir also, wenn sie echte Claudius-Gedichte sind. Wenn Sie mit den hochdeutschen Gedichten warten wollen bis nach meiner Berliner Rückkehr, werde ich mir aus meinem geringen Verständnis für Gedichte, aber aus einer großen Liebe für Ihre Gedichte, gern Vorschläge und ein Urteil erlauben.“

1934.02.07.

H.C. an Grimm [5;62d]:

1. Armantje ist als Manuskript abgeschlossen und an Langen abgesandt.

2. „Ich bin jetzt Liebling der Verleger - sehn Sie bloß an! Jeder will was von mir.“

3. „Mein Kopf macht oft noch Bocksprünge. Einmal bin ich schon irgendwo umgesackt, fand mich aber schnell wieder zurecht.“

4. Typisch für das schwankende Selbstgefühl von H.C.: „Blunck sprach ich hier im Rathaus bei den hohen Herren. Er redete dauernd Plattdeutsch mit mir, wogegen ich mich befleißigte, ein sehr höfliches Hochdeutsch zu sprechen. Er will am Ende damit mein engeres Schaffensgebiet abgrenzen (?) Oder ist es ihm nicht bewußt, daß er kein Plattdeutsch kann. Er soll ein guter Mann sein und bleiben und auf seinem Grabmal alle Titel mitbekommen, die ihm noch winken. Ich bin nicht für Titel, hätte aber viel lieber in der ersten Reihe gesessen, wo man die Preise (...) bekam, als in der zweiten, wo man zusah!“ - Und dann am 11.2.34 [5;62e]: „Eigentlich wollte ich Ihnen gegenüber in diesen Zeilen nur einen Zurückzieher machen: Blunck war den Abend derartig freundschaftlich, daß ich mich am Abend im Rathause geirrt haben muß, wenn ich meinte, er wolle mich dükern. Ich glaube das nicht mehr.“

1934.02.11.

H.C. an Grimm [5;62e]:

1. „Ich sah gestern abend Friedrich Grieses Schauspiel ‚Mensch, aus Erde gemacht’ - eine dichterisch stark-gesehene Novelle, die er ungeschickt auf die Bühne gebracht hat. Es ist reichlich viel Unterleib dabei - wie immer bei ihm. Man denkt an Barlach - auch an Hamann. Einerlei: Griese ist ein Kerl, der was kann. Wir haben uns - meine Frau war auch dabei - im Hotel Reichshof beschnüffelt und glaube ich, beide aneinander etwas gefunden. Es war auch der Staatsrat Ahrens da und viele höhere Tiere (das imponierte ihm also!), auch die drei Preisrichter: Prof. Rein, K.F.Kobbe und Wüstenhagen - Toast auf die Lyrik von H.C.“

2. „Armantje: wenn es kein bedeutendes Büchlein ist, so ist es sicher ein dokumentarisches, was den Lyriker H.C. angeht. Da es wesentlich auf dem Lande spielt, könnte es im Augenblick gut herauskommen.“

3. Berliner Tageblatt, Der Deutsche, Der Angriff,  Das Fremdenblatt, Hamburger Nachrichten, Schleswiger Nachrichten haben die meisten Geschichten gern gebracht. Momentan sind mir alle Verse zuwider.

4. „Langen sucht für MM Verbindung mit der Hitlerjugend (billige Ausgabe!) Haben Sie einen Rat?“

1934.02.14.

H.C. an Grimm [5;62f]:

1. H.C. bedankt sich für die durch Grimm eingeleitete Aussicht, in Berlin im Harnackhaus zu lesen, vgl. [5;69].

2. H.C. teilt mit, dass er in Berlin immer im Christl. Hospiz in der Herm-Göring-Str für 4,50 mit Kaffee und Heizung wohnt.

1934.03.01.

H.C. will bei Schulrat Grünewald wegen seiner Unfallfolgen vorsprechen. Da dieser aber wegen eines Examens nicht erscheint, kann H.C. wegen starker Kopfschmerzen nicht eine Stunde warten [1; Ende].

1934.03.06.

Die Landesunterrichtsbehörde teilt dem Dichter am 6.3.34 mit, dass sie in Aussicht genommen hat, ihn nach § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (BBG) vom 7.4.33 zum 30. Juni 1934 in den Ruhestand zu versetzen. Am 21.3.34 teilt sie ihm mit, dass diese Absicht ausgeführt sei.

1934.03.07.

H.C. berichtet dem Schulrat Grünewald über die Folgen seines Unfalls, vor allem Verlust des Gehörs und beantragt Urlaub. H.C. verreist zu seinem Schwiegersohn und Arzt nach Basbeck/Kehdingen [1; Ende].

1934.03.08.

H.C. wird vom zuständigen Schulrat Grünewald und seinem Schulleiter (B. Mandel) zum Abbau nach § 6 vorgeschlagen. „H.C. ist kein guter Schulmeister. Er ist eben Dichter. Mitglied der Deutschen Dichterakademie - Bestehen gegen seinen Abbau vielleicht aus diesem Grunde Bedenken?“ Präs. Witt antwortet: „H.C. kann aufgefordert werden, sich von sich aus pensionieren zu lassen“ [1;Ende].

1934.03.13.

H.C. bittet um Aufhebung der Versetzung in den  vorzeitigen Ruhestand und begründet das mit der durch die Ärzte vorausgesagten Behebung der Unfallschäden sowie mit der wirtschaftlichen Notlage seiner Familie (leidende Ehefrau, Schulden durch die Versorgung der Töchter, Unterstützung seiner Mutter). Die Einnahmen aus literarischer Tätigkeit sind belanglos! [1; Ende].

1934.03.26.

Die Landesunterrichtsbehörde teilt dem Dichter am 26.3.34 mit, dass ihn der Reichsstatthalter auf Grund des § 6 des Reichsgesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (BBG) vom 7.4.33 zum 1. Juli 1934 in den Ruhestand versetzt hat.

1934.04.

Decroos, J. über H.C. in: Boekbeschouwing - „Lyrik von heute“ - München: Langen-Müller. In: Dietbrand. Roeselare 1934. 1.J. Nr.7. April 1934.  S.222-224.

1934.04.16.

H.C. an Grimm [5;62g]:

1. H.C. fragt bei Grimm an, ob es richtig sei, dass der Verlag Langen/Dr. Geheeb für sein Armantje-Bändchen nur 5 % zahlen wolle, obwohl es doch Original-Beiträge seien, die erstmalig in Buchform erscheinen, während die meisten anderen Bändchen der Reihe nur eine Auslese bedeuten.

2. Das Gehör bleibt einseitig tot.

3. Das Gehalt scheint doch schmaler auszufallen, als erst ersichtlich war, und wird über 340 M p.Mt. nicht kommen:

4. „Am 25.4. bin ich in Berlin (H.J.)“.

1934.04.24.

H.C. an seine Frau Franziska: [8;]

H.C. fährt mit dem D-Zug II.Kl. von Hamburg nach Berlin und schreibt im Zug seiner Frau einen Brief. Er macht sich Sorgen, weil zu Hause der Schlüssel für den Geldschrank verlegt war und er nicht genug Geld mit sich nehmen konnte. „Wenn ich in Berlin kein Geld kriege, kann ich natürlich nicht bis zum 1. Mai bleiben. Vielleicht wäre es ebenso gut. Du selber weißt, wie wenig ich mir aus der Massen-Repräsentation mache.“ Er wohnt bei August Friedrich Velmede, Berlin NW 40, Roonstr. 5,

1934.04.25.

H.C. spricht von „seinem“ Abend in Berlin. Er liest im Pharussaal im Wedding vor der HJ. Carossa ist anwesend.

1934.04.26.

H.C. liest im Haus der Führerschule der HJ in Potsdam - Hans Carossa liest in Potsdam im Rathaussaal.

1934.04.27.

H.C. Besuch bei Dr. Cranach Berlin-Schlossbesuch und Werner Beumelburg in Bellevue. Er spricht mit Dr. Hagemeier und Dr. Meyer vom Kultur-Amt für Dichtung. [Hans Hagemeier war Manager der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums, später Leiter des Hauptamtes Schrifttumspflege im Amt Rosenberg].

1934.04.28.

H.C. an seine Frau Franziska: [8;]

Über den Besuch bei Dr. Cranach und Werner Beumelburg vom Vortage.

1934.05.08.

Die Landesunterrichtsbehörde teilt dem Dichter am 8.5.1934 mit, dass ihm unter Bezugnahme auf das Schreiben vom 26.3.1934 in der Anlage eine Rechnung seines Ruhegehaltes übersandt wurde. Ruhegehalt 5266,80 RM p.a.

1934.05.17./19.

H.C. wird von Ludwig Roselius zum Zweiten Nordischen Thing in der Böttcherstraße zu Bremen eingeladen. Thema des Things: Das Heldische im nordischen Menschen.

1934.05.30.

Gedicht „An die Sonne“ = Du liebe, liebe Sonne. „Für Hans Grimm und das Klosterhaus, heutemorgen im Garten, am 30. Mai 1934 in tiefer Dankbarkeit für alles, was ich haben darf.“ [5;62h].

1934.06.20.

Hermann Claudius erzählt über seine Ballade „Vom großen Michel“ - Aufnahme im Niederdeutschen Radio; Bandarchiv des NDR. Dauer: 4’10 Min. In: Dohnke, Kay u.a.:  Niederdeutsch im NS. Hildesheim 1994. S.407.

1934.06.26.

H.C. an Grimm [5;62i]:

1. „In der älteren Ausgabe von Mank Muern hat sich ein ärgerlicher Druckfehler [welcher?] eingeschlichen, der in der neuen Auflage berichtigt wurde.“

2. Grimm ist von seiner Englandreise zurück.

3. „Langen hat seit einer Woche gut 200 neue Gedichte von mir, die er doch noch im Herbst bringen zu können glaubt [wahrscheinlich: Daß dein Herz fest sei]. Ich habe zwei Angebote auf Lyrik per sofort abgeschlagen. Ich habe alles Propagandistische fortgenommen, auch Langen noch genug zum Ausmisten nachgelassen.“

4. „Der Garten ist wunderschön, wenn man nicht in die Schule braucht.“

5. „Ich lege ein letztes Poem dazu mit meiner Vertonung, die Musikanten sind mir zu kompliziert.“ (Verbascum = Drei Königskerzen bauen). Text des Gedichtes mit den Noten  (25.6.34) bei den Abschriften unter [5;62i] und  [10].

6. „Mein Kopf ist lala! Oft schlimm! Es kann - glaub ich oft - plötzlich Schluß sein.“

7. Frl. Luise Siebel für die Korrektur besten Dank.

1934.06.30.

Urkunde über das Ausscheiden aus dem Hamburger Schuldienst durch den Präsidenten der Landesunterrichtsbehörde Karl Witt. Das vorzeitige Ausscheiden sei notwendig, „um die Zahl der bisher im Unterricht beschäftigten beamteten Lehrkräfte dem durch die Entwicklung der letzten Jahre geringer gewordenen Bedarf entsprechend zu verringern“. [1; Ende].

1934.07.01.

in den Ruhestand versetzt (vgl. 26.3.1934).

1934.07.15.

H.C. an Grimm aus Wustrow/Meckl. [5;62k]:

1. „Eigentlich wollte ich Sie ja damit überraschen, daß Langen sich nun doch zu dem Bande neuer Lyrik von mir für dieses Jahr entschlossen hat. Es wird ein starker Band von 200 Gedichten, nachdem wir an 30 bereits ausgesiebt haben.“

2. Gedicht für Hans Grimm = Dein Schwert ist breit - aus dem Jahre 1924. „Ich wollte es seinerzeit schon in die ‚Heimkehr’ aufnehmen, setzte aber im letzten Augenblick das Moses-Gedicht dafür ein, was mich hinternach ärgerte und mich immer wieder geärgert hat. Ich setze das bewußte Gedicht hierher und hoffe zu Gott, daß es Sie nicht ärgern möge (...) innerhalb eines Zyklus mit Münchhausen, Stehr, Kolbenheyer, Ina Seidel, Hans Franck und H.C. - aber Hans Franck kommt mir fremd in dieser Reihe vor“ (wurde aber doch im Buch übernommen).

3. Text des Gedichtes aus dem Kopf getippt - mit leichten Änderungen; seine Portable (Schreibmaschine) hatte er mitgenommen.

4. „Mit den Strophen für unsere Helene Voigt-Diederichs bin ich immer noch nicht zur Zufriedenheit gediehen. Und sie gehört doch in diesen Kreis, obwohl ich ihre sog. Romane nicht mag, aber den köstlichen Marienhoff!“

5. „Ich sitze hier am Strande der Ostsee (Wustrow in Mecklenburg, in der Nähe auch der Ort und Altenhagen) bei einer Freundin (Mimi) meiner Frau, mit Frau und Tochter Ursula, morgen kommt Hedda mit ihrem Liebsten.“

6. „Dr. Geheeb wäre gern gekommen, scheut aber die Fahrtkosten!  Er und Pezold haben sich meiner Sache in großer Freundschaft angenommen. Das Buch soll nach dem Beginne des ersten Gedichtes heißen: Daß dein Herz fest sei. Geheeb ist wohl dafür, meint aber, für den Buchhandel sei er zu lang.“

7. „Eigentlich sollte es lieber regnen. Die Kühe fressen mehr Sand als Gras“.

1934.07.19.

Gedicht für Helene Voigt-Diederichs: Ist es am Ende .[5;62l], aufgeschrieben in Wustrow/Ostsee.

1934.07.19.

Hermann Claudius über den Beginn seiner schriftstellerischen Karriere. - Aufnahme im Niederdeutschen Radio; Bandarchiv des NDR. Dauer: 4’15 Min. In: Dohnke, Kay u.a.:  Niederdeutsch im NS. Hildesheim 1994. S.407.

1934.07.20.

H.C. an Grimm aus Wustrow [5;62m]:

1. „Dank für Ihre Karte [vom 17.7.34]. Sie hat mir rechte Freude gemacht [wegen der Zustimmung zu dem Gedicht von H.C. über Grimm; vgl.  [6] v. 17.7.34] und ich drücke Ihnen in Gedanken dafür herzlichst Ihre liebe Hand. Sie dürfen in Ihrem leidenden Zustand (...) nicht denken, daß ich heil obenauf wäre. Ich hatte gerade gestern (in Wustrow, wo er in Ferien weilte) nach einem Marsch in den Darß (Urwaldgebiet) einen Rückfall in jene absolute Unmöglichkeit, mich zu orientieren, die anfangs selbst im Bette mich überraschte. Es braust und saust im Schädel und das Blut will aus den Fingerspitzen hinausdringen. Aber mit einigem Willen halte ich stand und lebe weiter.“

2. „Ich habe große Lust, vielleicht im Herbst noch einmal zu Ihnen und den Ihren ins Klosterhaus zu kommen. - Von hier aus reise ich zu dem Kunstmaler Arthur Illies, einem prächtigen Künstler, den Deutschland nicht kennt. Er ist schon über 60 Jahre als, wohnt in Ochtmissen bei Lüneburg.“

3. „Die Zeilen für Helene Voigt-Diederichs sind mir inzwischen gekommen. Ich möchte, Sie hätten sie gern. Ich weiß eigentlich nicht, warum ich Tante Lene so gern dazu habe. Der Vers für Ina Seidel fällt dafür, ob Ina Seidel schon sehr die Bedeutendere ist. Auch sie lernte ich bei Julius Bab in Berlin kennen und verehre sie und rang sehr mit dem Erinnerungswort an sie. Und Geheeb etc haben dieses Gedicht just mit den übrigen ausgesiebt [stand auch nicht in D]. Es ist  wohl im Grunde eine innere Fremdheit zwischen ihrem Wesen und meinem Wesen. Umgekehrt bei Frau Helene Voigt-D.“

4. „Gestern fiel aller Regen ins Wasser, nämlich den Bodden, den Saaler Bodden.“

1934.09.22.

H.C. an Grimm [5;63]:

1. Heute Appell des ehem. 9. Armeekorps auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg. H.C. nimmt nicht an, dass Grimm dabei sei. H.C. bleibt auch zu Hause.

2. Lieblingsidee bleibt: mit Grimm durch den Reinhardswald zu reiten.

3. Seit Sept.33 war H.C. nun schon wieder Fußgänger. Sein Schwiegersohn, der Arzt, hat eine größere Nachbarpraxis kaufen müssen, „wo wir ihn und unsere Trude baldigst aufsuchen werden.“

5. Seine Frau hat starke neuralgische Schmerzen im Hinterkopf.

6. „Nun soll ich morgen den ‚Armantje’ haben und werde Ihnen mit einigem Herzklopfen ein Exemplar zusenden. Von den 26 Geschichten sind es 13. Was nun mit den andern 13 geschehen soll, ist eine Doktorfrage, denn von Rechts wegen gehört alles in einen Salat.“

7. über die Lyriksammlung „Daß dein Herz fest sei“: „Von den angesagten 200 Gedichten sind jetzt nur 180 resp. 182 nachgeblieben. Dr Floercke war mein Schicksal (d.h. die Streichungen habe ich selber veranlaßt). Er hatte Papierangst und drängte elend alles zusammen. Kaum hat Dr. Geheeb die Sache (nach dem Urlaub!) wieder angefaßt, weht ein anderer Wind. Nur verzögert sich dadurch die Sache recht.“

8. „Vielleicht freut es Sie, daß Hedda den Deckel geschrieben hat.“ Vgl. 1.12.1934 [5;65].

1934.11.04.

Arens, Hanns: Vom Schrifttum der Nation. Zur Woche des deutschen Buches. darin über H.C. und Hans Grimms Auswahl. In: Kölnische Zeitung.  Nr.559. 4.11.1934.

1934.11.17.

H.C. an Grimm [5;64]:

1. „Daß dein Herz...“ ist erschienen. Druckfehler auf S.15: Schlag in Tag zu ändern - ist in den weiteren Auflagen berichtigt worden. H.C. glaubt sich (ungerechtfertigt) dadurch in einen Konflikt mit Grimm versetzt. „Lieber, lieber Grimm, lieber wollte ich das ganze Versbuch (Daß dein Herz) niemals geschrieben haben, wenn es mir Ihre Freundschaft kosten sollte. Sie müssen mir das schon Wort für Wort glauben, weil es die Wahrheit ist.“ Antwort von Grimm darauf am 18.11.34. „In der 2. Aufl. (Daß dein Herz..) setze ich unter das Ihnen gewidmete Gedicht die Jahreszahl 1924“ (nicht erfolgt!). Damals stimmte es. Grimm: „1924 paßte das ‚Müde’ auch nicht (...). Es wäre eine Unmöglichkeit, nachträglich den Sinn der entschlüpften Reihe zu ändern“; jedoch in der 4. Zeile geändert: festen statt müden Händen!

