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Hermann Claudius 1878-1932

 

Biografische Angaben, Briefe,

Rezensionen, Sekundärliteratur, Wirkung

(Abkürzungen und Zeichenerklärung am Dokumentende)

 

1825.08.04.

Vater des Dichters: Hermann August Claudius in Sahms geboren. Zwillingskind. (Vater: Johannes Claudius, Sohn des Wandbeker Boten, und Wilhelmine geb. Marschner.)

Er erlernte das Buchbinderhandwerk, war Hofstellenbesitzer in Quickborn, 1860 Brand, 1863 „Oekonom in Quickborn“, später Bahnmeister in Langenfelde, Eidelstedt.

„Er war ein Christ, mein Vater und eines Pfarrers Sohn, und wir beteten alle Mittag: Komm, Herr Jesus, sei unser Gast“ – (In: Königsberger Allgem Zeitung 24.12.1937; vgl. bei Aufsatz).

1825.08.07.

Hermann August Claudius in Sahms getauft.

1856.06.07.

Mutter des Dichters: Ida Louise Wilhelmine Cornelia Francke  zu Altona geboren; getauft 14.9.1856 in Hauptkirche Altona; (Tochter des Packmeisters Franz Ludwig August Francke und dessen Ehefrau Anna Mathilde geb. Jürgensen) - Mit 77 Jahren schrieb sie Verse in ein Büchlein, das H.C. heimlich sah. Sie lebte zuletzt im Claudiusheim in Wandsbek, dann in Farmsen, dann im Eschenhus, + 1947.

1860.04.19.

Die Gutsobrigkeit des adligen Gutes in Wandsbek erteilt dem Grundeigentümer Hermann August Claudius für seine Person Einsicht in die Akten.

1860.12.28.

Das Wohnhaus des Hermann August Claudius in Quickborn brennt ab. Versicherungssumme: 1120 Rth. Wert der Überbleibsel: 83 Rth 32 ß; zu erstatten: 1036 Rth 64 ß - Auszug aus dem Verzeichnis der Immobiliar-Brandschäden 1860-1861 in den Ämtern und Landschaften der Herzogthümer Schleswig und Holstein. Kopenhagen, gedruckt bei J.H.Schultz. Seite 10 (vgl.. widersprechende Angaben bei Numsen S. 17-18) - vgl. auch Landesbrandkasse in Kiel - Landesamt Pinneberg: Spezifikation des Brandes (263) - Das Geld wird zur Schuldendeckung der Amanda Speyer verbraucht.

1863.11.17.

Erste Ehe des Vaters mit der Putzmacherin Amanda Maria Johanna Speyer, Trauung in Hauptkirche Altona.

Amanda Speyer (*20.10.1839 in Altona, + 19.8.1875 in Hamburg-Winterhude), Tochter des verstorbenen Geldwechslers Wulff Hinrich Speyer und dessen Ehefrau Adolphine Johanna Thomasine, geb. Strüven (*23.7.1816 in Hamburg).

Wohnungen des H.A.Claudius nach den Altonaer Adressbüchern:

1865:   Aufseher         Bürgerstr. 17

1866:   Aufseher         Allee 84

1867:   Aufseher         Allee 84

1868:   nicht aufgeführt

1869:   Oberbahnwärter     Wilhelmstr. 73

1870:   Oberbahnwärter     Wilhelmstr. 90a

1871:   wie 1870

1872:   nicht mehr verzeichnet

 

1878:   Langenfeld

1883:   Eidelstedt

1884:   Bahnmeister       in Eidelstedt

1885:   pensionierter Bahnmeister in Eimsbüttel

1889:   Bürogehilfe          in Eimsbüttel.

1864.05.15.

Johannes Andreas Wilhelm Fritz Claudius in Altona geboren, gest. 1947 in Hamburg. - Er war Kaufmann, zuletzt Werftangestellter in Hamburg, seit 1931 im Ruhestand. Heirat in Hamburg 4.8.1888 mit Charlotte Amalie Franziska Jess.

1866.06.07.

Johannes Paul Max Georg Claudius in Altona geboren - Er war Trainer und Fahrer in Hamburg und Altona. Im ersten Weltkrieg desertiert. Im Altersheim in Wandsbek gestorben. Heirat in Hamburg 1890 mit Alwine Danielsen; 7 Kinder.

1868.10.23.

Pauline Emmy Ottilie Claudius in Altona geboren. Heirat in Altona 7.10.1894 mit dem Fabrikanten Johannes Jentsch. Ehemann im 2. Weltkrieg bei Bombenangriff umgekommen. Paula geht nach dem Kriege nach USA.

1875.08.19.

Amanda Claudius geb. Speyer in Hamburg-Winterhude verstorben an Herzschlag nach Lungenemphysem (im 36. Lebensjahr). Anders: sie infizierte sich im Hafen an Pest und starb innerhalb von 2 Tagen. (Notiz: Sie starb in der Pension und Nervenheilanstalt ihres Schwagers Andreas Claudius - Ecke Maria-Louisen- und Dorotheenstr.), wo sie zu Besuch weilte.

1878

Hermanns Mutter Ida Francke war verlobt mit dem Theologen Theodor Kähler, als sie in Diensten von August Claudius stand. Er hielt alle Briefe von Kähler an Ida zurück, und deshalb ging die Verlobung zu Ende. vgl. auch SIa 79 - Pastor Theodor Kähler war später Pfarrer in Stellingen; er hielt u.a. die Trauerandacht beim Begräbnis von Carl Hagenbeck; vgl. Hbg. Ztg. 16.4.1913.