2. „Ich habe mir ein großes Aquarium eingerichtet und singe Lieder auf die beredte Stummheit meiner Makropoden.“

3. „Haben Sie gelesen, was Dr. Stapel im Auftrage des toten Raabe Börries von Münchhausen wegen dessen Kürzungsvorschlägen zu Raabes Romanen schreibt [Dt.Volkstum]? Ich war zuerst verärgert, mußte aber dann lachen - nahm mir Ihr VoR her und las, wie Herr Rosch an die Schürfstelle seiner Diamanten pilgert, und gab Stapel, recte Raabe, recht.“

4. „Daß Sie über meinen kleinen epischen Band (Armantje) garnichts sagten, ist deutlich. Es ist lächerlich zu sagen, wie sehr ich daran beim Schreiben hing.“

5. Konflikt mit dem Hamburger Sender. „Der Hamburger Sender gibt mir keine Autorenstunde, obwohl ich auf Grund von vier neu erschienenen Büchern m.E. ein Anrecht darauf hätte - weil ich feste Bezüge als Lehrer habe. (...) das wäre doch der übel-beredete Wohltätigkeitsstaat alter Ordnung, mit braunem Überrock!“ Ein Brief an die Akademie wird von Binding beantwortet. Vgl. 1.12.1934 [5;65].

1934.11.29.

Hermann Claudius liest in Burg bei Magdeburg in der Berufshauptgruppe der DAF, Dt. Angestelltenschaft.

1934.12.01.

H.C. an Grimm [5;65]:

1. „Langen will jetzt den 3,80 M-Band auf 3,20 M herabsetzen oder hat es schon getan auf Befehl Pezolds. 3,80 M soll ein Leinenband werden, broschiert 2,70 M.“

2. „Folge eines energischen Briefes, den ich über den lieblosen Zusammendruck meiner Verse an Dr. Geheeb schrieb. Die Schuld trägt m.E. Floercke, der in Abwesenheit der übrigen Herren damals die Herstellung in die Hand genommen hatte.“

3. H.C. las in Salzwedel, Magdeburg, Genthin usw. und erlebt beim Lesen rechte und echte Freude .

4. Trotz lebhafter dichterischer Produktion Geldsorgen: Steuern; Abgaben. „Ich hatte in aller Unschuld (um nicht als Steuer-Hinterzieher zu gelten) der Steuerbehörde die Hand geboten, das war vor meiner zwangsweisen Pensionierung.“  H.C. nennt finanzielle Belastungen: Krankheit seiner Frau, Hedda verdient noch nicht - „Langen hat nicht bezeichnet, daß der Deckel des Gedichtsbuches von ihr stammt - Ursula müßte ein neues Piano haben, sein 60-jähriges Klavier verdirbt ihr Freude und Vorwärtskommen.“

5. „Ach, lieber Grimm, ich bin ein schlechter Vater, daß ich nichts zusammenbringen kann und ewig der hinkende kleine Beamtenbote bleibe und in die Zukunft blase (Seifenblasen!) - auf denen man nicht Musik machen kann. Zehn Jahre noch im Höchstfalle  und ... gewesen .. gewesen!“

6. „Irre ich mich ganz oder ist es so: einen derartigen Edelquatsch wie Ernst Bertram ‚Michaelisberg’ oder v.Hatzfelds Gedicht ‚Soest’ habe ich lange nicht gelesen. Was ist mit Alverdes? Furchtbar!“

7. „Lieber Grimm, da Sie mich veranlaßten, der Akademie den Sender-Fall nahezulegen, so sende ich Ihnen dann noch schuldigerweise die Antwort Bindings. Sie sehen, daß da nichts zu wollen ist. Aktivität nenne ich so etwas allerdings nicht. In gleicher Angelegenheit an Beumelburg geschrieben, den er (da es doch nichts hilft) nicht nochmals benutzen mag.“

1934.12.26.

H.C. an Grimm [5;66]:

1. „Ich hoffe zu Gott - wenn alles in der Welt und d.h. in Deutschland - gut geht - wir uns einmal wirklich beieinander haben werden.“

2. „6000 Armantje und fast 1000 Daß dein Herz sind weggegangen. Wenn´s so weitergeht, kommen Franziska und ich im Mercedes-Benz, Luxuswagen ins Klostertor zu Lippoldsberg gerollt. Da kann Franziska jedenfalls nicht wieder hinten abfallen - resp. zurückbleiben, dieweil der Gatte weiterschnauft.“

3. H.C. lehnte bei Salzer eine Anthologie religiöser Lyrik ab, weil eine Matthias-Claudius-Auswahl (bei Stalling) - vgl. 31.1.35 - und ein Band Hymnen (Hölderlin, Novalis, Nietzsche bei Langewiesche) ihn noch lange in Arbeit halte und „ich gleich auf soviel Pose des zugesandten Materials stieße - daß mir übel ward.“

4. „Sahen Sie den Gulbransson: Es war einmal? Kaufen Sie ihn sich und haben Sie eine herrliche Stunde darüber. Es bleibt unvergeßlich - Edda und Stifter in Einem.“

1935

Mühle, Hans: Das Lied der Arbeit. Erweiterte und neugeformte Ausgabe des 1928 erschienenen Querschnitts durch die Arbeiterdichtung der Gegenwart „Das proletarische Schicksal“. Gotha: Leopold Klotz Verlag 1935. Von H.C. nur „Erntedanklied der Deutschen“, während 1928 ohne H.C.

1935

Stehmann, Siegbert: Eberhard Wolfgang Möller als Versdichter; darin über H.C. In: ECK. 11.J. H.9. Sept.1935. S.390-395.

1935

H.C. gehört der Jury eines Preisausschreibens um ein Werbegedicht des St. Pauli-Vereins an. Sieger: Hans ut Hamm.

1935.01.31.

H.C. an Grimm [5;67]:

1. „Stalling will die Matthias-Claudius-Auswahl, die ich einsandte (durch Beumelburg veranlasst, in der Schriftenreihe der Nation) nicht herausbringen. Damit wären die 600 M, die bei Erscheinen des Buches fällig sind, aus dem Schornstein geflogen, ohne daß sie meinen Ofen gewärmt hätten.“

2. „Der Verlag Werner Plant-Düsseldorf, mir persönlich seit 1921 bekannt durch den Inhaber, der mein Nachbar war - will 25 Gedichte, einen Zyklus um mein Aquarium (das Sie sehen müßten - alles selbst eingerichtet) nebst Zeichnungen Ilse´s bringen. Sage ich Langen vorher was? Oder sende ich ihm gleichzeitig das Manuskript?“

3. Armantje II ist in Vorbereitung (Wie ich den lieben Gott suchte).

4. „Ich möchte den heurigen Andrang an mich nicht ganz ungenutzt lassen. Auch Schaffstein quält mich. Wenn ich jetzt so ein tüchtiger Arbeiter und Epiker wäre!“

5. „3 Tage und Nächte rang ich mit einem Artikel über Sie für Rauch. Jetzt bläst er ab - Gott segne Sie!“

1935.04.05.

Die NS-Kulturgemeinde in Kdf veranstaltet einen Kompositions-Abend (Das Lied vom Kinde) im Bahnhofshotel mit einer Liederfolge von Theo Goos nach Texten von H.C. u.a. H.C. kommt und liest. Sängerin: Martha Kickstat-Wulfken, Hamburg, Sopran.

1935.05.04.

H.C. an Grimm [5;68]:

1. H.C. will in der 2. Maihälfte (nach dem 18.5.) per DKW in Lippoldsberg einlaufen - Er kommt aber nicht nach Lippoldsberg, vgl. [5;70].

2. „Ich bin vom ständigen Lesen der Rhythmen Novalis´, Hölderlins und Nietzsches rein durchgedreht. Machte für Langewiesche eine Hymnensammlung. Gestern Schluß, Sela!“ (vgl.  [5;60].

3. „Im Ernste: es war für mich faulen Leser ein tiefes Erlebnis: restlose Hingabe auch hier zu erkennen und von anderem scheiden zu dürfen. Ich glaube, wenn dieses Buch einen vaterländischen Klang hat, so ist es wahrhaftig einer!“

4. „Es hagelt Kleinigkeiten und knirscht wie Sandkörner unter der Sohle.“

5. „Grüßen Sie  (...) die beiden Thujas im Garten.“

1935.05.08.

Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften: Vortragsabend am 8. Mai 1935 Berlin-Dahlem. Hermann Claudius wird aus eigenen Werken lesen.

Besprechungen:

In: Der Reichsbote. Berlin. 63.J. Nr. 19. 12.5.1935.

G.II. Der Dichter der Stille. In: B.Z. am Mittag. Berlin. 10.5.1935.

P.W.: In: Stahlhelm. Berlin. 10.5.1935.

In: Germania. Berlin. 10.5.1935.

H.G.: H.C. am Vortragspult. In: Völkischer Beobachter. Berlin. 12.5.1935.

1935.05.10.

H.C. an Grimm [5;69]; vgl. [5;62f] und [6] vom 26.1.1934:

1. H.C. als Gast im Harnack-Haus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Berlin. Zusammensein mit Dr. von Cranach. „Berlin selbst macht mich wahnsinnig. Ich brenne auf Nach-Hause und auf die Autofahrten mit Frau Franziska.“

2. „An diese Tagung hängten sich HJ-Führerschule und NS-Kulturgemeinde, die nichts zahlten - und viel Zeit raubten. Zwar war´s am Wannsee mit den jungen HJ-Bannführers eine große Freude. Ich las Gedichte aus den ‚Liedern der Unruh’ und es schlug ein, daß es spritzte!“

3. H.C. bezeichnet sich als „eitlen Aff`“.

4. „Auf Wiedersehn am 20. Mai (oder 21.,22.) im Klosterhaus“.

1935.05.14.

Müller-Pfalz, Theodor. Deutsche Dichter lesen beim Arbeitsdienst in Potsdam. Hermann Claudius: still und besinnlich. In: NSK-Nachrichten. Folge 111. Blatt a. 14.5.1935.

1935.05.19.

(Sonntag) Ansichtskarte aus Warstade (Poststempel: Basbeck 20.5.35) an seine Kinder in Fuhlsbüttel: H.C. und Franziska kommen abends aus Cuxhaven und Altenwalde zurück nach Warstade zur Tochter Trudel mit Walfrid. Sie wollen am Dienstag (21.5.) nach Hamburg zurück.

1935.05.22.

H.C. an Grimm [5;70]:

1. zwischen 10.5 und 22.5. fuhren H.C. mit dem DKW nach Warstede zur Tochter Trude, von dort durch die Wingst nach Cuxhaven, blieben dort zwei Tage und fuhren nach Warstede zurück. Chauffieren strengte ihn sehr an.

2. Verschiebt Besuch bei Grimm auf Juni/Juli, dann, am 31.5. auf den Herbst [5;71].

1935.05.26.

Eine „Niederdeutsche Diele“ auf Hof THANSEN, Lüneburger Heide, wurde am 26.5.35 feierlich eingeweiht und dem Germanischen Seminar der Universität Hamburg übergeben. Bei den Mitwirkenden der Feier u.a. Hermann Claudius. In: Niederdeutsche Welt. Lübeck. 10.J. H.7. Juli 1935. S.217.

1935.05.31.

H.C. an Grimm [5;71]:

1. Fahrt in die Berge über Lippoldsberg in den Herbst verschieben, weil a) seine Frau nicht auf der Höhe ist, b) er im Juni in Lunden lesen soll, danach in Kiel und dann zur Tagung der Nordischen Gesellschaft in Lübeck teilnehmen soll. Plan war: am 12. Juni in Lippoldsberg, dann nach Thüringen und Weimar und Saaletal und weiter gen Ostsee.

2. Er möchte trotz der vielen Unkosten das Nordische Fest mitmachen, namentlich wegen der Musiktage. Er wird im holsteinischen Hof an der Obertrave wohnen, wegen der Garage.

3. „Lieber Grimm, wenn ich anstelle meiner unpraktischen lyrischen Bedrückungen einen gut-laufenden epischen Hahn hätte, so könnte ich jetzt Geld verdienen. Man will durchaus Kurzgeschichten von mir seit dem ‚Armantje’. 2. Band im September Wie ich den lieben Gott suchte und andere Geschichten von Armantje. (...)

Nun sitze ich und drücke

und drück´ mich selber krumm.

Das ist der Zeiten Tücke:

sie macht uns grau und dumm.“

1935.07.23.

Tochter Ilse mit Ehemann Ulrich Thiede und 2 Kinder (wir vier!) schreiben Karte aus Königsberg, berichten über Reise ins Samland, wollen zurück für 8 Tage nach Perwelka, dem Fischerdorf auf der Kurischen Nehrung (Litauen), dann noch Marienburg und Danzig. Ulrich schreibt: „Seit gut einer Woche reisen wir ohne Familie Hein, die sich mit großem Krach von uns getrennt haben.“

1935.08.06.

Eine Gruppe von Flamen besucht während einer Norddeutschlandfahrt auch Hermann Claudius. Colomba Thiel aus Antwerpen berichtet darüber in einem Brief 1978.

1935.08.11.

H.C. reist nach Lenggries zu einer Lesung im Deutschlandlager der HJ.

1935.08.14.

H.C. schreibt aus München an Franziska. Lesung, Besuch bei Langen (Pezold/Holm).

1935.08.24.

2 Übernachtungen im Haus Trilck Ostseebad Boltenhagen i. Meckl.

1935.08.28.

H.C. vom Brümmerhof bei Soltau an Grimm   [5;72]: er bleibe dort bis 8. September. „Ich las heute in tiefster Einsamkeit zwischen Heidekraut und Wacholder noch einmal Ihre Schrift von der bürgerlichen Ehre und bürgerlichen Notwendigkeit. Und da mag es Ihnen doch eine Art Genugtuung und vielleicht auch Freude sein, zu hören, daß ich - der doch zu seinem alten und ehrlichen Bürgertum längst zurückfand -  bei der HJ gelesen habe.“

1. H.C. hat in den Nordmarklagern der H.J. zu Nortorf und Sahlenburg (Cuxhaven), zu Malchow und in Schwerin (BdM) und Lauenburg (Fliegertruppe) und im Deutschlandlager der Auslands-HJ zu Lenggries in Bayern nacheinander gelesen. Kein Gewinn in bar dabei, aber schöne Aufgabe, die hier und dort auch  Befriedigung hinterließ. „Ich traf in Malchow Hans Franck. Wir stimmen nicht mehr zusammen. Pezold mag ihn gar nicht - als Mensch nicht.“

2. „Der Brümmerhof gehört dem Hamburger Kornhändler A.C.Toepfer, der die nordische Sache mit ganzer Seele vertritt. Für ihn las ich mehrmals vorm Germanischen Seminar, dessen Zöglingen er auf dem Gute Thansen (Heide) eine Lesediele nebst Unterkunftsräumen einrichtete. Ich bin seiner Einladung, hier 14 Tage zu leben, gern gefolgt.“

3. „Eben sah ich gegen 200 Tanks dem Munsterlager zurasseln - So sehr ich mit dem Verstande das Soldatische anerkenne, so feindlich bleibt es meiner Seele.“

4. Seine Frau ist längere Zeit leidend an Galle und Leber und gebraucht das völlige Ausspannen mehr als er.

5. „In den nächsten Tagen geht es mit Herrn T(oepfer) nach Mecklenburg zum Gute Kalkhorst, wo ich vor dem V.d.A. [Volksbund der Deutschen im Ausland] lesen werde.“

6. „Eigenes Arbeiten? - Viele Verse - die ich aber noch ruhen lassen möchte. Auch Langen - ich sprach in München mit Pezold und Holm lange Zeit - meinen, ich solle es mit dem letzten Bande zunächst bewenden lassen, er ginge recht nett. Dazu kommt der 2. Armantje-Band.“

7. Bis 20. September wahrscheinlich in St. Peter, wohin er eingeladen und für ein Kurbuch literarisch arbeiten soll.

8. „Summa: viel zu tun - was eigentlich alles am Rande liegt und dazu nichts einbringt, womit man Eigentum schaffe.“

1935.08.31.

H.C. bei R. Töpfer, Moide bei Soltau, Brümmerhof.

1935.09.20.

H.C. in St. Peter.

1935.10.27.

Arens, Hanns: Zur Woche des deutschen Buches. Deutsche Dichter unserer Zeit; dabei H.C. erwähnt. In: Die Grüne Post. Nr. 44. 27.10.1935.

1935.11.27.

H.C. an Grimm [5;73]:

1. Erinnerung an 1917! Siehe 25.9.1917.

2. Horror vor dem Amerikanismus; zu Grimms amerikanischer Rede: „denn da kann ich nun nicht mitgehen. Ich wäre schon vor den 70 000 Automobilen hellweg ausgerückt.“

3. „kleine Krankheiten, die man in der Jugend nicht kannte“.

4. „Ich bin hier von jungen Lyrikern aus Grenzlanden, Prag, Vlamland etc viel in Briefschreiberei verwickelt. (...) Eben war einer, der hieß Josef Schneider - und der Verleger Adam Kraft. (...) Der junge Student hatte Art, nur fangen alle diese jungen Poeten mit Ode vom Volk und Führer des Volks an, während ich damals (nein: gute 10 Jahre älter!) das Allernächste faßte.“

5. „Lesen Sie - es ist kein Zeitvergeuden - den Roman Trygve Gulbrannsons. Und ewig singen die Wälder. Da sind große und starke Menschen. Da ist großes und schlichtes Geschehen. Und da ist freie Luft und tiefer Atem - und ich rannte noch in der Nacht nach Hummelsbüttel hinein, weil es mir zu Hause zu eng ward (...)  Und doch komme ich vom Primelweg 8 nicht mehr los - es ging doch zuviel in Gut und Böse durch seine schmale Pforte.“

1935.12.25.