1878.08.21.

Bahnmeister Hermann August Claudius (*4.8.1825 zu Sahms - + 3.8.1901 in Hamburg) heiratet in Langenfelde (St.A.Stellingen) Haushälterin Ida Louise Wilhelmine Cornelia Francke (*7.6.1856 zu Altona - +24.4.1947 in Hamburg-Fuhlsbüttel).

1878.10.19.

Hermann Claudius geboren in Langenfelde bei Altona; Vater war Bahnmeister an der Altona-Kieler Bahn, wohnhaft zu Langenfelde, evgl. Religion.

1878.10.24.

standesamtlich als Tag der Geburt gemeldet.

1878.11.02.

Der Bahnmeister Hermann August Claudius zeigt die Geburt seines Sohnes August Hermann beim Standesamt Stellingen an; seine Ehefrau Ida Louise Wilhelmine Cornelia geb. Francke, evgl. - Standesbeamter H. Käselau. Tag der Geburt wird mit 24.10.1878, vormittags 4 ½ Uhr angegeben (Reg.Nr.95/1878). Das Geburtshaus in Langenfelde (Kieler Straße Nr.257 zwischen Försterweg und Brunckhorstweg) wurde 1943 durch Bomben zerstört und abgebrochen (vgl.. Skizzen).

1878.12.12.

Hermann Claudius wird in der Niendorfer Kirche getauft (Reg.Nr.196/1878).

1880.05.24.

Elise Helene Franziska Blaschka in Hamburg geboren. Vater: Karl Anton Blaschka; Mutter: Louise Anna Pauline geb. Suhr.

1881.02.12.

Matthias Theodor Oskar Claudius in Langenfelde geboren. Er war Buchbinder in Hamburg und heiratete in Hamburg 1906.07.28 Agnes Henriette Maria, geb. Mau, verw. Haffke. Er starb 1945 (St.A. Süsel/Röbel).

1881

Vater ist Bahnmeister in Langenfelde.

1881/1883

Zwischen 1881 (Febr.) und 1883 (Jan.) müssen die Eltern von Langenfelde nach Eidelstedt übergesiedelt sein (vgl.. Stammbaum Claudius). Zum Haus in Eidelstedt vgl.. A 59 - Haus nicht mehr erhalten.

1883.01.16.

Paul Louis Wilhelm Claudius in Eidelstedt geboren, er stirbt nach einer Woche am 23.1.1883.

1883/84

Vater: Bahnmeister in Eidelstedt.

1884.01.25.

Ludwig Peter Wilhelm Martin Claudius in Eidelstedt geboren. Er war Oberingenieur in Chemnitz  und Dresden. Er heiratet in Köln a.Rh. am 15.5.1909 Auguste Wilhelmine geb. Oumard.

1884/1885

In der Vorbereitungsschule seiner Tante Emma Francke, älteste Tochter von August Francke, älteste Schwester seiner Mutter, in der Heinestraße (No4?) in Altona (nach zeitlich nicht ganz sicheren Angaben von H.C.). Seine Mutter hatte den Besuch der Niendorfer Dorfschule hintertrieben. - Bis zum Eintritt in die Volksschule Osterstraße 1.4.1886 bleibt er eine Zeitlang wieder zu Hause.

1884/1885

Zwischen 1884 (Jan.) und 1885 (Nov.) wird Claudius' Vater als Bahnmeister pensioniert, die Familie verzieht nach Eimsbüttel (Müggenkamp); vgl.. Stammbaum Claudius.

1885.11.14.

Ina Dora Martha Claudius in Eimsbüttel, Müggenkampstr. 30 geboren - Vater ist pensionierter Bahnmeister - Das Mädchen stirbt im Alter von 3 Wochen am 7.12.1885 zu Eimsbüttel, Müggenkampstr. 20.

1886

Seit 1886 wohnt des Dichters Mutter Ida Claudius geb. Francke in Hamburg, Meldeschein 1901 (Aufnahmeakte der Ida Louise Wilhelmine Cornelia Claudius, geb. Francke -1903 Nr. 72903). 1903 wohnt sie Hellkamp 4 III. Dort wohnt bis 1904 auch der Sohn Hermann.

1886.12.22.

Charles Otto Hans Claudius in Eimsbüttel, Müggenkampstr.30 geboren. Der Sohn stirbt im Alter von 1 Jahr 2 Monaten am 24.2.1888 zu Eimsbüttel, Sophienallee 38 Haus 3.

1886/1888

Zwischen 1886 Dez und 1888 Febr. von der Müggenkampstraße in Eimsbüttel nach der Sophienallee 38 Haus 3 (vgl.. A 27) übergesiedelt.

1886/1894

1886 (1. April) bis 31. März 1894 besucht H.C. die erst einige Jahre früher erbaute Schule in Eimsbüttel, Osterstraße 68 (sie feierte am 8. April 1922 ihr 50-jähriges Bestehen)  - Hauptlehrer: Herr Walther (vgl.. A 23). Lehrer: Leschke, Behrens, Stockfleth, Mester, Sierk, Schütt, Siems, Johannsen (Selecta). (Nach einer Notiz von H.C. auf einer Photographie der Schule aus dem Jahre 1922).

1888.02.24.

Charles Otto Hans Claudius stirbt. Eltern wohnen in Eimsbüttel, Sophienallee 38 Haus 3.