H.C. an Grimm [5;74]:

1. H.C. hat seiner Tochter Ulla einen Stainway u Sons-Flügel zu Weihnachten geschenkt.

2. H.C. liest ein Gedicht von Brentano „Selig, wer ohne Sinn schwebt“. „Ich wußte, daß wir nur mit dem wirken können, was unser Eigenstes ist“; H.C. weiß sich in seinem Dichtertum bestärkt.

3. „Sie wissen, daß ich garnicht gescheit bin (...) aber mein verflixtes unruhiges Herz, es ist um Weihnachten wieder toll und will sich nicht begeben (...) Früher bin ich dann hinausgestürmt und habe Schlittschuh gelaufen oder Schneehöhlen gebaut - nun schreibe ich .. was  ist besser?“

4. „Wir lütten, lütten, luerlüttjen Minschenkinner!“

1936

H.C. als Mitglied der Erfurter Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften genannt – wird jedoch vom Stadtarchiv Erfurt nicht bestätigt.

1936

Herbst: 1.Kulturabend der NSDAP in Hamburg-Harvestehude-Rotherbaum. Prof. Robert Petsch. „H.C. lees vun sien egen Verse vör, de de Hörers an’t Hart grepen.“ In: Hamburger Fremdenblatt. Düt un Dat 1936.

1936

Das Recht der niederdt. Sprache. Anmerkungen über Moritz Jahn und H.C. In: IR. 2.J. II. H.11.  Febr.1936. S.1445.

1936

Hammond-Norden: Ein „Plattdüütsch Kinnerbook“ im Verlag Otto Meißner, Hamburg, mit Beiträgen von H.C., alles im „Einheits-Platt“. In: ND. 41.J.  Jan.1936. S.35.

1936

H.C. - wichtigster und tiefster Gestalter des niederdt. Menschen in der niederdt. Landschaft. In: IR. 3.J. I. S.800. 1936/37.

1936

H.C. hielt in der Fichte-Gesellschaft zu Hamburg einen eindrucksvollen Abend. In: MQ. 29.J. Nr.2.  Frühjahr 1936. S.58.

1936

Hermann Claudius inmitten seiner Komponisten bei den Kasseler Musiktagen. (Aufn.: Haefeker) Karl Marx (links) und Walther Hensel (rechts),

In:  Hamburger Tageblatt. 8.J. Nr.283. 15.10.1936. S.1.

1936

Ihlenfeld, Kurt: Dichtung und Sitte. Zur Frage der christlichen Dichtung; darin über H.C. In: ECK.  12.J. H.12. Dez.1936. S.505-514.

1936

Übertragung des Gedichtes „Wenn“ von R. Kipling durch H.C. auf Wunsch von Hans Grimm. In: IR.  2.J. II. H.12. März 1936. S.1587. In: IR. 3.J. I. H.2. Mai 1936. S.256.

1936

Metelmann, Ernst: Das neue deutsche Gedicht.

„Wesen und Amt des Lyrikers -  Liste der wesentlichsten Gedichtbände unserer Zeit.(...) in den stillen Strophen von Hermann Claudius und Johannes Linke“. In: Der Einblatt-Katalog. Eine Bücher-Auswahl. Hrsg. Fritz Schledt. Einblatt -Katalog 14  Reihe Deutsche Dichtung Blatt 2. Leipzig 1936. von H.C. genannt: Daß dein Herz fest sei und Meine geliebten Claudius-Gedichte, hrsg. Hans Grimm.

1936

Wagner, Ferdinand: Einführung in einen Vortrag über die junge deutsche Dichtung. Mit einem Gedicht von Hermann Claudius: Weisse Rosen - Und es gibt Rosen (U 51). In: Deutsche Zeitung von Mexiko. Unterhaltungs-Beilage. Nr.113. 26.9.1936. S.3.

1936

Handschriftliche Notiz auf einer Tafel der Sammlung „Deutsche Kunst“ (Roselius): Kaiserpfalz Eger. Aufgang zum Chor der Oberkapelle mit Alabastersäule in der Kaiserloge: „1936: Mein Name oben in der Säule. HermClaudius“.

1936.01.06.

Das Hamburger Fremdenblatt (Broschek & Co) überweist einen Betrag von 20 RM. Rückseite Stempel: „Hamburger Illustrierte“.

1936.02.14.

H.C. an Grimm [5;75]:

1. H.C. hat auf Grimms Wunsch die Übertragung eines Gedichts von Kipling gefertigt, die Grimm nützen konnte.

2. Er dankt für die Einladung nach Lippoldsberg.

3. Seine Tochter Ursula (geb. 1919) muss am Blinddarm operiert werden. Sie will Musik in Spandau studieren, liebt Kirchenmusik. Wieder Geldsorgen!

4. Er schrieb an Beumelburg um Hilfe der Akademie, die bei unwürdiger Lebenslage (nicht-standesmäßiger!) Zuschuss leiste.

5. Er hat seine 80jährige Mutter zu unterhalten, die sich von seinem Bruder (Paul) getrennt hat.

1936.02.29.

Hermann Claudius las im Deutschen Sprachverein Osnabrück.

In: Osnabrücker Tageblatt. 2.3.1936.

In: Osnabrücker Zeitung. März 1936.

Brief des Leiters des Sprachvereins Otto Soostmann vom 4.3.1936 an Hermann Claudius.

1936.03.13.

H.C. an Grimm [5;76]:

1. H.C. ist am 12.+13.3. mit dem Major a.D. v.Cranach zusammen, isst mit ihm bei Schümann und war in der Kunsthalle. H.C. möchte ihn in Lippoldsberg dabei haben.

2. Beumelburg und Akademie haben nicht geantwortet.

3. Abends mit Cranach bei Prof. Lenz im Vortrag: Vererbung

4. H.C. legt ein Gedicht aus der Nationalzeitung hinzu - womit er aber kein politischer Dichter im Sinne Kiplings sein will: Deutschland = Gott hört die Völker (Q).

1936.04.

Hermann Claudius liest aus eigenen Werken - Eckart-Kreis in Leipzig - April 1936?

1936.05.17.

H.C. an Grimm [5;77]:

1. H.C. hatte Lesungen in Leipzig (3x), Halle, Delitzsch, Chemnitz und Dresden - soll am 2.7. in Essen lesen.

2. „Ist  Ernst Wiechert wegen seiner Rede im Auditorium maximum in München in Schutzhaft genommen worden? Ich hörte es von mehreren Seiten, ohne es glauben zu können. In diesem Falle gilt meine Anfrage Ihnen als einem der Senatoren der Akademie.“ Grimms Antwort (Postbuch) vom 18.5. ist nicht erhalten.

3. Pezold antwortet immer noch nicht wegen des Meister Bertram, den er von der Hanseatischen endlich übernehmen soll.

4. H.C. hat einen Geschichtenband von ca. 6 Bogen und einen guten Lyrikband von mindestens demselben Umfange zur Verfügung. „Mit diesen Gedichten fand ich einen starken innerlichen Erfolg an allen letzten Abenden. Man fragte, wo diese Verse zu bekommen seien.“

5. „Will Vesper sah ich in Meißen. Meine Frau und ich aßen bei ihm. Er ist ein seltsamer Idealist - oder auch nicht? - Aber das helle Gesicht Arndt von Kirchbachs verwischte das seinige in meiner Erinnerung dennoch vollständig, obwohl ich den Geistlichen Herrn und weiland Rittmeister im Generalstabe nur kurze Augenblicke sprach“.

1936.05.22.

H.C. in St. Peter/Nordsee - Goldener Schlüssel (Karte von A. Zinn).

1936.06.24.

Dichtertreffen bei Hans Grimm, mit Foto von H.C. In: Die Neue Literatur. Leipzig. 37.J. H.8.  Aug.1936. S.483. 38.J. H.7. Juli 1937. S.348.

1936.06.24.

Bartels, Adolf Georg: Hans Grimm lädt ein. Teil II; darin über Hermann Claudius. In: Göttinger Nachrichten. 4.J. Nr.148. S.2-3. 27./28.6.1936.

1936.06.24.

Tagung 24.6.-30.6.1936 - Grimm lädt am 11.2.36 zur 3. Lippoldsberger Tagung (die beiden ersten 1934/1935) ein (Original unter den Grimm-Briefen), für die H.C. am 17.5. herzlich dankt   [5;77]. H.C.s Eindruck darüber in einem Brief vom 15.7.36.

1936.06.28.

Sonntag: Claudius liest in Lippoldsberg vgl. 15.7.

1936.06.30.

G.K.: Lippoldsberger Nachklänge 1936: Dichtung aus nationaler Verantwortung. In: Göttinger Nachrichten. Nr. 150. 30.6.1936.

1936.07.01.

G.K.: Schöpferische Gemeinschaft. Das Dichtertreffen bei Hans Grimm. In: Hamburger Tageblatt. 8.J. Nr.177. S.2. 1.7.1936.

1936.07.02.

H.C. liest in Essen [5;77/78]

1936.07.15.

H.C. an Grimm [5;78]:

1. H.C. las im „Inneren Reich“ Juli 1936 eine Geschichte von Karl Kaltwasser um den Roman „Volk ohne Raum“ und berichtet darüber.

2. H.C. schildert seine Eindrücke von der 3. Lippoldsberger Tagung (Bloem und v.Brehm, Münchhausen, Bedenken zu Schröders Lesung).

3. „Ich freue mich, daß mein Lesen oder Sprechen am Sonntag [28.6.] den Gästen und Freunden gefallen hat [Es war später in Essen 2.7. ebenso]. Aber die Leute sehen mich hinter meinen Versen doch wohl heute anders als ich wirklich bin. Und ich komme mir oftmals schmählich vor. (...) Im letzten meiner Lyrikbücher [D 49] steht ein Gedicht, das ich lange Jahre an der Wand meiner Arbeitsstube kleben hatte: Moll-Akkord [= Das ist so ungeheuer...] An dieses Gedicht mußte ich an jenem Sonntage lebhaft denken - wir Poeten sind doch letzten Endes sehr allein auf dieser lieben Erde.“ - vgl. dazu den Antwortbrief von Grimm vom 16.7.36.

4. Grüße an Frau Addy, Sohn Wernt, Tochter Holle und Luise Siebel.

1936.07.25.

Niederdeutscher Dichtertag in Bad Doberan, jedoch ohne H.C. In: NL. 37.J. H.9. Sept.1936  S.553. In: Mecklenburgische Monatshefte. 12.J.  H.140. Aug.1936. S.442-443.

1936.08.06.

H.C. an Grimm [5;78]:

1. Grimm hatte Vertonungen zu 3 Gedichten übersandt, die aber bereits mehrfach und besser vertont wurden - Noten liegen aber nicht vor.

2. H.C. sucht für Tochter Ursula eine Haustochter-Stellung in einer Familie, wo die Verhältnisse weiter sind als am Primelweg 8.

3. Verhältnis zwischen Schriftstellertum und Persönlichkeit. „Unsere Seele ist ein Stücklein Ewig.“ [5;79].

4. H.C. soll in Kürze an Grimms Stelle in Flensburg sprechen. „Das Mädel machte so große Augen, daß ich ja sagte, falls Sie nicht kämen“ - Grenzpatriotismus.[5;79].

1936.08.28.

H.C. an Grimm  [5;80]:

1. H.C. hatte dem Langen-Verlag vor 2-3 Monaten 3 Manuskripte (Prosa, ähnlich den beiden Bändchen der Kl. Bücherei), Lyrik (Gedichte vor meinem Aquarium, ein Zyklus) und einen starken Band neuer religiöser Lyrik und Natur-Lyrik zugesandt.

2. Nach einem Brief von H.C. an Grimm vom 8.9.36 scheint sich H.C. auf Grimms und Langens (Pezold und Geheeb) Rat entschieden zu haben, den Prosaband (wahrscheinlich Vetter Emil)  zurückzuholen. [5;81]

3. Andere große Verlage machten ihm Angebote.

1936.09.04./06.

Erste Zusammenkunft des Eutiner Kreises. H.C. soll dem Vorstand des Kreises beitreten.

1936.09.04.-07.

Bildung des Eutiner Dichterkreises - Niederdeutscher Dichtertag in Bad Doberan (25.7.36) jedoch ohne H.C.

In: MQ. 30.J. Nr.1. Frühjahr 1937. S.17.

In: NL. 37.J. H.9. Sept.1936. S.553.

Gruppenfoto der Teilnehmer des Eutiner Kreises (Foto: Geisler) mit Hermann Claudius. In:  Niederdeutsche Welt. Lübeck. 11.J. H. 11.  Nov.1936. S.347.

1936.09.08.

H.C. an Grimm [5;81]:

1. H.C. ist zusammen mit Frenssen, Helene Voigt-Diederichs und Ehrke in Eutin (offenbar auf einem Dichtertreffen) gewesen. Der Regierungspräsident Böhmker will ihn im Eutinischen gern ansiedeln; H.C. zeigt keine rechte Neigung.

2. Es kam ein „Eutiner Almanach“ heraus, in dem 6 Sonette von H.C. stehen. Begegnung mit der K.K. Hoheit der Prinzessin von Schaumburg-Lippe - „reizende Scene!“

3. „Meiner Frau gehts etwas besser. Ihretwegen wollte ich in die Breite und Ruhe freierer Natur - aber ...“

1936.09.23.

Althaus, Paul. Neue Lieder! darin über H.C. In:  Allgemeine Evangelisch-Lutherische Kirchenzeitung. Leipzig. 69.J. Nr.39. S.919. 25.9.1936.

1936.09.25.

Specht, Otto: Vereinigung „Niederdt. Hamburg“ - Tagung 25.-27.9.1936 in Bergedorf. Hans Langmaack liest für H.C. In: MQ. 30.J. Nr.1. Frühjahr 1937. S.14.

1936.10.

Foto: Prof. Fritz Höger und H.C. Der Architekt und der Dichter während der 3. Reichstagung der Nordischen Gesellschaft in Lübeck. In: Die Neue Literatur, Leipzig. 37.J. H.10. Okt. 1936. bei S.560.

1936.11.

Neben anderen trägt Hermann Claudius die eigenwilligen Wünsche des Schrifttums vor - H.C. las im Rittersaal des Schlosses. In:  Niederdeutsche Welt. Lübeck. 11.J. H. 11.  Nov.1936. S.349/350.

1936.11.04.

Hans Franck an H.C. [2]:

1. Claudius' Frau Franziska ist herzkrank.

2. H.C. hat während der Woche des Buches in Wandsbek gelesen. Hans Franck soll unabhängig davon Ende Januar oder Febr. 37 in Wandsbek lesen.

1936.11.11.

Hans Franck an H.C. [2]:

„Wenn Deine Tochter [Ulla] so gut wie Du schreibst, Flügel spielt, dann soll sie doch mal herkommen und allein oder mit mir zusammen Bach auf meinem Bechstein spielen!“

1936.11.14.

H.C. liest in Hameln. Zweiter Dichterabend der Bücherstube Seifert.

1936.11.26.

H.C. an Grimm [5;82]:

1. „Und weiter wachsen Gott und Welt“, das neue Versbuch ist erschienen. Es waren zuerst fast 200 Gedichte. Kurt Matthies und H.C. haben 56 herausgesucht. „Es erscheint gleichzeitig mit der dick-vergoldeten ‚Späten Krone’ meines Antipoden in Apoll: Josef Weinheber, den ich morgen abend hier hören und sehen werde.“

2. Luise Siebel (Grimms Mitarbeiterin) ist vor einigen Wochen gestorben (Selbstmord??).

3. H.C. hat „dicke Einladungen“ nach Berlin. „Da aber ‚Frackzwang’ vorgeschrieben ist, so bleibe ich lieber zu Hause. Die Unkosten wären auch ohne Frackbauen noch groß genug gewesen.“

4. H.C. hat neulich in Berlin auf Lese-Vormittagen Josef Magnus Wehner kennen und lieben gelernt.

5. „Was im übrigen die Hohe Politik (Japan!) angeht, liegt mir wie ein kommender Schnupfen in den Gliedern“.

1936.12.05.

H.C. besucht am 5.12. das „Niederdeutsche Fest“, auf dem er - es war schon bald 12 Uhr - liest und wird von Senator von Allwörden kräftiglich beklatscht - „alberne Eitelkeit“ [5;83] - „Aber was Trachten und Eigenart angeht, so tanzte ich heute nacht mit echten Finkenwarder Deerns und echten Veerlanners in Originaltrachten“.

1936.12.06.

H.C. an Grimm [5;83]:

1. H.C. hat morgens einen Kater von gestern nacht.

2. H.C. dankt Grimm und dessen Frau für die Einladung und wird natürlich mitfahren. „Also sehen wir uns am 10.“ Dezember.

3. Lesung in Hannover hat sich zerschlagen.

1937

Budich, Carl: Kleiner Frühlingsspaziergang durch die plattdt. Dichtung. In: Monatshefte Mecklenburg-Lübeck. Schwerin. 13.J. H.149. Mai 1937. S.276-287.

1937

H.C.-Lesung im Eckart-Kreis in Waldenburg, Breslau, Glogau. In: ECK. 13.J. H.2. Febr.1937  S.96; dazu Fahrplan einer mehrtägigen Lese-Reise ab Hamburg.

1937

Langenbucher, Hellmuth: Volkhafte Dichtung der Zeit. Berlin 1937. 3.Aufl.-Neufassung: Junker & Dünnhaupt. Darin H.C.: S.182-184, 419, 485; Foto: S.144.

1937

Moens, Wies: Boekbeschouwing. Nederduitsche Vertellingen. In: Dietbrand. 4.J. Nr.7. Juli 1937.  S.236.

1937

Petsch, Robert: Hochdt. Dichter von der Niederelbe. In: „Das niederdeutsche Hamburg“/Schulungsblätter. Heft 6. Hamburg 1937: Boysen-Verlag. Darin H.C.: S.31/32.

1937

Teske, Hans: Die nddt. Dichtung seit Klaus Groth. In: DEVLAG. Köln. 1.J. 1937. S.160-178

1937

Teske, Hans: Die niederdeutsche Dichtung. In:  „Das niederdeutsche Hamburg“ / Schulungsblätter  Heft 6. Hamburg 1937: Boysen-Verlag. S.3-17. Darin über H.C.: S.17.

1937.02.12.

H.C. an Grimm [5;84]:

1. Spontaner Gefühlsausbruch nach der Lektüre in den Werken Hans Grimms: „Daß Sie der eine Epiker für mich sind, bei dem die Andacht durchhält und bei dem ich die Geschichten richtig zu Ende lese und zwischen den Zeilen lese und nach dem Lesen noch das Gefühl im Körper habe oder in der Seele auch, wie man bei längerem Reiten und lange nach dem Absitzen noch das Reiten im Körper fühlt“.

2. „Der Meister Bertram (schreibt Pezold) soll noch in diesem Jahre neu heraus. Pezold schrieb sehr nett. Auch die plattdeutsche Geschichte [Stummel - 200 Seiten] will er übernehmen als Gegenstück zu Mank Muern.“

1937.03.09.

„Volkhafte Dichtung der Zeit“. Dichterlesungen im Vortragsring der NS-Kulturgemeinde Hamburg. Februar/April 1937. Es lesen aus eigenen Werken: Hermann Claudius  Dienstag, den 9. März. Die Vorträge finden statt im Saal der Patriotischen Gesellschaft, Trostbrücke 6 und beginnen 20.30 Uhr. Musikalische Umrahmung durch das Kammerorchester der NS-Kulturgemeinde.

1937.03.11.

H.C. an Grimm [5;85]:

1. „Gestern abend [10.3.], nachdem ich für 50 M einen großen Abend der NS-Kulturgemeinde gelesen hatte, erfuhr ich z.B. durch Schwätzer, daß unser lieber guter Hermann Stehr 300 M für den Abend in derselben Art erhalten habe.“

2. „Für den Propyläenverlag habe ich dieses und jenes Buch kritisiert und damit meine Bibliothek aufgefrischt. Weiter bislang nichts.“

3. „Ihren Artikel über unsern englischen Freund las ich gern. Im ‚Deutschen Volkstum’ war gleichzeitig ein Angriff auf W. wegen seiner Ansicht vom ‚Österreicher’“.

1937.03.16.

H.C. an Grimm [5;86]:

1. H.C. freut sich über Grimms Einladung zum Juni (Lippoldsberger Tagung). „Ich werde gern dabei sein.“

2. „In Rüdesheim lernte ich in der Tagung der HJ-Führung Franz Tumler (Linz) kennen: ein prächtiger Kerl und jung! Kennt v. Brehm gut, Ist ganz Österreicher. Kennen Sie sein schönes Epos: Das Tal von Lansa und Derra? Könnte der mit dabei sein!“

3. Ulla fährt in einigen Tagen nach Seeg ab.

4. „In Rüdesheim hatte ich ein Rencontre mit Nonnenbruch, der im wissenschaftlichen Vortrag sagte: Wir seien heute Herren über unser Schicksal. Da meinte ich, vor den vielen jungen Menschen mein Wort sagen zu müssen, was Schicksal sei. Und zu meiner Freude war er ziemlich platt und die Jungen fröhlich auf meiner Seite.“

5. „Das Volkstum sah ich nur flüchtig - Äußerungen zu Wilhelm Stapel - sonst ein ehrlicher Mann und hat gewiß Ehrfurcht vor allem, was etwas ist. - Daß er immer bellt (...) Er ist stammesgemäß von Vater- und Mutterseite: Wende“ (Salzwedel).

6. H.C. dankt für guten Rat in Sachen Storm. „Ich schrieb in diesem Sinne“ gemeint ist der Artikel in „Die großen Deutschen“ - Propyläen 1937.

1937.05.03.

H.C. schreibt ebenso wie Franziska und Tochter Trudel aus Worpswede an Tochter Hedda.

1937.05.11.

H.C. an Grimm [5;100]:

1. „Ich schreibe im Grunde aus einem Gefühl innerer Leere heraus“ - er fühlt sich alt werden, Rheuma. „Ich bin gewißlich ein undankbares Kind des lieben Herrgotts. Ich sage es mir auch den Tag über und im Einschlafen und Aufwachen hundertmal. Aber es hilft nicht.“

2. Sehnt sich nach seiner Tochter Ulla, die bei Dwinger ihr Pflichtjahr absolviert, Herrn Dwinger aber gar nicht mag.

3. H.C. ist von Grimm mit anderen Dichtern nach Lippoldsberg eingeladen, hat allerdings wenig Mut und keine Lust zu den langen Abenden.

4. H.C. soll Kurzgeschichten schreiben. Ihm fällt nichts ein. „Ich bin als Poet so tot wie ein Stock, der die Rose hält“.

5. „Es ist da noch Eines. Das ist aber so töricht und dabei doch so herzenssonderbar, daß ich nicht davon schreiben mag und kann und darf“ - (wahrscheinlich das „Gretel-Erlebnis“ - vgl. [3; Blatt 2 Nr. 10].

6. Anfang Sept. 1937 schreibt H.C. an Grimm    [5;103] „Das Herz will immer noch nicht der Weisheit der Jahre Rechnung tragen (...) ich halte es aber solange hin, bis es wieder ruhig steht“.

1937.05.18.

H.C. an Grimm [5;101]:

„Ich freue mich sehr auf die Tage im Klosterhause; vorher werde ich noch in Leipzig lesen und wahrscheinlich mit meiner Frau Ulla im Allgäu besuchen.“ Dwinger meint, meine Frau und mich vom Klosterhaus nach Schluß der Tage mitnehmen zu können - d.h. so schreibt Ulla Ihr HermClaudius redivivus.“

1937.06.

4. Lippoldsberger Dichtertreffen mit H.C. In: NL  38.J. H.8. Aug. 1937. S.429.

Kempke, Maria: Chattenbühler Maiden zu Besuch. In: Das Maidenblatt. Aug. 1937. S.229-230.

Dr. Rothfuchs: Gütersloher in Lippoldsberg. In:  Gütersloher Zeitung. Erste Beilage. 127.J. Nr.157.   7.7.1937.

Fechter, Paul: Sommer auf dem Lippoldsberg. In:  Deutsche Zukunft. Berlin. 5.J. Nr.30. 25.7.1937.

1937.07.04.

Hermann Claudius liest in der Lesestunde ab 17 Uhr im Klosterhof zu Lippoldsberg.

1937.07.07.

H.C. an Grimm [5;102]:

Die Lippoldsberger Dichterwoche liegt unmittelbar hinter ihm. H.C. hat im Hamburger Tageblatt  (Nr.180 vom 6.7.37) darüber geschrieben, er moniert viele Druckfehler: „es ist dumm, daß ich ausgerechnet Dwinger nicht genannt zu haben scheine.“

1937.09.XX

H.C. an Grimm, vor dem 14.9.37 [5;103]:

1. „Ich schreibe jetzt an einer Biographie meines Ahnen für den Cotta-Verlag“ (Die Dichter der Deutschen. Matthias Claudius von Hermann Claudius. Cotta 1938, Vorwort vom Nov. 1937).

2. „Sonst ist hier und da ein gutes Gedicht entstanden. Auch korrigiere ich die Druckbogen der Neuauflage des Meister Bertram“ - 22.10.37  [5;104]: „Der M.B. ist da und geht gleich an Sie ab.“

3. Tochter Hedda heiratet am 30.9. den Lehrer Joachim Stave (Hamburg) „Er ist fast 2 m lang und ein großer Flötist vor dem Herrn“

4. „Kolbenheyer schrieb sehr freundlich, auch Binding. Blunck hat in Kopenhagen gelesen (...) man denke!“

5. „Ich werde nun doch nach Lodz und Danzig müssen. Am 30.11. lese ich in Frankfurt im Goethehaus.“

6. Sein Auto hat gebockt, sonst wären er und Franziska noch im August nach Lippoldsberg gekommen.

1937.09.26.

H.C. schreibt einen plattdeutschen Brief an Karl Stave, den Schwiegervater seiner Tochter Hedda, die den Lehrer Joachim Stave heiratet.

1937.10.01./03.

Zweite Zusammenkunft des Eutiner Kreises mit Hofmeier-Festkonzert im Schlosshotel zu Eutin. H.C. notiert auf der Einladungskarte: „War ich allein da. H.Sch.! C“.

1937.10.02.

R.G.Binding verteidigt in einem Brief an Jürgen Hahn-Butry H.C. gegenüber dem Herausgeber des Buches „Bücher der Mannschaft“ - S.25, 378/379. In: Binding, R.G: Die Briefe. Hrsg. von Ludwig Friedrich Barthel. Hamburg 1957: H. Dulk.

1937.10.22.

H.C. an Grimm [5;104]:

1. H.C. plant eine Lesereise über Soest, Riga, Danzig, Zoppot, Lüdenscheid, Hagen, Dortmund und Lippstadt; will auch (auf Grimms Anraten?) bei der HJ lesen - ( wo?).

2. H.C. hat unter der Hand erfahren, daß er mit einem Friedrich Franz Peters, der zwar ein formales Talent ist, aber noch nichts herausbrachte (als ein kleines Heft: Masken) den Schleswig-Holsteinischen Dichterpreis teilen soll = 500 M pro Nase. „Ich meine, das ablehnen zu müssen.“ Erbittet Grimms Meinung.

3. Meister Bertram ist da.

1937.10.28.

Dichterabend mit Hermann Claudius im Blauen Saal in Soest am 28.10.1937. cht.: Lieder von Dr. Ruhrmann. In: Westfälische Landeszeitung „Rote Erde“. 30.10.1937.

Roeder, Paul: Ein stimmungsvoller Abend. In:  Beobachter an der Haar. 30.10.1937.

1937.10.30.

Dichterabend Hermann Claudius in Riga, Schwarzhäuptersaal, für die Goethe-Gesellschaft. Wegen Erkrankung des Dichters musste dieser Vortrag jedoch ausfallen. In: Rigasche Rundschau. Nr.248. 27.10.1937. S.7. Nr.249  28.10.1937. S.3. Nr.250. 29.10.1937. S.5.      Nr.251. 30.10.1937. S.10.

1937.10.31.

str.: Hermann Claudius las in Danzig und Zoppot. In: Danziger Vorposten. 1.11.1937. S.5.

1937.11.03.

Hermann Claudius las in Lippstadt - Alsensaal. F.F.: Lippstadt erlebt einen Dichter. In: Westf. Landeszeitung „Rote Erde“. 5.11.37. W.L.:  Hermann Claudius las. In: Patriot. 4.11. und 5.11.37. In: Lippstädter Zeitung. 4.11.37.

Brief des Direktor Erich Müller vom 6.11.1937 an Hermann Claudius.

1937.11.30.

Freies Deutsches Hochstift - Frankfurter Goethemuseum. Winterprogramm 1937-38. 5  Einzelabende - Es lesen aus eigenen Werken die Dichter: Barthel - Griese - H.C. - Linke  im kleinen Saal des Saalbaus, abends 8.15 Uhr. Hermann Claudius liest am 30. November. Die Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts haben zu allen Veranstaltungen freien Eintritt für sich und ihre Familienmitglieder.

1937.11.30.

„Am 30.11.37 lese ich in Frankfurt im Goethehaus“ schrieb H.C. an Grimm im Sept. (vor 14.) [5;103].

1937.11.17.

Die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses haben beschlossen, H.C. für seine Verdienste um die deutsche Dichtung die Ehrengabe 1937 der Gesellschaft in Höhe von 500 RM zuzuerkennen. Im Vorstand: Dr. Kurt Oxenius, Dr. Albert Soergel, Dr. Alfred Schirmer.

1937.12.03.

H.C. liest im Gewandhaussaal in Bautzen im Rahmen des Vortrags- und Musikringes der KdF.

1937.12.17.

Die Gesellschaft der Bücherfreunde Chemnitz verleiht die Ehrengabe 1937 an H.C. Hinweise in:

In: Berliner Börsen-Zeitung. 21.12.1937.

In: Berliner Tageblatt. 21.12.1937.

In: Braunschweiger Neueste Nachrichten.  21.12.1937.

In: Bremer Zeitung. 22.12.1937.

In: Danziger Neueste Nachrichten. 21.12.1937.

In: Flensburger Nachrichten. 21.12.1937.

In: Hakenkreuzbanner Mannheim. 22.12.1937.

In: Hamburger Nachrichten. 22.12.1937.

In: Hannoverscher Kurier. 23.12.1937.

In: Hannoversches Tageblatt. 22.12.1937.

In: Kreuz-Zeitung Berlin. 22.12.1937.

In: Münsterischer Anzeiger. 27.12.1937.

In: National-Zeitung Essen. 21.12.1937.

In: Ostdeutsche Morgenpost Beuthen. 22.12.1937.

In: Rheinisch-Westfälische Zeitung Essen. 21.12.1937.

In: NL. H.1. Jan.1938. S.46.

Dazu: In: Schnack, Friedrich: Vorbildliche Bücherfreunde 1931. In: Die schöne Literatur  April 1928. In: Die Literatur. H.5. Febr.1930. S.305.

1937.12.01.

Born, Erich: Hermann Claudius las bei den Chemnitzer Bücherfreunden. In: Allgemeine Zeitung Chemnitz. Nr.336. S.11. 2.12.1937.

Haferkorn, Hans. In: Chemnitzer Neueste Nachrichten. Nr.281. 2.12.37.

Jacobs, Walter. In: Chemnitzer Tageszeitung.  Nr.281. S.2. 4.12.1937.

1938

Schmidt, Jochen: Doberan und Eutin. Eine Gegenüberstellung des Gemeinsamen und Gegensätzlichen. In: Nordische Rundschau. Kiel.     Nr.209. 7.9.1938.

1938

Schmidt-Wodder, Johannes; Rez. zu: Nitzschke. Schicksal, Sendung und Glaube der Nordmark. Wolfshagen-Scharbeutz: Westphal-Verlag. darin zu H.C. und Matthias H.C. In: Wartburg. Dt.evgl. Monatsschrift. Berlin. 37.J. 1938. S.218 und 225-231.

1938

„Jeden Morjn jeht die Sonne uff“. Bei Carl Zuckmayer 1931 in „Hauptmann von Köpenick“, Berlin: Propyläen. In: ECK. 1931. S.444.

1938

3. Niederdt. Dichtertag in Bad Doberan; mit Foto H.C. In: NL. 39.J. H.11. Nov.1938. S.572, 588, 591. In: Monatshefte für Mecklenburg-Schwerin.      14.J. 1938. S.324-326.

1938

Das kleine Buch der Dichterbilder. München 1938: Langen-Müller. Darin Foto H.C.: S.9, 66.

1938

Deutsche Dichter in Danzig. Im Anschluss an die Tagung in Bad Doberan. In: Danziger Vorposten.  23.8.1938. S.9. In: Danziger Vorposten. 24.8.1938. S.5.

1938

Eberhard, Otto: Zeugnisse deutscher Frömmigkeit von der Frühzeit bis heute. Leipzig 19381, 19402: Leipzig. S.102-103: Hermann Claudius Dichtungen.

1938

Goodloe, Jane F: Some German Poets at Home. (mit Foto H.C. u.a.). In: The American-German Review. Philadelphia, Pa. Vol IV. No.IV. June 1938. page 7-10.

1938

Heiß, Ernst: 100 Bändchen „Dichtung der Gegenwart“ bei Langen/Müller. In: Heimat und Reich. Bochum. 20.J. H.12. Dez.1938. S.480.

1938

Kulturarbeit in der HJ; dabei H.C. erwähnt. In:  Griesmayr/Würschinger: Idee und Gestalt der HJ. Leoni 1979: Druffel. S.135.

1938

Lindner, Gustav: Vier Jahre Beratung zur Fest- und Feiergestaltung in Hamburger Schulen. Darin über H.C. - Speelstücken (SP) und Bodderlicker (BO). In: Hamburger Lehrerzeitung. 17.J. Nr.15  S.360. 1.11.1938.

1938

Mrugowski, Alexander: Von niederdeutscher Dichtung; darin: H.C. versteht die reiche Klangfülle der plattdeutschen Sprache meisterhaft zu verwenden. In: Hamburger Lehrerzeitung. 17.J.  Nr.15. S.342. 1.11.1938.

1938

Plattdütsch Gill „Quickborn“ Kiel 1896. Vortragsabende - H.C. im Programm. In: MQ. 32.J. Nr.1/2. Spätherbst 1938. S.55/56.

1938

Rautenstrauch, Rolf: Junge niederdeutsche Dichtung. Eine Betrachtung. Darin H.C. erwähnt. In: Hamburger Lehrerzeitung. 17.J. Nr.15. S.343.  1.11.1938.

1938

Weinheber, Josef: Briefe 1938-1942. In:  Weinheber. Sämtliche Werke. Band V. Salzburg 1956: Otto Müller. Darin Briefe an H.C.: S.442-448; weiter erwähnt: S.334, 362, 373, 473, 478, 481, 658-661.

1938

Clasen, Georg: Vom Laienspielschaffen Hamburger Lehrer. In: Hamburger Lehrerzeitung.     17.J. Nr.5. S.73-74. 5.2.1938.

1938

Aus einem Aufsatz über Aers René de Clercq: „man nennt ihn das Herz Flanderns. Voll Zorn und Sporn, voll Sturm und Stille ist seine Dichtung (...)  Heinrich Lersch und Hermann Claudius sind ihm artverwandt“. In: Niederdeutsche Welt. Lübeck.    13.J. H.3. März 1938. S.67.

1938.01.27.

H.C. beim Quickborn-Abend im Patriotischen Gebäude Hamburg: Mecklenburg, du Bauernland. In: PL. 22.J. H.3-4. U II/1937.

1938.01.Mitte

H.C. scheint sich in dieser Zeit aus Gründen ehelicher Entfremdung aus dem Hause begeben zu haben.

Am 10.2.38 schreibt er an Grimm [5;105]: „Ich war 10 Tage von Hause weg und bin danach mit meiner Frau 14 Tage in der Göhrde gewesen (um sich zu versöhnen, was aber nicht recht gelingt). Aber es leimt sich nicht recht wieder zusammen. Und ich habe schwere Tage hinter - und am Ende noch schwere vor mir.“ vgl. Gretel-Erlebnis (17 jährig) - nach Unfall am 22.2.38 beendet.

Am 6.3.38 [5;108]: „Telephonat? Ja, Mitte Januar. Als ich (durch meinen Fortzug zu meinem Bruder) verspätet aufs Postamt 23 kam, meldete sich in München niemand mehr.“

1938.02.10.