1888/1889

Zwischen Febr. 1888 und Oktober 1889 von der Sophienallee 38 Haus 3 nach Eimsbütteler Chaussee 89 Haus 4 umgezogen. - Eimsbüttel wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört , auch Eimsbütteler Chaussee 89, und später abgetragen. Ein altes Haus Nr. 91a im Hintergrund blieb damals stehen.

1889.10.30.

Paul Carl August Claudius in Eimsbüttel, Eimsbütteler Chaussee 89 Haus 4 geboren. Sein Vater war Bürogehilfe. Paul ist später Organist und Kantor in Hamburg-Eilbek. Hermann H.C. widmet ihm 1916 das Buch „Licht muß wieder werden“, als Paul in russischer Kriegsgefangenschaft war. Er heiratet 16.5.1931 in Hamburg Charlotte Gertrud Lange.

1890.10.19.

Als H.C. 12 Jahre alt wird, wohnt die Familie in der langen Terrasse an der Eimsbütteler Chaussee 89, Haus 3, oberste Etage (vgl.. A 40).

1891.07.22.

Die Großmutter des Dichters Anna Mathilde Francke, geb. Jürgensen stirbt als Witwe am 22.7.1891 in der Eichenstraße 87 III (Standesamt 20 Nr. 740) in Hamburg.

1892/1893

Konfirmation. Als Selectaner Konfirmandenzeit bei Pastor Schmalz zusammen mit den höheren Schülern. vgl. Schilderung von H.C. (Mappe 3 S.14).

1892/1893

Cholera-Epidemie in Hamburg.

1892/1894

Selektaner - Schule in Eimsbüttel Osterstr.38 (68?) mit Lehrer Johannsen.

1894.04.01.

1.4.1894 bis zum 1.4.1897: Besuch der Präparandenanstalt in Hamburg, Grindelhof 80, jetzt Binderstraße) - „Zuerst noch in der alten engen ABC-Straße in Hamburg (wahrscheinlich noch ABC-Straße) in dunklen Abendstunden als schlechter Mathematiker ewig getadelt und nieder gedrückt, bis mich Dr. Ohnesorge vor versammelter Klasse einen Charakterkopf nannte und Dr. Klebahn mich durchs Examen lotste.“ [1].

1895.XXXX

Sein Lieblingslied, als er 17 Jahre zählte: „Dat du min Leefsten büst“  vgl. [5;162 ].

1897.04.01.

(Grindelhof 80, jetzt Binderstraße) Besuch des Lehrerseminars in Hamburg bis zum 1. März 1900.

1897.05.

H.C. mit 18 Jahren ohne Ehrfurcht vor dem Gedenkstein für Matthias H.C. im Wandsbeker Gehölz; er hat heimlich bereits selber Verse geschrieben.

1900.02.07.

Der Standesbeamte am Standesamt Stellingen, Kreis Pinneberg, ist J. Wördemann.

1900.03.01.

Entlassungszeugnis nach vollendetem Cursus und Ablegung der vorgeschriebenen Lehramtsprüfung (schriftlich und mündlich) mit Prädikaten für die einzelnen Fächer; dabei Mathematik, Geschichte und Geige: noch genügend, jedoch Religion, Englisch, Physik und Zeichnen: gut. - Zur Prüfungskommission gehören: Mahraun, Schulrat als Vorsitzender - dazu Dr. Ahlburg, Dr. Klebahn, Dr. Plumhoff, G.R.Richter.

1900.03.28.

H.C. wird für befähigt zur nicht festen Anstellung als Lehrer an der öffentlichen Volksschule im Hamburgischen Staate mit dem Bemerken erklärt, dass derselbe, um fest angestellt werden zu können, sich frühestens nach drei Jahren der zweiten Prüfung zu unterziehen hat. Mahraun, Schulrat. - Zweite Prüfung am 25. Mai 1903, Mittelschullehrer-Prüfung nicht abgelegt. [1]

1900.04.01.

Beginn der Lehrtätigkeit in einer Hamburger Schule und damit der Lehrtätigkeit überhaupt. Festanstellung: 1.4.1904 [1]

Gehalt betrug pro Jahr:

1900:   1400 M

1904:   2000 M

1907:   2700 M

1910:   3200 M

1913:   3500 M

1916:   3800 M

1919:   4100 M

Unterstützungen:

2.12.1905             150,- Mark

2.11.1923             150 Milliarden Mark

1.11.1926             94,90 Mark

 

Schulen, an denen H.C. tätig war:

 

1900.04.01. - 1909.03.31. St. Pauli - Hopfenstraße 30/Ecke Zirkusweg

auch Hans Franck;

Rektor (1909): Saß

Schulinspektor: Japp

1906  Foto des Kollegiums Hopfenstraße 30 (15 Herren, 3 Damen)

1909.04.01.  Versetzung nach Eppendorf, Knauerstraße 22 - Rektor O. Winter (Hermannstr.??)

1910/1911-1914  Groß-Borstel, Ericastr.23 (hier war Guido Höller leitender 1. Lehrer), Henry Kohn als Kollege)

1914  Dez. Eimsbüttel, Hoheweide 15 (Verwalter einer 5. Knabenklasse)

1915.07.12.  Einberufung zum Heeresdienst

1915.11.26.  Entlassung aus dem Heeresdienst:

1915.11.30.  kurzzeitig wieder Volksschule Hoheweide 15

1915.12.02  Forsmannstaße 34 (Klassenraum im 3. Stock) Volksschule für Mädchen in Winterhude Schulinspektor: Matthias Meyer

1916.12.01.  erneut zum Heeresdienst eingezogen

1917.04.25.  Ein disziplinarisches Vorgehen der vorgesetzten Schulbehörde gegen H.C. wegen seines Buches „Menschen“ wird vom stellvertr. Generalkommando Altona vorgeschlagen. Ein Verfahren seitens der Schulbehörde erfolgt jedoch nicht (10.4.1918).

1918.11.30.  Volksschule Forsmannstaße 32

1919.09.5.-30.  beurlaubt wegen schwieriger häuslicher Verhältnisse

1919. Aug.  Langenhorner Chaussee 515 bei Ochsenzoll ; Leiter: Herr Reils?? - Mädchenschule (hier als Lehrer auch Georg Clasen) Beschwerde gegen H.C. (Mädchen!), Attest von Dr. Kankeleit: anormal

1922.04.  Gemeinschaftsschule/ Siedlungsschule Langenhorn

1923.01.10.  Attest (Dr. Kankeleit) bis Mitte April: Krank wegen nervöser Erschöpfung usw.

1923.04.01.  versetzt nach Barmbecker Str.32

1923.04.19.  versetzt nach Schillerstr. 29 als Vertretung

1924. April  Langenhorn-Nord

1925  Schule Langenhorn-Nord (LangenhChaussee 515)

1925 (Juli) - 1926 (Juni)  beurlaubt mit vollen Bezügen

1928  (LangenhChaussee 515)

1928.03.14.  H.C. widmet seinem Kollegen an der Norderschule Heinrich Lienhop ein Gedicht

1929 (1.Juli) - 1930 (30.Juni)  beurlaubt (Südamerika-Fahrt)

1930.07.01.  Knaben-Schule Alsterdorferstraße 39

1932-Okt.1933  Alsterdorferstraße 39

 

Wohnungen :  (Daten stimmen nicht überein)

 

1878-1880  Langenfeld

1880-1885  Eidelstedt

1885/86 (Dez)  Eimsbüttel: Etagen/Terrassen Müggenkampstr. 30

1888 (Febr)  Sophienallee 38 Terrasse-Haus 3

1890 Eimsbütteler Chaussee 89 Haus Nr.3 (Armantje S.40)

1900 (Mai)  Eimsbütteler Chaussee 89

1900/1901  Eimsbütteler Chaussee 89 II

1901/1902  Eppendorfer Weg 124 III

1902 (Dez)  Hellkamp 4 III

1904 (Febr-April)                                   Hellkamp 4 III (bei der Mutter)

1903/1904  Fruchtallee 73 b I r

1904 (Juni)  Osterstr. 132

1904/1905  Osterstraße 132 p bei Wohlers

1905 (Okt)  Wiesenstraße 42

1905/1906  Bismarckstr. 32 III 1.b

1907.08.15.  Hbg 19, Wiesenstr. 42 part.links

1908 (Sept-Nov)  Wiesenstraße 42 p

1908 ab Sommer  Groß-Borstel, Warnckes Weg 29 (27?)

1909 Okt  Umzug nach Fuhlsbüttel, Primelweg 8 (3 Zimmer)

1911.08.16.  Fuhlsbüttel, Primelweg 8

1911/1940  Fuhlsbüttel, Primelweg 8

1915.07.27.  Musketier H.C., 2.R.D., 2.Batl., Inf.Rgt Graf Böse Nr.31

1917.02.04.  Kan.H.C., FAR 45 - Stab I

1917.03.01.  Kan.H.C., FAR 45 - 3.Batterie

1918.10.04.  Kan.H.C., Stab Art.Kdeur 18, DF 894

 

1940/1960  Hummelsbüttel, Dorfstr. 26, auch Brillkamp 26

1960  Grönwohld bei Trittau

 

Krankheiten

 

ca 1885  Cholera

ca 1887  Diphteritis

Mai 1900  schwere Mandelentzündung

Nov 1900  schwere Mandelentzündung

Dez 1902  Influenza nervosa et catarrhalis

Febr 1904  Angina

Juni 1904  Ekzem

Okt 1905  Influenza catarrhalis

Nov bis Dez 1905  Influenza catarrhalis und hochgradige Neurasthenie und allgemeine Schwäche

6.11.1908/11.+12.1. + 13.2.1909  gefehlt wegen Krankheit

7.4.-12.4.1913  Bindehautkatarrh

15.4.-28.4.1913  Bindehautentzündung

10.3.-12.3.1914 Augenentzündung

Sept 1920  Sturz von der Treppe, fehlt vom 7.-27.9.1920

12.-23. Juni 1922  fehlt wegen Zahnbehandlung

Jan 1923  nervöse Erkrankung (I,60)

18.4.1923  „Körperlich geht´s mir sehr flau (5;7)

18.12.1927  Grippe (fehlt vom 6.-8.12.1927)

6.1.1928 - 19.1.  Darmkatarrh

6.2. und März 1930  Herzbeschwerden

27.,28.,30.4.1930  Magenbeschwerden

11.+21.2.+1.3.1932  Grippe

21.4.1932  Herzbeschwerden

9.+11.11.1932  Herzbeschwerden

30.11.+1.12.1932  Erkältung

7.+8.1.1933  Herzbeschwerden

24.+25.5.1933  Herzkrämpfe

1900.Sommer

Erste Sommerferien als Lehrer, mit 2 Brüdern in Wohldorf. Erlebnis mit Maria.