H.C. an Grimm [5;105]:

1. „Von Geheeb hörte ich, daß Herr Pezold seit dem 17. Januar aus dem Verlage ausgeschieden sei.“

2. „Am 25.2. lese ich in Holzminden - die Lesung wurde aber verschoben: erst auf den 2.3., dann auf den 28.2.“

3. Nach der Lesung würde er in Lippoldsberg vorkommen - 1. März. „Ich habe viel zu beichtigen, hörte gern Ihr Urteil...“  vgl. oben!

1938.02.21.

H.C. besucht mit seiner Frau die Uraufführung des Schauspiels „Gudrun“ des jungen Dramatikers Thilo von Trotta im Nordmark-Theater in Schleswig. [3; Blatt 2  Nr. 10].

1938.02.22.

[3; Blatt 2 Nr. 10]:

Um 3 Uhr morgens fährt H.C. sich und seine Frau bei Einfeld gegen einen Baum. H.C. nicht verletzt - Franziska muss nach Neumünster ins Krankenhaus geschafft werden (3 Rippen gebrochen, Kopfwunde). H.C. verkauft seinen Wagen auf der Stelle für 60 RM. Aber schon am 6. März 1938 [5;108] schreibt er an Grimm. „Wo krieg ich bloß einen andern Wagen her?  Annoncieren Sie mal: der erste Volkswagen dem Volksdichter.“

1938.02.28. H.C. las abends in Holzminden (1 Std im Schulheim) und dazwischen morgens im Betrieb der Sperrholzfabrik. „Da war eine Cello-Dame, Anne-Marie St., die..  na..  ich bin jetzt ein verrückter Hund!“ Das scheint am 28.2.38 gewesen zu sein  [5;107+108].

1938.03.

Hermann Claudius liest im Haus der Technik. In:  Westfälische Zeitung Bielefeld. vom 12.3.1938.

1938.03.01.

[5;107]: auf diesen Tag meldet sich H.C. am 21.2.38 bei Grimm in Lippoldsberg an (um zu „beichtigen“). Es scheint aber nicht zu dem beabsichtigten Besuche gekommen zu sein  [5;108].

1938.03.03.

Claudius weilt am 3.3. vielmehr bei seiner Frau im Krankenhaus in Neumünster, die er am 7.3. in Hamburg zurückerwartet. „Es geht ihr gut.“

1938.03.06.

H.C. an Grimm [5;108]:

1. „Übrigens will Gretel nur ein letztes Mal sich mit mir sehen. Es ist und bleibt ein tapferes Mädel und - weiß Gott - gescheiter als der Kerl.“

2. „Wo krieg ich bloß einen andern Wagen her? Annoncieren Sie mal: der erste Volkswagen dem Volksdichter“

1938.03.07.

H.C. erwartet an diesem Tag seine Frau aus dem Krankenhaus (Neumünster) zurück.[5;108].

1938.03.22.

H.C. an Grimm [5;109]:

1. Ihm „scheint der Elan, mit dem Deutsch-Österreich gewonnen wird, so groß und überwältigend, daß unsere Sache mir recht unscheinbar daneben vorkommen will“ - Verhandlungen mit Langen-Verlag - Dr. Geheeb will Manuskripte haben oder Auskunft. Geheimnis um eine Sache?? [5;110]

2. „Meiner Frau geht es langsam besser - wenigstens, was das leibliche Wesen angeht. Im übrigen ist mir der Frühling noch nie so leer erschienen - oder so paradox - wie in diesem Lebensjahre. Das weiß der Himmel.“

1938.04.05.

H.C. zeigt bei der Deutschen Akademie der Dichtung an, dass er bisher kein Diplom über seine Mitgliedschaft erhalten habe. Für eine geplante Ausstellung wünscht er sich eine repräsentative Urkunde. Daraufhin antwortet die Akademie (Alexander Amersdorffer) in einem ausführlichen Schreiben vom 29.4.1938 und erläutert die Schwierigkeiten bei der Gestaltung der Urkunden. Vgl. auch Jens: Dichter zwischen rechts und links. a.a.O. S.214.

1938.04.06.

H.C. an Grimm [5;111]:

1. Das Hamburger Tageblatt bringt am 6.4. eine Notiz, nach welcher Hans Grimm bei Marienburg ein Grundstück erworben habe. „Mit einem lächelnden und einem tränenden Auge wünsche ich Ihnen Glück und Wernt und Hedi daneben! So erhoffe ich es, Sie auch mal als Gutsherrn dort begrüßen zu dürfen - und dort am Ende auch einmal on horseback zu kommen, nachdem ich nun als wagenloser Mann doppelte Lust dazu empfinde.“ - Die Verhandlungen in Ostpreußen und anschließend in ?? zerschlugen sich.

2. Dr Geheeb hat noch nicht geantwortet. „Ich habe das Manuskript Der Stab (gegen 120 Gedichte, dazwischen 3 Zyklen) fertig liegen. Dazu käme evtl. der Prosaband kleiner Geschichten ‚Mein Vetter Emil und andere Geschichten’, der schon ein halbes Jahr bei Langen liegt, weil wir zuerst einen drittn Armantje-Band daraus machen wollten.“

3. „Die Gedichte ‚Der Stab’ hält meine Frau für gut; auch in Gütersloh las ich daraus vor kleinem Buchhändler etc-Kreise mit starker Zustimmung.“

4. Frau Franziska H.C. fügt hinzu: „Das Gröbste habe ich wohl überstanden“.

5. Tochter Ulla grüßt, auch Frl. Staubesand.

1938.04.24.

Hans Franck an H.C.:

1. „Im übrigen hast Du ja nun so großmächtige und viele Freunde, bist ein berühmter Mann geworden, erscheinst im ersten Verlage Deutschlands, aus dem ich rausgeschmissen worden bin, wozu beneidest Du mich Einsiedler“.

2. „Du bist wieder einmal mit Deinem ??? Vehikel gegen einen Baum gefahren und hast abermals  Deine liebe Frau für Wochen ins Krankenhaus befördert.“

H.C. schreibt die Apfel-Kantate für Twittenhoff (Urschrift), nennt das Gedicht zuerst: Apfelwunder.

1938.04.27.

H.C. in Berlin, wartet auf Visum nach Riga usw.

1938.04.28.

H.C. in Riga.

1938.04.29.

H.C. an Grimm [5;112]:

„Am 29. April las ich in Riga und hatte nicht nur einen überfüllten Saal, sondern auch einen durchschlagenden Erfolg. Es hat mich erschüttert, wie dankbar die deutschen Hörer waren.“ - Mit ihm speisen zwei Minister der Regierung im Hotel: Prof. Tentellis und Dr. Skrbers. - Prof. Otto von Petersen von der Herder-Hochschule in Riga lässt Grimm über H.C. bitten, im kommenden Herbst oder Winter zu einem Vortrag oder einer Lesung nach Riga zu kommen. „Ich soll dem Propaganda-Ministerium hier (in Berlin) Bericht schicken. Das will ich gern tun; aber man nannte mich: das innere Deutschland - soweit ich Kritiken schon las.“ [5;112].

1938.04.29.

Hermann Claudius liest für die Goethe-Gesellschaft im Saal des Deutschen Schauspiels in Riga (Foto). In: Rigasche Post. Nr.22 + 23. 24.4.1938. S.3 und 10 und 1.5.38. In: Rigasche Rundschau. 30.4.1938.

1938.05.03.

H.C. in Danzig.

1938.05.04.

H.C. in Berlin.

1938.05.08.

H.C. kündigt seinen neuen Lyrikband von ca. 200 Seiten an: Jeden Morgen geht die Sonne auf, dazu das neue Bändchen der Kleinen Bücherei Mein Vetter Emil. „Die Manuskripte liegen noch bei mir im Hause, bis Mitte Mai müßte Geheeb sie haben, um sie gleichzeitig mit dem Werbebuch des Herrn Numme Numsen für meinen 60. Geburtstag herauszubringen“ (Anfang September).

1938.06.

Beers, Jaques zur Sammlung „Neue Geistliche Gedichte“. Kassel. Vorbemerkung; darin H.C. - D 79. In: ECK. 14.J. H.6. Juni 1938. S.285.

1938.06.25.

Eine kleine Auswahl von H.C.-Gedichten - Herrn Dr. Ing. eh Karl Klingspor zu seinem 70. Geburtstag am 25.6.1938 vom Dichter dargebracht. In Beilage zum Jahrbuch „Imprimatur VIII“. In Claudius-Schrift gedruckt. Die Schrift erhielt ihren Namen zum Gedächtnis an Matthias Claudius und aus der Verehrung für dessen Urenkel H.C. Offenbach 1938. Frankfurt/Main.

1938.06.30.

H.C. auf dem Wege nach Bodenfelde-Lippoldsberg macht Station in Northeim.

1938.07.21.

H.C. an Grimm [5;114]:

Dr. Bruford war einen ganzen und guten Abend bei H.C. - „Er ist ein lieber Mann - aber in puncto Politik sind und bleiben alle Engländer scheußliche Kaliber: right or wrong - my country.“ „Wir einigten uns in der Verehrung für den Dichter Hans Grimm, und ich hoffe daß der Herrgott es besser wissen wird als Sie, der diesem Dichter den Hals abdrehen will (...) nein, das wird der Herrgott nicht zugeben. Ich bin (auf dessen Zeilen Sie lächelnd herabsehen mögen) Ihr alter HermClaudius, dem selber der Herrgott in letzter Minute zurecht half.“ (letztes gewiß in Anspielung auf das Gretel-Erlebnis).

1938.08.22.

Prof. D. Adriano Belli schickt Karte aus Venezia: Visitate L'Italia.

1938.08.29.

Wriede, Hinrich: Tagung der Fachgruppe „Niederdeutsch“ 29.8.-3.9.1938 auf Hof Thansen/Lüneburger Heide. H.C. als Teilnehmer. In: MQ. 32.J. Nr.1/2. Spätherbst 1938. S.30-31.

1938.09.

Dichtertreffen in der Heide. Foto-Schnappschuss mit H.C. - Fachgruppe „Niederdeutsch“ in der Landesleitung der Reichsschrifttumskammer, Gau Hamburg, trifft sich auf Hof Thansen in der Lüneburger Heide. Leitung: Hinrich Wriede. Dauer: 1 Woche. In: Hamburger Tageblatt. 7.9.1938 und 10.9.1938. In: Niederdeutsche Welt. Lübeck. 13.J. H.11. Nov. 1938. S.323/324.

1938.09.02.

H.C. auf Hof Thansen, Post Amelinghausen-Land. (Karte von Franziska an H.C.).

1938.09.

Dritte Tagung des Eutiner Dichterkreises. In:  MQ.  32.J. Nr.1/2. Spätherbst 1938. S.31. In: SHer.  19.J. H.10. Okt.1938. S.170-171.

Im Garten des Voß-Hauses wird dem Kreis von der Wehrmacht ein Ständchen gebracht. In: Leuteritz. 23.10.1938.

1938.09.10.

An diesem Tage erwartet Hans Franck seinen Freund Claudius in Frankenhorst (Postkarte von Fr an H.C. vom 8.9.1938). Ulla hat ihren Vater nach Frankenhorst begleitet. Rückkehr vor dem 20.9.38, vgl. [2],

1938.09.20.

vgl. [2]. H.C. hat zusammen mit seiner Tochter Ulla, die durch ihr Spiel viel Freude gemacht hat, Hans Franck in Frankenhorst besucht. Aus dem Brief geht hervor, daß Grimm sich damals in der Steiermark befindet und den Plan zu hegen scheint, nach Österreich überzusiedeln. Franck an H.C.: „Daß Du manchmal gegen mich gesündigt hast - und nicht nur im Geist, sondern auch mit Wort und Tat - habe ich immer gewußt. Es hat mich nie an Dir irremachen können.“

1938.10.

Neue Bücher zum 60. Geburtstag. In: IR. 5.J. II.  H.7/1938. S.843.

1938.10.

Ahlers, Rudolf: Deutsche Dichter in Weimar. In:  Monatshefte Mecklenburg-Lübeck. Schwerin. 14.J. H.168. Dez.1938. S.571.

1938.10.

Dietzenschmidt, F.A.: Dichter lesen aus eigenen Werken. Erste Großdeutsche Dichter-Tagung in Weimar. In: Berliner Tageblatt. 30.10.1938.

1938.10.

Ehmer, Wilhelm: Dichter-Begegnung. Erlebnisreiche Tage in Weimar; darin kurze Äußerung über Hermann Claudius. In: Die HJ. Berlin. 22.10.1938.

1938.10.22.

Hans Francks Gedicht für den 60jährigen H.C. Anschrift: „Hermann Claudius. Lehrer a. D. (außer Dienst) Dichter v. D. (vom Dienst) Mensch g.b.B.“ (ganz besonderer Beschaffenheit).

1938.10.23.

/24.Der Sender Hamburg und die deutschen Reichssender bringen Sendungen „Hermann Claudius“ zu seinem 60. Geburtstag.

1938.10.23.

Max Sidow bringt im Sender Hamburg eine Hörfolge „Hermann Claudius“; als Einleitung eine Schallaufnahme: Hermann Claudius „Wie ich berühmt wurde“.

1938.10.23.

Hinweis in Berliner Lokal-Anzeiger: Eine Fülle von Novellen und Aufsätzen hat der Dichter in den Scherl-Blättern, vor allem im Berliner Lokal-Anzeiger veröffentlicht.

1938.10.24.

Die Gemeindeverwaltung der Hansestadt Hamburg - Hauptverwaltungsamt (Lindemann) sendet an Staatsrat Dr. Becker einen Entwurf für ein Schreiben an H.C. zu dessen 60. Geburtstag. „Ich glaube, daß man nicht mehr sagen sollte, würde aber auch für richtig halten, daß man ungefähr das ausspricht, wie es der Entwurf vorsieht. Das ist nicht zu viel.“ Anlage: Entwurf

1938.10.28.

H.C. fährt gemeinsam mit K. Beste im Zug nach Weimar, wohnt im Kaiserin Auguste Hotel. Er muss wegen des Staatsaktes unter Goebbels bis Montag dort bleiben. Stettin wird verschoben. Grüße auch von Rudolf Erckmann, Fritz Irwahn, Rothacker.

1938.10.29.

H.C. bei der Großdeutschen Buchwoche in Weimar. Er schreibt eine Ansichtskarte aus dem großherzogl. Schloss, unterschrieben auch von Felix Timmermanns und anderen Poeten. „Armantje jung wie nie bei guten Kameraden!: Mario heil de Brentani“.

1938.10.30.

Lüdenscheider Musikvereinigung e.V. Leitung: Dr. Konrad Ameln. Werke zeitgenössischer Meister für Solo, Chor und Orchester; darin zu Texten von H.C.: Die Sonne sinkt von hinnen. Kl. Motette f. gem. Chor von Hugo Distler - Licht muß wieder werden; für gem. Chor von Hans Lang.

1938.10.XX

Brief von H.C. aus Warstede (Niederelbe) bei Dr. Groos an Hans Grimm [5;115]:

„Seit dem Münchener Führergespräch [Sudetenkrise] habe ich wieder und wieder Ihrer und der Englandfreundschaft gedacht, die nun plötzlich Realität geworden ist. - Oder: scheint?“ - Diese leisen Zweifel unterstützt Grimm in seiner Antwort am 9.10.38.

1938.11.02.

Hermann Claudius bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: „Bis ich da und dort und hin und her meinen hundertfältigen Dank auf persönlichere Art werde abtragen können, bitte ich alle, welche mir zu meinem 60. Geburtstage die Freude ihres Gedenkens bereitet haben, mit diesen öffentlichen Zeilen zunächst vorliebnehmen zu wollen.“ In: Hamburger Fremdenblatt. Abendausgabe. 2.11.1938.

1938.11.14.

H.C. in Haderslev.

1938.11.15.

H.C. in Apenrade.

1938.11.17.

H.C. in Sönderborg.

1938.11.20.

H.C. an seine Frau Franziska aus Lügum-Kloster, berichtet über seine Vorfahren in der Kirche.

1938.11.23.

H.C. in Kopenhagen.

1938.11.25.

H.C. in Hamburg zurück.

1938.12.

Weihnachts-Schulfeier um Hermann Claudius in der Kaiser-Karl-Schule in Itzehoe. In: Schleswig-Holsteinische Tageszeitung - Itzehoer Nachrichten. Nr.299. S.12. 22.12.1938.

1938.12.29.

H.C. an Grimm [5;116]:

H.C. hat 12 plattdeutsche Gedichte unter dem Titel „De Weg na Hus“ geschrieben - Gedichte zwischen Tod und Ewigkeit und dann 6 hochdeutsche desselben Charakters folgen lassen. Alverdes wird die plattdeutschen im März im „Inneren Reich“ bringen.

„Ich schrieb an August Winnig. Er antwortete mir nicht. Vielleicht kommt´s noch. Irgendetwas steht allerdings unsichtbar zwischen uns: eine gewisse Sattheit seines Wesens. Ganz paßt der Ausdruck zwar nicht hin.“

„Beumelburg schrieb freundlich. - Adriano Belli schrieb gestern. Von dem dicken Professor italiano (Gabetti), der in Lippoldsberg Anno 37 nicht in Dwingers Wagen paßte, hörte ich nichts mehr, obgleich er mir einen Ruf nach Rom versprochen hatte, vor einer deutschen Corona zu lesen.“

„Die Rigaer betteln wieder, daß ich Sie hinschicke!“

1939

Bannert, Willi Hans: Das Lied der Arbeit. Zitiert in Deutscher Kulturwart. Recklinghausen. 6.J. Mai 1939. S.19-24. Dabei wird H.C. fälschlich als Verfasser eines Gedichtes genannt, das aber von Fritz Woike stammt (Schaffende Hände).

1939

Tränckner, Christian: Plattdeutsches Schrifttum seit 1933. Hermann Claudius wird nur kurz erwähnt, weil Verf. nur auf plattdt. Ausgaben eingeht. Hinweis auf Kurt Matthies. In: Niederdeutsche Welt. Lübeck. 14.J. H.11.  Nov.1939. S. 292-298.

1939

Zu: „Das Buch der Christenheit“ - was H.C. über das Vaterunser schreibt. In: Wartburg. Dt. evgl. Monatsschrift. Berlin. 38.J. 1939. S.186.

1939

Bithell, Jethro: Modern German Literature 1880-1938. London 1939/19462: Methuen & Co; darin H.C.: S.305, 467-468.