1901.08.03.

August Claudius, der Vater des Dichters, stirbt in Hamburg. Mutter Ida vermietet Zimmer an „Kostgänger“, z.B. Menz, der sie später sein „Pflegemütterchen“ nennt.

1902.04.?

H.C. macht mit dem Kohlestift Tierskizzen im Antilopenhaus des Zoologischen Gartens in Hamburg und begegnet dabei dem alten Hagenbeck. (H.C.-Aufs1- 16.4.1913).

1902.08.

H.C. führt während der Sommerferien die Aufsicht im Schullandheim des Rektors Stange in Hohenwestedt und lernt hier Franziska Blaschka, auch Lehrerin, kennen.

1902.08.28.

H.C. erinnert viel später (1924) an die Begegnung mit Franziska Blaschka. Gedicht: Es floß ein Bach am Wege; auch 28.8.1927: Gedicht: Den Heidweg gung' wi rünner. Der Tag ist immer in besonderer Erinnerung, auch schon im Krieg.

1902.08

Am 6.10.1933 schreibt H.C. an Hans Grimm: „Gestern und vorgestern (als an unserem 29. Hochzeitstag) waren meine Frau und ich auf dem Zündapp nach Hohenwestedt in Holstein (bei Rendsburg) - allwo wir uns kennen gelernt haben anno 1902. Die alte Linde stand noch ebenso. Manche Menschen waren nicht mehr. In Barlohe saßen wir damals selig unter einer dunklen Buchsbaumlaube. Nun saßen wir wieder darunter etc...“ [5;61].

1902.10.24.

Verlobung mit Franziska Blaschka, damals wohnhaft in Hamburg-E, Paulinen Allee 1 B IV. Es liegen mehrere kleine zierliche Glückwunschkarten von Freunden und Bekannten vor, auch ein Brief von Hermanns Bruder Matthias aus Bielefeld, in dem er angibt, nichts davon gemerkt zu haben und es sehr schnell gegangen sein muß. „Was hat Mamma denn für ein Gesicht aufgestellt, wie sie von diesem Tage in Kenntnis gesetzt wurde?“

1903.03.27.

Gesuch an die Oberschulbehörde um Zulassung zur zweiten Prüfung zum Zweck der Festanstellung [1].

1903.04.

H.C. zeichnet mit 2 Kameraden im Elefanten-Haus zu Stellingen und wird von Carl Hagenbeck beobachtet. (H.C.-Aufs1- 16.4.1913).

1903.05.25.

Zweite Lehrerprüfung.

1904.04.01.

Feste Anstellung als Lehrer [1].

1904.07.14.

Hamburger Staatsangehöriger (im Jahr seiner Festanstellung als Lehrer). [1].

1904.10.04.

Hochzeit mit Elise Helene Franziska Blaschka, lutherischer Religion, geb. 24.5.1880 zu Hamburg. Eltern der Braut: Stationsassistent Karl Anton Blaschka und Louise Anna Caroline (Pauline?) geb. Suhr, wohnhaft zu Hamburg. Bei seiner Heirat wohnt H.C. in der Osterstraße 132, Franziska wohnt Osterstraße 153. Trauzeugen sind: Lehrer Arthur Beyer, 25 Jahre, Hamburg Mittelweg 125 a und Lehrer Rudolf Solvie, 23 Jahre alt, Hamburg, Osterstr.115. - Hochzeitsfeier im Park-Hotel Hamburg-Eimsbüttel, Eidelstedterweg 9-11: Hermann und Franziska. Die Rechnung für 15 Diners a 6 M und Musiker-Beköstigung belief sich auf 100.60 M, bezahlt am 15.10.1904.- Im Nachlass liegen noch einige Glückwunsch-Telegramme (Telegraphie des Deutschen Reiches) an Claudius im Parkhotel (u.a.: „Beste Segenswünsche senden Mutter und Bruder“ – Emma Fuchs – Anna und Emil – Familie Sentsch - Familie Dickert aus Bochum – Das Kollegium Paulinenplatz 8 – Ein donnerndes Hoch dem Jubelpaare Hermann Visser – Collegium Hopfenstraße).

1905

Erste Gedichte in Zeitungen und Zeitschriften (z.B. „Niedersachsen“).

1905.08.25.

Tochter Ilse geboren (Zeitungsausschnitt) - verh. Hamburg 28.12.1933 mit Rechtsanwalt Ulrich Thiede.

1905.08.26.

H.C. kauft bei der Fa Otto Dettmann 1 Kinderwagen mit Matratze für seine Tochter Ilse; Preis 37.50 M.

1906

In Hamburg bestehen 8 Niederdeutsche Vereine, darunter als 7. Nedderdütsche Sellshopp (1906) mit 80 Mitgliedern. Hermann Claudius als Leedmatt! In: MQ. 3.J. Nr.3. April 1910. S.87.

1906

Foto des Lehrerkollegiums der Schule Hopfenstraße 30 mit H.C.

1906.02.

Bei einem Gedicht-Wettbewerb bei Kempinski erlangt H.C. einen 2. Preis mit einem Gedicht zu Karneval. H.C. signiert mit Wohnung Wiesenstraße 42. (Angebot Antiquariat Tessin in Quickborn, Mitteilung von Herrn Möller, Hamburg).

1906.07.03. 

Jürgens, Ludwig: Zum Brand des Michel. De letzte Dag. In: EE. 48.J. Nr.6. Juni 1930. S.131/137.

1906.07.04.

In der „Neuen Hamburger Zeitung“  1. Beilage zu Nr. 307 Abendausgabe erscheint das Gedicht von H. C. „De groote Michel - Lied des heimkehrenden Seemanns“ . Bei Ohnesorge (6.7.1913) falsches Datum zu diesem Ereignis. Auch Äußerung von H.C. zum Entstehen: 4 Uhr morgens im Hemde an der Fensterbank der Schlafstube. Angeblich brachten zwei Zeitungen es am andern Nachmittag.

1906.11.21.

In der „Neuen Hamburger Zeitung“ erscheint ein hochdeutsches Gedicht von H.C.: „Bußtag“.

1907.03.12.

Der Lokalredakteur der Neuen Hamburger Zeitung, Hans David, bittet H.C. schriftlich um eine Unterredung in der Redaktion „zu einer Rücksprache darüber, unter welchen Voraussetzungen Sie geneigt wären, regelmäßiger für die Zeitung mitzuarbeiten“. - vgl. Briefkopie.

1908.06.10.

Tochter Hedda geboren - verh. 1937 mit Joachim Stave (Lehrer).

1908.06.25.

Versetzungsgesuch des Volksschullehrers H.C. von der Schule Hopfenstraße 30 nach Eppendorf. „Dem nervösen Zustand meiner Frau entsprechend verziehe ich auf ärztliches Anraten binnen weniger Wochen auf das Hamburger Landgebiet (Großborstel, Warnckes Weg 29). Infolge einer sehr lästig fallenden Krampfader-bildung am linken Beine würde mir jedoch der weite Schulweg nach Süd-St.Pauli und zurück bei der geteilten Schulzeit - äußerst beschwerlich bzw kostspielig werden. Darum erbitte ich mir eine Versetzung nach Eppendorf. Gehorsamst  HermClaudius“ - Dieses Gesuch wird von Rektor Sass befürwortet, aber von Schulinspektor Japp abgelehnt: „Bleibt H(opfenstraße) 30“. Darauf wiederholt H.C. am 26. Jan 1909 sein Gesuch. [1].

1908.07.

H.C. besucht Hagenbecks Tierpark und berichtet über das Einfangen eines Zebu-Stiers durch Carl Hagenbeck. (H.C.-Aufs1- 16.4.1913).

1908.08.

H.C. verzieht nach Groß-Borstel und fährt täglich mit dem Fahrrad zur Schule Hopfenstraße; das verursacht oftmals Halsschmerzen, Heiserkeit. Hinzu bringen Defekte am Fahrrad Verspätungen bis zu einer Stunde [1;23].

1908.09.14.

Postkarte von Hans Franck: Franck verweist auf das Plattdeutsche als H.C.'s eigenstem Gebiet.

1908.10./11.

Jacob Löwenberg besucht H.C. in Groß-Borstel und ist entsetzt, keinerlei literarische Tradition anzutreffen; vom Wandsbeker Boten wusste H.C. so gut wie nichts (vgl. BL 22).

1908.12.08.

Im Hamburger Dichter-Abend der literarischen Gesellschaft trägt Otto Ernst Gedichte u.a. 2 H.C.-Gedichte (Ole Hüüs + Stratenmusik) vor. Dazu berichtet Hermann Claudius am 25.12.1947 dem Archivdirektor Dr. Möller (vgl.. auch BL 22).

Rezension in: Hamburgischer Correspondent vom 9.12.1908 /Abendausgabe.

1909.01.26.

Zweites Gesuch von H.C. um eine Versetzung von der Schule Hopfenstraße 30 in St. Pauli nach Eppendorf, resp. Eimsbüttel-Nord. Rektor Sass befürwortet abermals und schildert am 19.2.1909 in einem persönlichen Bericht an den Schulinspektor Japp, wie H.C. den Weg zur Schule Hopfenstraße von Gr.Borstel täglich mit dem Fahrrad zurücklegt, häufig wegen Defekte am Fahrrad umkehren und mit der Straßenbahn fahren muss. Er klage oft über Halsschmerzen und Heiserkeit. Seine Frau leide an Magenkrämpfen mit der Folge, dass H.C. den Haushalt besorgen muss und deshalb wiederum häufig zu spät in der Schule eintreffe. H.C. wird zum 1.4.1909 an die Volksschule Knauerstraße 22 versetzt wird.  [1;23].

1909.04.01.

H.C. wird auf seinen Wunsch von der Schule Hopfenstr.30 an die Volksschule (Knabenschule) Knauerstraße 22 (Eppendorf) versetzt. 

1909.07.22.

Detlev von Liliencron stirbt. - H.C. fährt mit Hakon nach Alt-Rahlstedt zu Liliencrons Beerdigung hinaus. Dehmels Grabrede Ges. Werke Bd.3 S.141, dazu H.C. „Filmstreifen...“ S.4.

1909.10.

H.C. Umzug nach Fuhlsbüttel in den Primelweg, nach alten Postkarten zuerst Nr.4, dann später berichtigt in Nr.8 - Mietshaus mit Garten.

1909.11.02.

In einem öffentlichen Vortragsabend im großen Saal des Hamburger Conventgartens trägt Hans Langmaack Gedichte von „Claudius, dem Enkel“ vor.

In: MQ. 3.J. Nr.2. Jan. 1910. S.63-65.

In: NHZ. 3.11.1909.