1939

Grothe, Heinz: Das liebste Gedicht. Königsberg(Pr): Kanter-Verlag 1939. S.29: H.C. nennt auf die Anfrage nach dem liebsten Gedicht: Der Rosenbusch - Es haben meine wilden Rosen (U 49). Im Textabdruck 3.Zeile Fehler: windeleichten, dichten, losen statt lichten. Grothe war Schwiegersohn von Hans Franck.

1939

Gustav Dessin zu H.C. Gedicht „Deutsches Lied 1939“ - Sieh an den Baum in seiner Ruh. In: Frohes Leben. 3.J. H.19/20. 16.12.1939. Bertelsmann, Gütersloh.

1939

H.C.-Gedichte ins Vlämische übertragen: Decroos, J. - De Fabriekschoorsteen (Ma 21), Moens, Wies - Nachtlied (Ma 7), Decroos, J - Op de Heide (D 100), dto - Menigmaal (Md 54). In: Schütt, Hermann: Flandern - Niederdeutschland. Aus Hansischem Raum. Bd.8. Hamburg 1939: Hansischer Gildenverlag. S.35, 36, 111, 112.

1939

Pesch, Robert: Die lyrische Dichtkunst. Ihr Wesen und ihre Formen. Halle/Saale 1939: Max Niemeyer; darin über H.C.: S.19, 26, 40, 62.

1939

Wagenfeld, Karl (1869-1939). Der Nachlass enthält auch Briefe von H.C. Standort: UB Münster.

1939.01.06.

Der Reichssender Königsberg/Pr bringt eine Sendung von Günther Rukschcio: Matthias und Hermann Claudius, zwei Dichter des deutschen Herzens.

1939.01.20.

H.C. liest auf Einladung des Eckartkreises im Saal des Preußenhofes in Stettin, erstmals in Stettin.

1939.01.26.

H.C. liest auf Einladung der Nationalpolitischen Volksbildungsstätte im Auditorium maximum der Kieler Universität, Prof. Otto Mensing leitet plattdeutsch ein. Liedvertonungen von Prof. Andreas Hofmeier, Eutin - Im Anschluss signiert H.C. im Dozentenzimmer der Kieler Universität erworbene Bücher.

1939.02.15.

Im Evgl. Vereinshaus Braunschweig, Peter-Jos-Krahe-Str.11 findet ein Leseabend des bekannten Dichters Hermann Claudius, dem Urenkel des „Wandsbecker Boten“ statt. Seine Tochter (Ulla) wird in den Pausen auf dem Flügel Werke Joh. Seb. Bachs vortragen. Eintrittskarten im Evgl.Vereinshaus und in der Buchhandlung Wollermann & Bodenstab. Hinweis in: Braunschweigisches Volksblatt Nr.7. 12.2.1939.

1939.02.11.

H.C. liest in der Landesschule in Lunden/Dithmarschen.

1939.02.21.

H.C. liest in der Aula des Athenaeums in Stade. Stader Geschichts- und Heimatverein. Musik: u.a. Frau Speyer (Violine).

1939.03.08.

H.C. an Grimm [5;117]:

„Wir wollen uns nunmehr von hier an die Ostsee ziehen und haben schon den ersten Schritt zum Grundstückskauf getan: Niendorf mit Kiefernbestand. Man kam mir dort sehr entgegen.“

1939.03.20.

H.C. an Grimm am 8.3.39 [5;117]:

„Sagen Sie mir, bitte, ob Sie am 20.3. bei der Geburtstagsfeier Münchhausens in Hannover dabei sein werden oder nicht. Falls ich Sie dort sehen könnte, würde ich am Ende Lust haben zu kommen.“

1939.04.20.

Hitlers 50. Geburtstag. Ihm wird das Werk übergeben: Geschenk an den Führer zum 50. Geburtstag 1939. 100 Doppelseiten, OLn. Gr. 4º. Mit den Initialen AH auf dem Deckel. „Mein Führer! Am heutigen Tage grüßt Sie mit der ganzen Partei und dem ganzen deutschen Volke auch der deutsche Dichter. Er erscheint berufen, heute und in Zukunft das Erlebnis in Worten und Gesichten dem Volke zu übermitteln und dem politischen Werke verklärenden Ausdruck zu geben. Heil! Mein Führer! Alfred Rosenberg“. 100 Namen und Gedichte. Von diesem Buch gab es eine ledergebundene Ausgabe (von den Dichtern signiert) und nur wenige (3?) dieser Leinenausgabe. Angebot eines Antiquariats 1999: 1800 DM.– H.C. mit Führergedicht. Er berichtet, dass er den Band 1945 vernichtet habe.

1939.05.08.

H.C. in Italien: Rechnung über 286,30 Lire des Hotels Roma in Milano für Arrangiamento 8.-10.5.1939.

1939.05.25.

In einem Wohltätigkeitskonzert zugunsten notleidender Auslandsschweizer der „Vereinigung der heimgekehrten Auslandsschweizer Ortsgruppe Basel“ spielt der blinde Pianist Arturo Milesi zu eigenen H.C.-Vertonungen, es singt Erica Frauscher. Zu Liedern von Karl Marx singt Karl Theo Wagner, Baß-Bariton, Luzern. In: Basler Nachrichten. 26.5.1939. In: National Zeitung. Basel. Nr.240. 27.5.1939.

1939.07.

Treffen in Lippoldsberg 1939. In: Die Neue Schau. 9.J. Nr.5. Aug.1939. S.154.

1939.07.02.

5. Lippoldsberger Tagung. - H.C., der vorher mit seiner Frau in Tirol gewesen sein muss, hat am 2. Juli in Lippoldsberg u.a. auch einige in Bozen entstandene neue Gedichte vorgelesen, auf die Grimm am 3.7.39 in einem Brief an H.C. zu sprechen kommt und die H.C. seinerseits am 8. Juli 39 in einem Brief an Grimm erwähnt [5;118]. Seit dieser Tagung bekommt H.C. Grimm für mehr als 6 Jahre nicht zu sehen (vgl. H.C. an Grimm am 1.4.1946 [5;155 ].

1939.07.08.

H.C. an Grimm [5;118]:

1. H.C. hat gereimte Glossen oder Sottisen auf Mitglieder der Lippoldsberger Tagung verfasst („ganz für mich solo!“), die Grimm gefallen (vgl. Grimm an H.C. am 9.7.!) - H.C. sendet die beiden Gedichte an Grimm: Hans Friedrich Blunck und Hans Carossa.

2. H.C. berichtet vom 4tägigen Urlaub in Oberbozen und denkt von der Landschaft her: Deutschland! Daher die Überschrift: Sopra bolzano. - H.C. spricht von der Herzensnot der Südtyroler, die töricht glauben, der Führer hole auch sie heim!

3. Gerücht, dass Grimm nach Eger auswandern wolle.

4. H.C. erwartet Hausbau in Timmendorf für September.

5. Gabetti sagt, Carossa solle den Großen Dichterpreis Mussolinis bekommen, weil er goethisch wäre und damit die Brücke zur deutschen Dichtung von Italien aus.

6. H.C. dankt für Fotos: „Ich mag mich zwar immer weniger leiden“.

1939.07.08.

H.C. an Grimm [5;119]: Nachgang zu vorigem Brief.

1. H.C. war 3 Tage Gast in Göttingen bei Verleger Helmuth Ruprecht (= Deuerlichsche Verlagsbuchhandlung). Dieser möchte ein H.C.-Buch verlegen. Man kam auf eine Neuauflage des Hamburger Kinnerboks mit plattdeutschen Kindergedichten, die ursprünglich diesen Band gebildet hatten, dann aber „nach Hanfs Tod“ [Hanf-Verlag Hamburg] unter „der dummen Titeländerung Krup ünner und mit schlechten Zeichnungen von Theodor Hermann an Schünemann fiel, wo er tot liegt“ - Ein neuer Anlauf kam dann (mit neuen Versen) beim Quickbornverlag heraus (1924), Bodderlicker, sett di. „Ebenso tot, obwohl die Verse in Königsberg wie Köln aus meinem Munde immer gern gehört wurden.“

2. Ruprecht würde auch den plattdeutschen Roman von 1925 „Stummel“ (ohne Schlusskapitel) bringen, den Langen/Müller seinerzeit ablehnte (wegen der Verlorenheit eines plattdt. Romans).

1939.08.14.

H.C. an Grimm [5;120]:

1. H.C. teilt mit, „daß meine gute Franziska seit gut acht Tagen im Hafenkrankenhaus, Hamburg, Frauenabt. D II B) liegt und morgen oder übermorgen einer schwierigen Bauchoperation entgegengeht, durch die eine veraltete und bisher nicht erkannt gewesene Darm-Wucherung beseitigt werden soll: Im Alter von 60 Jahren immer ein Risiko. Aber Prof. Dr. Brütt, eine Autorität in der Chirurgie, ist guten Mutes.“ Muss 5-6 Wochen liegen. - vgl. 19.8.39 [5;121].

2. „Gerade als der Wagen meine Frau aus dem Hause holte, kam der Brief aus Eutin, daß uns das Grundstück in Timmendorf zugesprochen worden sei. Und der Hausplan lag auch dabei. Wie hätte ich mich gefreut - seufzte meine Frau.  Ihr Glaube auf sich selber ist immer wieder gering, soviel sie auch dem Arzte vertraut.“

3. Der Antäus-Verlag (Lübeck) bringt das Silberschiff in geringer Überarbeitung zu 2,80 RM neu heraus, Deuerlich das Hamborger Kinnerbok. Beides ist mir mehr eine Geldsache geworden“.

1939.08.19.

Dichtertagung in Bad Doberan August 1939. Für die Werkbüchereien preisgekrönter mecklenburgischer Betriebe werden Kassetten mit niederdeutscher Literatur verliehen, dazu gehört auch „Jeden Morgen geht die Sonne auf“. In:  Doberaner Nachrichten. Nr.192. 19.8.1939. In: Mecklenburgische Monatshefte. 15.J. H.177. Sept.1939. S.396 und 432.

1939.08.19.

H.C. an Grimm [5;121]:

1. H.C. hat vor Monaten in Braunschweig nach einem Vorleseabend und in Gegenwart von Will Vesper „Döhntje“ über Grimm erzählt und sie dann auf Drängen von Vesper veröffentlicht (wahrscheinlich in der D.A.Z. und in der „Neuen Literatur“ - H.8. Aug. 1939. S.381-384) unter dem Titel „Randleiste“ und zwar wahrscheinlich um den 10.-16. August 1939. H.C. kriegt es nachträglich mit der Angst, aber Grimm verhält sich großartig. „Übrigens sprach ich das betr. Gedicht in Lippoldsberg als quasi Abschied vom Klosterhaus. Es stand in der D.A.“

2. Meiner Frau geht es ausnehmend gut. Der Arzt ist über solche Heilkraft einer „alten Dame“ schier verblüfft. Aber ich habe auch täglich dabeigesessen und ihre Hand gehalten und mein Geheimnis dabei gehabt.“

1939.08.29.

Brief von Hans Franck an H.C.

1. H.C.s Frau Franziska ist erkrankt und muss eine Operation durchmachen.

2. Er beschwert sich über den Artikel von H.C. über Franck zum 30.7.1939 (60. Geburtstag) (in DAZ vom 27.7.39), in welchem H.C. ihn statt einen Dichter einen Literaten nennt (= Denunziation). Hierzu vgl. den Brief von H.C. an Grimm vom 2.+7.10.39 [5;122+123].

1939.10.02.

H.C. an Grimm [5;122]:

1. H.C. hofft, dass Grimm in seiner Arbeit nicht durch die Zeitumstände (Kriegsbeginn) leiden möge. „Ich bewundere unsere militärische Entscheidung, aber im übrigen begreife ich manches nicht. Dabei habe ich oft und oft an Ihr Wort von the two white nations gedacht. Und daß hinter Rußland Asien komme (...) So lebe ich in einer tiefen Unruhe der Seele, dazu noch die Krankheit der Frau tritt.“

2. „Paul Fechter hatte meiner Lyrik in der DAZ einen festen Platz erobert. Ich schrieb zu Hans Francks 60. Geburtstag ein paar Sätze. Fechter brachte sie auch. Ich selbst las sie und war über die Kargheit solcher Gratulation so erschrocken, daß ich H. Franck schrieb, er möge denken, ich habe unter einem bösen Stern geschrieben“. Er möchte den Kontakt zu Paul Fechter nicht verlieren.

3. „Projekt in Timmendorf ist vorbei: Meinen Sie, daß ich (um mein Geld zu halten) irgendwo etwas kaufe (Haus, Grundstück?).“

1939.10.03.

Die Reichsschrifttumskammer (Abt.Leiter Gerhard Schumann) berichtet über das Geschenkwerk zu Hitlers 50. Geburtstag und übermittelt über den Präsidenten Staatsrat Hans Johst den Dank des Führers. Weitere Pläne durch die Kriegsereignisse vereitelt!

1939.10.06.

H.C. an Grimm [5;123]:

Franziska kommt an diesem Tage aus dem Krankenhaus. „Sie freute sich über die Autofahrt heim wie ein Kind! Ich hatte die größten Äpfel auf eine Schale gelegt.“

1939.10.07.

H.C. an Grimm [5;123]:

1. „Der Hans Franck Artikel ist diesen Zeilen beigelegt. Vor allem der Satz: seine Selbstbewußtheit sei Hans Franck in die Stimme gestiegen, ärgerte mich beim Lesen so, daß ich stantepe den dummen Verteidigungsbrief schrieb. Ich muß allerdings sagen, daß HF doch allgemein zu wenig anerkannt wird.“

2. „Sollte England der Führerrede nicht doch noch entgegenkommen?“

3. Ausführungen zu August Winnig und sein Verhalten in Ostpreußen: Polen - Korridor. „Daß ich im übrigen seine Christengläubigkeit nicht unbedingt liebe, wissen Sie ja bereits“

1939.10.17.

An diesem Tage soll H.C. in Leipzig lesen, wie er Grimm am 16.10. mitteilt.

1939.12.

Das Neuwerk-Haus eröffnet mit H.C.-Dichterabend seine Winter-Abende. Karl Vötterle begrüßt.

1939.12.01.

Das Gästebuch - Im Dienst des wirkenden Wortes. Eintragung von H.C. in Kassel am 1.12.1939. In: Die Neue Schau. Kassel. 4.J. H.1/2. April/Mai 1942. S.31.

1939.12.

H.C. liest in der Goethegesellschaft in Dresden.

1939.12.06.

H.C. liest auf Einladung der Schlesischen Gesellschaft für Schrifttum im Volksbildungshaus in Liegnitz.

1939/H

H = Das Führergedicht und seine Folgen:

1939/H

Dichtergabe zu Hitlers 50. Geburtstag. Original in Marbach. Angebot im Antiquariat 1999 für 1800 DM (mit Angabe des Textes).

Hans Carossa, Ungleiche Welten. Hermann Claudius „Herrgott steh dem Führer bei“ - geschrieben auf Anforderung  schon 1937. Agnes Miegel. R.A. Schröder. Ina Seidel.

1939/H

1939.10.03. Die Reichsschrifttumskammer (Abt.Leiter Gerhard Schumann) berichtet über das Geschenkwerk zu Hitlers 50. Geburtstag und übermittelt über den Präsidenten Staatsrat Hans Johst den Dank des Führers. Weitere Pläne durch die Kriegsereignisse vereitelt!

1939/H

Gulbransson, Olaf. Zeichnung mit Bemerkung: Gott steh uns allen bei.

1939/H

R.A. Schröder wehrt sich angeblich gegen die Aufnahme. Aber er schreibt 1939 auch: „Der Führer hat gerufen“; vgl. Westf. Anz. 1996.

1939/H

Joseph Müller-Hoyer schreibt am 1.1.1947 an H.C. zu dem Führergedicht und seiner Vertonung.

1940

Beyer, Werner J.: Zu: Ewiges Deutschland. Ein deutsches Hausbuch. 2. Folge 1940; darin Matthias H.C. und sein „großer Enkel“ Hermann.

1940

Haas, Walter. Niederdeutsches Theater: In: Hansische Hochschul-Zeitung, Hamburg: 21.J.  H.12. Dez.1940. S.292-293.

1940

Mrugowski, Alexander: Rez. zur Ausgabe „Der Wagen 1940“ - ein Lübeckisches Jahrbuch; darin zu Gedichten: „Neben Hermann Claudius, dessen Verse einen so ruhigen und manchmal still-ergebenen Klang erhalten haben, stehen männlich-härtere Weisen von (...). In:  Niederdeutsche Welt. Lübeck. 15.J. H 3. März 1940. U III.

1940

Sablotny, E. und Schmudde, A. (Hrsg.): Ewiges Volk. Ein Lesebuch für höhere Schulen. 8.Bd. Leipzig: Quelle & Meyer o.J. Darin Abschnitt: „Künder und Deuter völkischen Lebens und völkischer Kultur“ mit 2 Gedichten von H.C. - S.300-301. Biographische Angaben zu H.C.: S.346.

1940

„H.C. beschwört unser Verflochtensein in das Kommen und Gehen der Geschlechter“. In:  Frohes Leben. Hrsg. Gustav Dessin. Gütersloh: Bertelsmann. 4. J. H.3. 10.2.1940.

1940.01.10.

H.C. liest für die Volksbildungsstätte im Haus der Technik in Essen.

1940.01.25.

H.C. an Grimm [5;124]:

1. Auf der Suche nach dem Haus - immer stimmt irgend etwas nicht: einmal das Haus, das andere Mal die Gegend. „Hamburg will nicht, daß ich fortgehe und bietet mir Hilfe an, wahrscheinlich eine zinsfreie Hypothek. Meiner Frau geht es im Ganzen gut. Sie war gestern tapfer mit zur Besichtigung: Bahrenfeld Drift 210. Aber rundum Öde, dazu Flugplatz und zwei Fabriken!“

2. „Ich soll für Luser-Wien über Hamburg eine Epistel schreiben. Was ist Hamburg heute?“

1940.02.06.

H.C. an Grimm [5;125]:

1. Bahrenfeld ist als neuer Ort für H.C. erledigt.

2. Das gekaufte Haus (18500 M) befindet sich im bäurischen Nachbardorfe Hummelsbüttel, 20 Min von der Hochbahnstation Fuhlsbüttel und macht einen stillen honetten Eindruck. „Primelweg 8 war noch nie mein Haus, sondern Mietswohnung, für die ich im Laufe von 30 Jahren jetzt sage und schreibe 20 000 M Miete gezahlt habe. Meine Frau ist lauter Freude und Erwartung und voller Pläne. Schon darum war der Hauskauf eine gute Sache.“

3. Ab 1. April: Hummelsbüttel, Dorfstraße 26, Eschenhus. (Skizze mit den drei Eschen und einer Pappel).

1940.02.13.