1910

Borchling, Conrad: Rezension zu „Up sassisch Eer“, Jena 1910, im Auftrag der Nedderdütsch Sellshop, Hamburg; darin H.C. mit 3 Gedichten.

In: MQ. 4.J. Nr.2. Jan. 1911. S.64-67.

1910

Wriede, Paul: Beleidigte und belobigte Dichter; darin wird Hans Franck aus einer Frankfurter Zeitung über die „Hamburger“ zitiert: „Nedderdütsch Sellshopp, die schon in der Vereinsbezeichnung ihrer, ohne zu wissen, wie, spottet (sie ist der Tummelplatz des Robert Garbe, Gorch Fock und Hermann Claudius u.a.“ In: MQ. 4.J. Nr.1. Okt. 1910. S.14/15.

1910.02.15.

Beim 3. Folksawend der Nedderdüütsh Sellshopp liest Otto Ernst u.a. von Hermann Claudius. In: NHZ. 15.2.1910.

1910.02.27.

25. Sonntags-Unterhaltung im Volksheim Hammerbrock, Sachsenstr.21. Das arbeitende Volk in der niederdeutschen Dichtung. Einführung: Dr.G.H.J.Scholz; Rezitation: Hans Langmaack - darin von H.C.: Fierawend in’n Haben, De Tidungsfru, Keen Arbeit.

1910.12.18.

„Du kannst viel mehr als du glaubst“ (Hans Franck).

1911

Eckart, Rudolf: Handbuch zur Geschichte der plattdeutschen Literatur. Bremen 1911: Carl Schünemann; H.C.: S.331.

1911

Hermann Claudius als Flugschüler (vgl. bei Eiland 1938!).

1911.01.13.

Möricke - vgl. auch 19.Jan.1913.

1911.01.24.

Geburt seines dritten Kindes: Trude Maren - verh. in Basbeck 31.12.1932 mit dem Arzt Dr.med Walfrid Groos aus Hamburg, später geschieden.

1911.02.04.

Folks-Awend vun de Nedderdüütsh Sellshopp in Conventgoren in Hamborg: Hambörger Dichters. Hans Langmaack trägt Gedichte u.a. von H.C. vor: „He is an stärksten op de Grotstadt instellt.“ - Fru Foßhag-Schröder sung Kompositschonen vun Paul Claudius, Wilh. Kühler-Wümbach.

In: NHZ. Nr.59/M. 4.2.1911.

1911.09.13.

Brief von Hans Franck über das Wesen der dichterischen Produktion.

1911.10.01.

Hans Franck scheidet aus dem Schuldienst aus (1911.09.13., Hans Franck).

1912

Hermann und Franziska wandern durch den Harz (Burg Regenstein).

1912

Volksabend der Nedderdütsch Sellshop in Barmbeck. Herr Klahn trägt Sachen von Gorch Fock, Robert Garbe und H.C. vor. In: EE. 30.J. Nr.22. 15.11.1912. S.175.

1912

Wriede, Paul: Die Ztg „Handelsstand“, das Blatt für Handlungs-Commis von 1858, hat kürzlich eine Unterhaltungsbeilage fast ganz dem Plattdeutsch (mit Beiträgen u.a. von H.C.) gewidmet. In: MQ. 5.J. Nr.3. April 1912. S.95.

1912

H.C. verbringt mit Tochter Ilse Ferien im Schulheim Heinrich-Sahrhage-Bau in Hoisdorf, Kreis Stormarn (ehem Wirtschaftshaus des Bauernvogts Barthold Peemöller).

1912.06.30.

Das Erscheinen des Buches „Mank Muern“ wird angezeigt. In: HE. 26.J. Nr.150. 30.6.1912 und Nr.164. 17.7.1912. Nach 5 Monaten erscheint eine 2. Auflage.

1912.07.11.

Wanderurlaub Hermann und Franziska über München nach Tirol (Mappe 22).

1912.07.12.

In Neu Breitlahner.

1912.07.17.

Wanderung von der Dominikushütte im Zamsergrund/Zillertal in die Gletscher des Schönbichler Horns.

1912.07.21.

In Zell am Ziller (Jenbach).

1912.09.05.

Schwere Krankheit von Hans Franck. Mai - Sept 1912.

1912.09.14.

Brief von Hans Franck an H.C., aus dem hervorgeht, dass H.C. sich damals mit der Absicht trug, noch sein Mittelschullehrer-Examen zu machen, wovon Franck unter Hinweis auf Mörike abrät. Wie H.C. am 26.11.47 dazu sagt, hat er sich 1919 nochmals mit diesem Plan getragen, kam aber auch damals aus Rücksicht auf seine dichterischen Arbeiten davon ab.

„Laß Dir raten, tu´s nicht! Faulenz in den Tag hinein (Mörike tat´s auch!) Und schreib, was man nicht brauchen kann. Das ist auf die Dauer obendrein das Einträglichste. Bis dahin: nicht bange machen lassen. Hast ja einen guten goldigen Kehr-Di-an-Nix!“

1912.10.07.

H.C. widmet dem Dichter Otto Ernst ein Geburtstags-Gedicht (achtern Busch rut).

1912.12.16.

Nedderdüütsh Sellshopp Hamborg. Conventgarten Montag 16.12.1912. Von de Waterkant. Vördragsreeg. Rezitator: Hans Langmaack. Gedichte von: F.Lau, R.Garbe, L.Hinrichsen, Otto Ernst, Gorch Fock, H.C.: Kohlenjumpers, Fierawend in’n Haben, De Kunfirmand vun de Waterkant. - Dazu auch in: EE 31.J. Nr.2. 15.1.1913. S.14.