Hermann-Claudius-Abend in Görlitz. H.C. liest, Musik von Karl Marx und Eberhard Wenzel - Programm.

1940.03.

Im Anschluss an einen Aufsatz von Paul Höffer zur Textfrage (März 1940) äußert sich Josef Weinheber gegenteilig: Er spricht von dem reichen lyrischen Werk der Lebenden und zählt dazu an erster Stelle Hermann Claudius. In: Die Musikpflege 11. 3. Leipzig 1940/41. S. 53-67.

1940.04.25.

H.C. kommt nach Seesen.

1940.08.

Zum Matthias-Claudius-Jubiläum hielt H.C. eine Ansprache in Reinfeld. In: ECK. 16.J. Beilage: Der Eckartkreis. Sept.1940.

1940.08.14.

Gedenkaufsatz über Matthias Claudius mit Gedicht von H.C. In: Hamburger Fremdenblatt. 14.8.1940.

1940.08.15.

Eröffnung der Matthias-Claudius-Ausstellung und andere Gedächtnisfeiern mit festlich gestimmtem Kreis der Familienmitglieder.

1940.08.24.

Telegramm über die Wehrbetreuung im Sept.1940 bei der Flakgruppe Dänemark - vgl. 1940.11.30.

1940.09.05.

H.C. an Grimm [5;126]:

1. Sein Gedichtband „Zuhause“ kommt jetzt heraus, nachdem er schon vorher aus dem Umdruck in Leipzig vor 60 jungen Buchhändlern gelesen hat. „Sie waren sehr angesprochen und feierten mich im Auerbachkeller sondergleichen: Ich fühlte desto tiefer das Altgewordensein  [beinahe 62] - und daß ich nicht mehr auf das alte Weinfaß zu reiten und singen hinaufdürfte.“

2. „Das Haus macht viel Freude. Die Scheidung Trudes ist ausgesprochen und Trude blüht wieder auf. Ursula geht ihrem Staatsexamen entgegen und übt, übt, übt (...). Der Mensch macht sich auch seine hohe Kunst zur Last. Ich darf sagen, daß ich da bisher nicht mitgemacht habe und es auch wohl nicht mehr tun werde.“

3. „Jede Nacht geht die Kellerlauferei los. Heutenacht wohl vier Stunden lang. Ich sah zwar nicht nach der Uhr. Es war eine tolle Schießerei. Ich dachte lebhaft an Suzanne en France.“

4. Essay über Hamburg kommt nicht voran. „Ich mag und kann nicht.“

5. Deuerlich hat mit dem schönen Hamburger Kinnerbok - scheint es - nichts erreicht.

1940.09.20.

H.C. an Grimm [5;127]:

H.C. hat ein Kolonial-Lied geschrieben, das RegRat Dr. Erckmann durch ein privates Anschreiben bei ihm veranlasst hat, jetzt aber beanstandete, weil es nur Afrika betrifft. - „Ich war wohl ein alter Esel, daß ich das Lied schrieb.“

1940.09.22.

H.C. in Bremen bei der Weihe des Lüderitz-Museums (Roselius) [5;127].

1940.09.30.

Festschrift in kleiner Auflage erscheint:

Dank an Hans Langmaack. Zu seinem 70. Geburtstag. hrsg. Hugo Sieker. Verlag Conrad Kayser. Hamburg 1940. 63 S. - etwa 3 Dutzend Leute schreiben in der Ausgabe; vielleicht auch H.C.? - das Buch war nicht zu beschaffen - vielleicht im Hamburger Staatsarchiv Nachlass Sieker.

1940.11.03.

H.C. an Grimm [5;128]:

1. H.C. kündigt für den folgenden Tag eine Lesereise an: Kassel, Heidelberg, Mannheim, Baden-Baden, Pforzheim etc - zwei volle Wochen. „Es ist der Eckart-Kreis, es sind kirchliche Menschen. Und seltsam: ich hatte nach Berlin verschiedene Vorlesungen (ebenso wie Weimar etc) abgesagt wegen Unpäßlichkeit - aber hier mag ich nicht nein sagen. Denn ich weiß um die Andacht und den Ernst und die seelische Offenheit, die mir hier entgegentritt.“

2. „Es wurde schon angefragt von Berlin - wer die Eckartvorlesungen eingerufen habe. Ich antworte darauf nicht.“

3. Beim Durchlesen der Einleitung Grimms zu seinen geliebten H.C.-Gedichten „befiel mich eine tiefe Dankbarkeit“.

4. Ein junger Student als Leiter der „Hansischen Hochschulzeitung“ war bei ihm und bedauerte, dass die Lippoldsberger Tage aufgehört hätten.

1940.11.17.

Matthias-Claudius-Feier in Leipzig, gestaltet durch die beiden Urenkel des Wandsbecker Boten: Hermann Claudius und Gertrud Schwan.

1940.11.30.

H.C. liest im Rahmen der Wehrbetreuung in Dänemark. Anstrengende Fahrt kreuz und quer durch das Land. Er führt Tagebuch für die Zeit vom 30.11. bis 16.12.1940 - vgl. 1940.08.24.

1941

Irwahn, Fritz: Dichter und Volk; darin über H.C. „Maschinen“. In: Monatsschrift für das dt Geistesleben (vorher: Deutsches Volkstum). Hamburg. Dez.1941. S.378.

1941

Fechter, Paul. Geschichte der deutschen Literatur. Berlin 1941; darin H.C.: S.748/750. Literatur zum „Fall Fechter“ 1955.

1941

Kindermann, Heinz. Kampf um die deutsche Lebensform. Reden und Aufsätze über die Dichtung im Aufbau der Nation. Wien. 1941: Wiener Verlagsgesellschaft; darin Vergleich H. Hesse - H.C.: S.255-257.

1941

Langer, Norbert: Die deutsche Dichtung seit dem Weltkrieg. Karlsbad/Leipzig o.J. (1941): Adam Kraft Verlag; darin H.C.: S.26, 78-81, 161 (Foto: Franz Rompel, Hamburg).

1941-1944

In der Briefmappe fehlen sämtliche Brief von H.C. an Grimm aus den Jahren 1941 bis 1944; es scheint aber, dass Möller sie mit den lfd. Nummern 130 - 149 bearbeitet hatte; vermutlich liegen sie im Archiv in Marbach.

1941

Lesung in der Landfrauenschule Wöltingerode bei Goslar ca. 1941; darüber berichtet Frau Anneliese Butterweck Limburg Hermann-Löns-Str. 17

1941.01.13.

H.C. an Grimm [5;129]:

1. „Mit der „offenkundigen Spur“ meinte ich das betonte Gegenteil von dem Leisetreten, was hier und dort heute gespielt wird. Es ist nichts unwürdiger und undeutscher und nichts so wenig heroisch wie diese Art Nachschnüffelei von der einen und Leisetreterei von der andern Seite.“

2. „Am 22.1. geht es wieder auf Vorlesereise. Dann noch einmal im März durch Sudetendeutschland. Und dann will ich nicht mehr. Basta! (...) Man soll sich als Dichter nicht selber ausmünzen.“

3. H.C. Enkelin Claudia war in der Jachenau bei Lenggries und ist binnen 8 Wochen ihr Haut-Exem gänzlich losgeworden.

1941.01.23.

Der Komponist Hans Kulla aus Suhl/Thüringen, Gothaerstr.15 begegnet dem Dichter H.C.

1941.01.24.

H.C. liest in der Wilhelmsburg zu Schmalkalden für die Jugend. Die BDM-Singschar singt vertonte Lieder des Dichters.

1941.01.29.

H.C. liest in Darmstadt in der Literarisch-Künstlerischen Gesellschaft, Festsaal in der Sandstraße, „ein wenig erkältet und heiser!“

1941.01.30.

H.C. schreibt an Franziska aus Darmstadt. Bericht über die Erfahrungen der bisherigen Lesereise.

1941.01.31.

H.C. liest im Kurhaus Wiesbaden, u.a. Gedicht von den „vier Pfosten“?

1941.02.01.

H.C. liest in der Fuldaer Landesbibliothek.

1941.03.XX

Vorlesereise durch Sudetendeutschland geplant im Jan 1941 vgl. [5;129].

1941.03.21.

Schumann, Werner: Das niederdeutsche Gedicht; darin über Dichter der „Hamburger Himmelsleiter“ und Hermann Claudius. In: Deutsche Zeitung in den Niederlanden. Volk und Kultur. Nr.287. 21.3.1941. In: ND. 48.J. H.2. April/Juni 1943.  S.32-34 (leichte Änderungen).

1941.03.23.

H.C. liest in der Aula des Athenaeums in Stade.  NS-Gemeinschaft KdF und Stader Geschichts- und Heimatverein. Dr. Wohltmann begrüßt. Claudius-Lieder von Karl Marx. Musik: u.a. Frau Speyer (Violine).

1941.03.25.

Elise Helene Franziska Claudius, geb. Blaschka, wohnhaft Hamburg-Hummelsbüttel, Dorfstr. 26, stirbt um 11.30 Uhr im Hafenkrankenhaus in Hamburg. Nach der Operation hatte sie ruhig geschlafen ohne aufzuwachen. Auch vorher war sie ziemlich ruhig und rührend dankbar für jede ihr gegebene Erleichterung, sagte die Schwester Toni Klebusch.

1941.03.29.

10 Uhr Begräbnis von der Kapelle 7 des Ohlsdorfer Friedhofes, Grab Nr. 158441 durch Beerdigungs-Institut J.H. August Ertel. St. Anschar.

1941.04.08.

H.C. an Hans Franck [2]:

Ungewöhnlich herzlicher Brief: Gedenken an Franziska. „Hans Franck, lieber Kerl, ich hätte Dich umarmen mögen für Deinen guten Brief! Ja - Du hast sie (d.h. Franziska) ja gekannt, auch vor Jahren. Und was Du von den Extratouren schreibst - weiß Gott, ich habe sie genügend gemacht - und noch vor vier Jahren. Ich war dann auf solche Zeit ein anderer. Ich begreife es hinterher nie.“ H.C. hat Bedürfnis, Franck zu sehen. „Es ist immer eine Leere um mich, als müsse ich noch einen Halt suchen.“

1941.05.04.

Karte der Tochter Trude G. über die Evakuierung nach Stolberg zur anderen Tochter. Seine Frau Franziska war am 25.3.1941 verstorben.

1941.05.

Staatsschauspielerin Maria Koppenhöfer sprach im Deutschlandsender die Rolle der bösen Königin in dem Märchenspiel „Schneewittchen“ von H.C.

1941.05.15./16.

H.C. liest in Seesen und Bad Gandersheim (in Hotel Römischer Kaiser) für das Volksbildungswerk KdF.

1941.06.18.

H.C. liest in Paris.

1941.06.20.

H.C. liest im deutschen Institut in Bordeaux.

1941.07.

H.C. in Lyon?

1941.08.25.

Dichtertag in Doberan; Hermann Claudius vertreten. Foto der Dichter. In: Niederdeutscher Beobachter. S.3-4. 25.8.1941.

1941.08.25.

6. Doberaner Dichtertreffen mit Verleihung des Mecklenburgischen Schrifttumspreises an Moritz Jahn; als anwesend erwähnt: Hermann Claudius. In: Doberaner Nachrichten. Nr.198. 25.8.1941.

1941.08.31.

Janssen, Albrecht: Entwicklungslinien der niederdeutschen Lyrik, darin über Hermann Claudius. In: Deutsche Zeitung in den Niederlanden. Volk und Kultur. Nr.88. 31.8.1941.

1941.09.26.

H.C. liest im Kasino-Festsaal in Luxemburg für den Kunstkreis. Was versteht er unter „deutscher Seele“? - Traktat „Wenn Dichter lesen“.

1941.09.27.

H.C. liest für die Normalschule in Walferdingen/Lux.

1941.10.18.

H.C. erhält in einer Feierstunde in Streits Hotel in Hamburg den Klaus-Groth-Preis 1941. In: MQ. 35.J. Nr.1. Winter 1941/42. S.19.

Klaus-Groth-Preis 1939. In: NL. 40.J. H.6. Juni 1939. S.321.

Der Klaus-Groth-Preis, gestiftet von der Vereinigung Niederdeutsches Hamburg, dem Westfälischen Heimatbund und dem Heimatbund Schleswig-Holstein, wurde 1941 an H.C. in Hamburg verliehen für seine Verdienste um die plattdeutsche Lyrik in den letzten drei Jahrzehnten. In: ND. Jg.47. Jan.1942. S.25.

1941.10.22.

H.C. liest aus eigenen Werken im Vortragssaal der Murhardbibliothek - Dichterabende des Neuwerk-Hauses Kassel – Bei der Reise nach Kassel Begegnung mit Hilda Kuhn, Kiel.

1941.10.

H.C. liest in der plattdeutschen Arbeitsgemeinschaft unter Prof. Mehlem in Hannover. H.C. beginnt mit einem persönlichen Erlebnisbericht vom Weimarer Dichtertreffen.

1941.11.22.

H.C. liest 22.-26.11.1941 in den Städtischen Volksbüchereien in Frankfurt/Main (Volksbildungsheim, Bolongaropalast, Bornheim, Niederrad).

1941.11.29.

H.C. liest im Winter 1941 in den Niederlanden und Belgien - Einberufung durch das Werbe- und Beratungsamt für das deutsche Schrifttum beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin - Reisetag: 1.12. oder 2.12.41 von Hamburg 14.35 Uhr über Osnabrück nach Den Haag an 23.21 Uhr. In: Lohse, H.: Monatsschrift der niederländisch-deutschen Kulturgemeinschaft. Nov.1943. S.20.

1941.12.12.

H.C. liest für die Vlaamsch-Duitsche Arbeidsgemeenschap in Gent und Brüssel.

1941.12.13.

H.C. liest im „Ambassadeurszaal“ des Century-Hotels in Antwerpen.

1941.12.14.

Kammerkunstveranstaltung am 14.12.1941 in Frankfurt/M.: „Ahn und Enkel, Matthias und Hermann Claudius“. Lesung und Musik, Lieder von Karl Marx. Programmfolge.

1942

Eekhout, Jan H.: Groot-Duitsche Dichtkunst. Den Haag: De Schouw. Der Auswahlband deutscher Lyrik hat Gedichte von H.C. ins Niederländische übertragen.

1942

Irwahn, Fritz: Wilhelm Stapel. Ergänzende Betrachtung nach seinem 60. Geburtstag; darin erwähnt H.C. In: Hanseaten Feldpost der Hanseatischen Verlagsanstalt. Hamburg. Nr.37/39. Okt./Dez.1942. S.4-5.

1942

Langenbucher, Neuerscheinungen: H.C. schrieb zum Tode seiner Frau die Eschenhuser Elegie. In: Bücherkunde. Heft 7. Juli 1942.

1942

Teske, Hans: De Nederduitsche Literatuur. Brüssel 1942.

1942.01.18.

H.C. liest auf Einladung der Buchhandlung Wenner im Schloßsaal in Osnabrück.

1942.01.22.

Der Lessingpreis der Hansestadt Hamburg wird an H.C. verliehen, „weil der Gedankenreichtum, die seelische Tiefe sowie das sittliche Ethos seiner Werke ihn in die erste Reihe der deutschen Lyriker stellen und die zuchtvolle und klare Form seiner Dichtungen im besonderen Maße den klassischen Forderungen Lessings entspricht.“ Viele Briefe an ihn.

1942.03.04.

H.C. liest als Gast der Volksbildungsstätte im Kurhaussaal in Karlsbad.

1942.03.11.

H.C. liest auf Einladung der Deutschen Volksbildungsstätte in Prag (vgl. Hinweise auf tschechische Übersetzungen von MB und D 1942/43).

1942.03.19.

H.C. schreibt an Armin Knab über die Frau Holle-Vertonung: Zustimmung von Trudl-Tochter – „Ich selber habe leider keine Ahnung gehabt. (...) Die 7 Sonette lasse ich erst mal ‚lagern’ – Alles hat Angst!“

1942.Frühjahr

In einem von der Konzertdirektion Kollitsch arrangierten Konzert wird im Bach-Saal in Berlin (Lützowstraße) der Liederkreis von Herbert Müntzel nach 8 Gedichten von Hermann Claudius uraufgeführt. Der Saal wurde im Krieg zerstört.

1942.04.29.

Hermann Claudius, Mitglied der Dichterakademie, ist schwer erkrankt. Aus seinem Krankenzimmer sendet er uns dies ergreifende Gedicht: Die braunen Segel dunkeln - [Q/AB 1]. In: Der Gesellige. Graudenz. 29.4.1942.

1942.05.03.

H.C. schreibt aus dem Hafenkrankenhaus an Armin Knab; ebenso 4.Mai und 17.Mai 1942.

1942.07.

Ihlenfeld, Kurt: Das Abendlied; darin über H.C.: S.145-150. In: ECK 18.J H.7 Juli 1942.

1942.09.10.

Albumblatt mit Federzeichnung und eigenhändiger Gedichthandschrift (Als Elly Ney spielte). Los bei der Auktion Dörling Hamburg Dez.1992.

1942.10.04.-11.

Bochumer Dichterwoche unter dem Thema: „Völkische Dichtung seit Dietrich Eckart“. Dichterlesungen sind vorgesehen von: Blunck, Brehm, W. Schäfer, Hans Grimm, H.C., H. Baumann, Max Wegner, H. Menzel, K.Eggers, H. Zöberlein, Otto Praust. Es ist nicht bekannt, wer tatsächlich gelesen hat. In: Rheinische Landeszeitung. 10.7.1942.

1942.12.08.

H.C. liegt immer noch mit argen Schmerzen (Blasenentzüdung etc) zu Bett, schon bald 9 Wochen und hat lauter Verse geschrieben, die er als „Das Lusamgärtelin“ einmal herausbringen wird, „wenn ... ja wenn ...“ (Brief an Armin Knab).

1942.12.13.

„Wie gemeldet, ist der Hamburger Bildhauer Richard Bauroth in diesen Tagen einem Herzschlag erlegen. Das vorstehende Sonett auf den Künstler stellt uns Hermann Claudius zur Verfügung. Es wird in einem Sonetteband, der im Frühjahr erscheint, enthalten sein.“ Dazu Sonett: Vor meiner Bronze-Büste von Richard Bauroth (1938) - Du bist dem alten Gott am nächsten noch (übernommen in AL 67). In: Hamburger Abendblatt. 14.J. Nr.343. 13.12.1942.

1942.12.29.

Hans Franck an H.C. [2]:

„Als ich von Deiner Erkrankung las, wollte ich gleich schreiben. Es ist im Drange der Arbeit dann aber doch leider unterblieben. Dann hörte ich, Du seist wieder besser und befändest wohlbehalten auf einer der für die deutschen Dichter in vielfacher Hinsicht mörderischen Massenvorlesungsfahrten, zu denen mich noch keiner gekriegt hat. Mit dem Besserwerden stimmte es also nicht? Das tut mir herzlich leid. (...) Denn es stimmt ja, daß die Quellen unseres Wesens viel näher beisammen liegen, als man nach dem Lauf unseres Werkens und Wirkens vermutet. Was hattest Du denn ursprünglich? Weswegen war eine Operation nötig?“ „So, alter Freund, halt die Ohren steif, mach keine Dummheiten - Deine bisherige Portion langt! - und rapple Dich bald ganz wieder raus!“ „Übrigens könntest Du mir die ‚Eschenhuser Elegie’ schicken. Ich bin ja wohl einer der Nächsten dazu“.

1943

Der Mecklenburgische Schrifttumspreis verliehen an H.C. In: IR. 10.J. H.2. Juli 1943. U III.

In: MQ. 36.J. Nr.2/3. Winter 1943/44. S.57.

In: Neue Schau. 5.J. H.10/12. Jan/März 1944.  S.123.

In: Lohse, H.: An H.C. zum 65. Geburtstag.  Monatsschrift der Niederländisch-deutschen Kulturgemeinschaft. Nov.1943. S.21.

1943

Fest und Feier im Reichsarbeitsdienst. In der Reihe, hrsg. vom Erziehungs- und Ausbildungsamt in der RAD-Leitung, erscheint als 13. Folge (ca. Okt/Nov) 1943: „Vom ewigen Reich der Deutschen. Ahn und Urenkel künden von der Kraft des deutschen Herzens“ - Gedichte und Lieder von H.C. und Matthias Claudius. Bei der Wiedergabe des „Briefes an meinen Sohn Johannes“ von Matthias Claudius auch hier der Schluss mit dem Zeugnis für Christus weggelassen. Vgl. die Entstehung des Gedichtes „Ich bin ein Christ“ von H.C. (1935) in „Zehn Gedichte...“.

1943

Foto H.C. mit dem Fotographen Walter Petersen aus 1943. In: Der Thie. 9/1961.

1943

Hinweis auf H.C.’ Krankheit; H.C. schickt Sonette vom Krankenlager. In: ECK. 19.J. H.1. Jan.1943  S.1. dazu Leserbrief in: ECK. 19.J. H.2. Febr./ März 1943. Umschlag. In: Lohse, H.: An H.C. zum 65. Geburtstag. Monatsschrift der Niederländisch-deutschen. Kulturgemeinschaft. Nov.1943. S.21.

1943

Wer kennt die Dichter? Handschriften in der Preisaufgabe. Hermann Claudius schreibt: Daß dein Herz fest sei. In:  Die Neue Schau. 4.J.  H.11/12. Febr./März 1943. S.172 und 5.J. H.4/6.  Juli/Sept.1943. S.88.

1943.02.

Vereinigung Niederdeutsches Hamburg gibt einen Abend im Conventgarten (Drei Gefährten der Stille) mit der Eschenhuser Elegie, gesprochen von Stig von Nauckhoff anstelle der erkrankten Maria Wimmer.

1943.04.09-14.

H.C. übernimmt drei Leseabende in Gent (10.4.43), Brüssel (12.4.43) und Lille (13.4.43). Die Mitreise der Tochter Trude wird genehmigt - OKW Truppenbetreuung Brüssel: Oltn Alfred Rehkopp FP-Nr. 07515 P – dazu Brief vom 15.12.1950 aus Hagen-Boele.

1943.05.23.

H.C. schreibt an H.J. Kieler, dass die drei Isenheimer Sonette den Kern des „Aldebaran“ bilden werden. Er hofft, dass das Buch zu Weihnachten herauskommen wird. Er weist auf das christliche (ur-christliche!) Fundament des Buches hin. - H.C. liegt immer mit sich im Hader und sehnt sich, soweit seine Enkelkinder im Eschenhus das gestatten, nach Stille. - „Wolle Gott uns bald einen Frieden auf Erden geben! Aber Seine Wege sind nicht unsere Wege! Und die Völker machen nicht ihre sogenannte ‚Geschichte’ selber.“

1943.06.17.

H.C. berichtet an H.J. Kieler über eine Lesung in Danzig und Gotenhafen während der vergangenen Woche: vollgepresster Saal! Er fühlte das Königtum des Dichters. „Wenn doch die Wende der Zeit bald käme! Wir verlieren zuletzt jedes Maß des Menschlichen - vom Göttlichen ganz zu schweigen.“

1943.06.30.

Hans Franck an H.C., aus welchem hervorgeht, dass H.C. ihm geschrieben hat, dass H.C. zusammengeflickt sei.

1943.07.02.

h-g.: Neue Lyrik; darin über H.C. Eschenhuser Elegie. In: Frankfurter Zeitung, Reichsausgabe. 87.J. Nr.331-332. S.1-2. 2.7.1943. Die Frankfurter Zeitung musste Ende August 1943 ihr Erscheinen einstellen!

1943.08.10.

Hans Franck an H.C.

Hermann Claudius der Hamburger Katastrophe entronnen. „Wann wird dieser Wahnsinn ein Ende haben? Und vor allem: Wie wird das Ende aussehen?“ - H.C. ist aus Hamburg fort und hat das Bedürfnis, in sein Haus zurückzukehren.

1943.08.27.

H.C. schreibt an H.J. Kieler vom Bombenangriff auf Hamburg: Er holte seine alte Mutter aus den Trümmern, darin die Schwester samt Tochter und Enkelin verbrannte, sah die Wohnstätten der Brüder zusammenbrechen, ebenso wie des Bürgermeisters Krogmann Erbe am Bellevue, darin er noch vor zwei Wochen als Gast gewesen war, sah Reihen verkohlter Leichen in Flammen ausgerichtet, während sein Eschenhus unversehrt blieb. - „Das alles muß einen tieferen Sinn in Gott haben, den wir heute noch nicht zu erkennen vermögen. Aber Gottes Gerechtigkeit geht andere Wege als unsere. Deutschland wird bestehenbleiben, eigentlicher als heute. Nur die Seele hat Ewigkeit der Existenz.“

1943.09.26.

Doberaner Dichtertag, auf welchem H.C. im Staatstheater Schwerin nach einer Festansprache Hans Ehrkes der Mecklenburgische Schrifttumspreis verliehen wurde. - vgl. dazu Hans Franck an H.C. vom 19.9.1943! „Es ist auch sonst belegt, daß breite Schichten unseres Volkes den Sinn der Stunde nicht erfaßten. Auch H.C. nicht!“

Im Anschluss an die Doberaner Tagung ist H.C. noch bei Hans Franck in Frankenhorst, um ihm sein Missgeschick mit „Margot“ zu beichten. Franck ist reizend und nett zu ihm (mündlich von H.C.).

1943.10.21.

Glückwunschschreiben der Stadtbücherei Reichenberg zum 65. Geburtstag.

1943.10.31.

Liliencron-Gesellschaft/Rahlstedter Heimatverein; in Birkenhof „Jeden Morgen geht die Sonne auf“ - H.C. spricht aus eigenen Dichtungen.

1943.11.03.

1. Franck an H.C.: „Ich freue mich, daß mein Aufsatz, der von der Eschenhuser Elegie ausging, Widerhall bei Dir fand.“

2. H.C. war bei Will Vesper.

3. Margot (unruhvolle Fuge).

4. Francks Sorge um den Sohn Berndt.

1943.12.04.

Erste Auflage des „Aldebaran“ in Leipzig völlig vernichtet. H.C. weiß aber davon wohl noch nichts (vgl. 8.12.1943!).

1943.12.08.

H.C. schreibt an H.J. Kieler: H.C. hofft, dass „Aldebaran“ bis Weihnachten aus der Buchbinderei angelangt sind. - „Ich bin wohl nicht der Weise und Sichere, den alle in mir zu sehen glauben. Ich muß immer wieder im wortelosen Gebet nach der Hand des Vaters Himmels und der Erden tasten, daß sie mich halte und führe!“

1944

Dichterlesung im Rundfunk. „Stimme unserer Dichter“ im Abendprogramm des Großdeutschen Rundfunks. Hermann Claudius nicht genannt. In: Reichsrundfunk, Berlin-Steglitz. 4.J. H.5/6. Juni 1944. S.66.

1944

Melodie von Cesar Bresgen für „Du mußt an Deutschland glauben“ als Signal (Pausenzeichen) vom Deutschlandsender (Brief von C.B. vom 26.7.1983).

1944.01.12.

H.C. schreibt an H.J. Kieler: In Leipzig sind (4.12.1943) fast alle seine Buchbestände, auch Aldebaran, verbrannt. „Nun ist gar nichts mehr da ich ich selber!“

1944.01.27.

Josef Weinheber (als Li-tai-peperl) schreibt aus Kirchstetten ein Vorfrühlingsgedicht an H.C., darin: 76 Tausend meiner Bücher sind in Leipzig verbrannt.

1944.02.18.

Eine geplante Hermann-Claudius-Lesung in der Aula der Goetheschule in Erfurt musste wegen der Zugverspätung ausfallen und wird auf den 21.2.1944 verlegt. In: Thüringer Gauzeitung. 21.2.1944.

1944.02.20.

Uraufführung von „Sneewittchen“ in Anwesenheit von H.C. und des Komponisten Armin Knab im Deutschen Volkstheater Erfurt, in einer Morgenveranstaltung des BDM-Werkes „Glaube und Schönheit“ mit der Laienspielschar der HJ. Initiator: Heinz Ohlendorf.

1944.02.21.

Hermann-Claudius-Lesung in der Goetheschule in Erfurt. In: Thüringer Gauzeitung. 23.2.1944.

1944.03.12.

H.C. schreibt an H.J. Kieler: „Kunst ist gewiß nicht bloße Natur. - Auch Nüchternheit ist nötig.“

1944.05.06.

H.C. an Hans Franck, der ihm seine Dichtung „Die Schicksalsuhr“ gesandt hat, die H.C. am 7.5. freimütig bespricht.

1944.05.07.

H.C. an Franck: „Ich bin mit mir selbst wieder mal sehr unzufrieden, schaffe nichts und weiß nicht, wohinaus das Herz wieder will.“ Er wünscht ein Ende des Krieges.

1944.08.08.

[5;151 ]:

Zweite Ehe mit Gisela von Voigt, darüber sehr herzliche Worte von H.C. an Grimm am 14.12.44. Wichtige Mitteilungen über das Verhalten der erwachsenen Kinder zu H.C.' 2. Ehe! - Hochzeitsfeier im „Schwan“ in Arnstadt unter kriegsbedingten Verhältnissen. Zur Hochzeitsfeier singt ein Chor vom Theater Erfurt unter Heinz Ohlendorf.

1944.08.09.

Dichter Hermann Claudius heiratet vor dem Standesamt Arnstadt die Buchhändlerin und Malerin Gertrud Maria Gisela von Voigt, geb. 29.5.1915 in Wandsbek, wohnhaft Gifhorn, Ribbesbüttelerweg 2. - Vater der Frau: Kurt Wilhelm Ernst Otto-Helmuth von Voigt, Buchhändler in Arnstadt, geb. 15.11.1890 in Oldenburg; Mutter der Frau: Margareta Luise Auguste Victoria Hunnius, Arnstadt, geb. 22.10.1889 zu Wandsbek, verh. 7.8.1914 zu Wilhelmshaven. Trauzeugen: Giselas Vater Korvetten-Kapitän Otto-Helmuth von Voigt (53), wohnhaft Berlin W 35, Tirpitzerstr. 72/76, und ein Onkel Fregatten-Kapitän Ludolf Frh. von Rössing (65), wohnhaft Gifhorn, Pflanzung Boje. - Über den Großvater Ernst von Voigt und sein Militär-Jubiläum 1916. In: ND. 21.J. Nr.22. S.371. 15.8.1916.

1944.08.09.

Zeitungsanzeige (8.8.), standesamtliche Trauung am 9. August, weil die Heiratspapiere nicht rechtzeitig in Arnstadt eingetroffen waren: Heirat mit Gertrud Maria Gisela von Voigt.

1944.12.01.

H.C. an Grimm [5;150]:

Gedicht (Manuskript) für Hans Grimm: „Und dennoch bin ich der Poet [Q/1944] mit einer Zeichnung von H.C.: Blume mit weit geöffneter Blüte.

1944.12.14.

H.C. an Grimm [5;152]:

1. „Noch eines: ist der Mann der Frau Ilse Hess  Rudolf Hess, der Vertreter des Führers von dazumal? Nähere Beziehungen hatte ich nicht zu ihm. Ich kannte nur den Pfarrer Meier, der ihn zu Alexandrien in Ägypten unter seinen Konfirmanden sitzen gehabt hatte und von seinen Eltern als sehr konfessionell-korrekten Leuten sprach.“

2. „Zu den 50 geistigen Menschen, die sich über Adolf Hitler äußern sollten, zählte ich nicht. Hanns Arens war mein Schüler und hat schon in Sammelbüchern, von denen er mit Talent einige herausbrachte, dieses und jenes von mir gebracht. Die 89 Seiten möchte ich sehr gern lesen, damit ich überhaupt wieder Stellung gewinne. Ich bin ganz am Rande alles Politischen angelangt.“

3. Auf der Rückseite Gedicht (im Manuskript) auf Gisela = Nun bist du vorgedrungen.

1944.12.14.

H.C. an Grimm [5;151]:

1. Über Gisela von Voigt und ihre Eltern: Sie stammt aus Wandsbek, wo ihre Eltern das schöne Stammhaus und sie ihre schöne Claudius-Buchhandlung durch den Fliegerangriff vom Juli 1942 völlig verloren haben. H.C. fühlt sich wie neugeboren. „Ich hoffe, daß auch Sie, wenn uns das Geschick gönnen sollte, (...) in Gisela den echten und kernigen und gescheiten Menschen erkennen und schätzen lernen. Gisela hat sich viel mit Malerei beschäftigt, namentlich Aquarell. Ihre ganzen Arbeiten sind verbrannt. Sie hat mich schon oft porträtiert und ein paar gute Rötelblättrer dazwischen stecken. Daß sie auch ein gutes Gedicht schreiben kann, weiß ich erst seit kürzester Zeit, als sie mir mit einem Verse antwortete, der klar und schön war und mich schier überwältigte. Denn was kann es Bindenderes geben zwischen zwei Menschen, die sich lieb haben?“

2. „Trude, die geschiedene Tochter, wohnt im oberen Teil des Hauses. Wir vertragen uns, weil wir uns eben etwas offiziell gegeneinander halten, ohne Unfreundlichkeit.“

„Hedda ist seit Sommer bei einer alten Freundin: Frau Hadwig Glöder in Hohe bei Hehlen. Ilse (Frau Thiele) verhält sich allein feindlich und unversöhnlich, wohl durch Einfluß ihres ganz amusischen Mannes (immer schon SPD-Mann, auch während der Nazizeit), der diese Ehe für unmöglich ansieht, weil meine Frau jünger ist als seine. (...) Ulla ist mit Gisela ein Herz und eine Seele. Ihre Nervosität ist durch diese Freundschaft richtig geheilt, nachdem Nervenärzte trotz hoher Honorare nichts erzielt haben.“

3. „Bei Langen-Müller liegen zwei Manuskripte, beides Verse: Das Lusamgärtelin und Nachtgespräch. - Der dicke Band erotischer Verse quasi Liebeslyrik liegt erst mal ad acta. Es sind starke Gedichte dazwischen, wie ich jetzt, da ich sie objektiv betrachten kann, zugeben muß.“

4. „Weihnachten wird recht mager aussehen, wenn nicht der liebe Gott noch irgend ein Einsehen hat. Ich traue IHM das immer noch zu, und ER wird mich nicht im Stiche lassen. ER hat es noch nie getan und mir mit Gisela Gnade über Gnade erwiesen.“

5. „Gisela kommt gerade in mein Zimmer gesprungen, den Tannenbaum hinter sich her ziehend. Sie freut sich wie ein Kind. O über die Glückseligkeit eines solchen Lächelns! Wie bin ich reich! Ich schäme mich fast meines Reichtums und weiß nicht, wie ich es wettmachen soll.“

6. „Holle Grimm: weiß sie noch, als sie hinter mir auf dem Zündapp hockte und wir nach --?? (altes Rathaus) pufften?“

7. Ilse hat zwei Töchter: Claudia und Silvia.  Hedda zwei Kinder: Claus und Silke. Trude den 8jährigen Jens.

8. „Bertelsmann ist stillgelegt. Darf ich Näheres erfahren?“

9. „Das Anliegende zeigt, wie weit wir gekommen sind. Ich antworte natürlich nicht darauf, mußte aber gleich an meinen Unteroffizier Tappendorf in Altona denken.“

1944.12.29.

Hans Franck an H.C.

1. Claudius hat ein Gedicht über oder für Hans Franck gemacht und es diesem übersandt.

2. „Möchte doch Frieden werden in der Welt!“

1945.01.10.

Hermann Claudius liest heute im Grenzlandtheater aus seinen Werken (Hebbelgesellschaft). In: Flensburger Nachrichten. 81.J. Nr.8. S.2. 10.1.1945 und Nr.9. S.2. 11.1.1945.

1945.01.20.

Hans Franck an H.C.:

1. Franck lobt die Sonette sehr. „großartiges Buch!“ (=Aldebaran).

2. H.C. hat in Flensburg vor ausverkauftem Hause gelesen.

1945.03.12.

Matthias (Matten) Claudius, der Bruder von Hermann, gestorben. Seine Frau Agnes mit Kindern.