1913

In plattdt. Vereinigung „Jungs holt fast“ zu Altona drög Herr Klahn, Hamburg, von Lau, Wisser, H.C. vor un funn veel Bifall. In: EE. 31.J. Nr.6. 15.3.1913. S.47.

1913

Krüger, HKA.: Geschichte der niederdt. oder plattdt. Literatur vom Heliand bis zur Gegenwart. Schwerin i.M. o.J. (1913): Stillersche Hofbuchhandlung; darin über H.C.: „Er ist der Dichter großstädtischer Bilder“. S.145, 147-149.

1913

Wriede, Paul: Rezension zu Helms/Blasche, Bunte Tänze - mit Hinweis auf Gedicht von H.C. In: MQ. 6.J. Nr.4. Aug.1913. S.173/174.

1913.01.03.

Hans Franck noch immer krank, liegt seit Mitte Nov in einer Hamburger Klinik.

1913.01.19.

Brief von Hans Franck:

1) „Du bist ein lieber Kerl.“

2) „Nein, nicht mein Name gehört auf erste Blatt Deines ersten Buches“ (Mank Muern).

3) H. W. Fischer, A.A.Zinn als Konkurrenten!

4) H.C. als plattdeutscher Mörike.

1913.04.01.

Quickborn-Höge in Hamburg. Hinweis auf H.C.-Auftritt mit Gedichten - Bücher, auch von H.C., zur Verlosung; Frau Claudius als Losverkäuferin. Tänze von Helms/Blasche. In: MQ. 6.J. Nr.4. Aug.1913. S.177.

1913.05.15.

„’Paddelboot’ und ‚Canufahrt’ solltest Du nicht machen. Und wenn Du´s schon machst, so sollst Du nicht H.C. darunter schreiben.“ (Franck).

1913.07.16.

Franck geht mit H.C. grausig ins Gericht zu der „Hexe von Wohldorf“ - Hinweis auf „Sneewittchen“.

1913.08.

zwischen 06.08. und 28.08. - Franck schreibt einen malitiösen Brief an Guido Höller (H.Franck 28.8.1919).

1913.08.06.

Rezension der 2. Auflage Mank Muern in Pädagogischer Reform durch Guido Höller.

1913.08.28.

Hans Franck an H.C.: „Was Dich betrifft, so halte ich dafür, daß Du dabei bist, Dich vom reinen Naturlyriker zum Künstler durchzuringen.“

1913.09.05.

„Aber wenn Du bei Storm nur den lästigen Finger siehst, wenn Du nicht jauchzend eine Bestätigung gefunden hast (...) „Einheit aller Lebenserfahrungen ist die Devise“ (Hans Franck).

1913.09.18.

„Rüber über den Graben“ (Hans Franck) - Über Storm.

1913.10.01.

In Nedderdütsch Sellshopp to Hamborg Vortragsabend im Conventgarten; Herr Langmaack rezitiert u.a. von H.C. In: EE. 31.J. Nr.21. 1.11.1913. S.107.

1913.10.03.

„Hat sich was mit der poetischen Stimmung“. Beispiel Liliencron. (Hans Franck).

1913.10.11./12.

Freideutscher Jugendtag 1913, Jahrhundertfeier auf dem Hohen Meißner. H.C. nimmt daran teil; er ist jedoch nicht aktiv der Wanderbewegung beigetreten.

1913.11.

Monatsversammlung „Jungs holt fast“ to Altona im November; H.C. u.a. vorgetragen von G. Burmester, Hamburg. In: EE. 31.J. Nr.23. 1.12.1913. S.181.

1913/W

W=Wann wir schreiten Seit an Seit.

1913/W

1883 „Die Neue Zeit“ war Wochenschrift der SPD schon seit 1883, 1910 im 28. Jahrgang. Hrsg. Karl Kautsky.

1913/W

1913 Während oder nach einer Heidefahrt mit einer internationalen Jugendgruppe („Falken“ oder „Wanderfalken“ (?) dichtet H.C. das Wanderlied „Wann wir schreiten Seit’ an Seit’“. vgl. zur Entstehung auch BL 28; ursprünglich als Liebeslied gedacht mit der Anfangsstrophe „Mann und Weib“ - Begegnung mit einer jungen Österreicherin.

1913/W

1913.08. Hermann Claudius erhofft ein Volkslied für seine Zeit, da ein starker demokratischer Zug das öffentliche Leben durchweht.

In: MQ. 6.J. Nr.4. Aug.1913. S.172.

1913/W

1914.06. Wanderlied (Der neuen Jugend gewidmet) - Wann wir schreiten Seit’ an Seit’ von Hermann Claudius - Erstdruck. In: Die arbeitende Jugend. Monatsbeilage des Hamburger Echo. Juni 1914.

1913/W

1915 Brief des Komponisten Michael Englert vom 24.3.1953 an Wilhelm Katthage, Gelsenkirchen, zur Entstehung des Liedes „Wann wir ...“.Er nennt als erste öffentliche Aufführung eine Protestkundgebung der SPD gegen die Fortsetzung des Krieges im Frühjahr 1915.

1913/W

1916 H.C. nennt irrigerweise im Vorwort zu Vörsmack (VÖ 6) das Jahr 1916 als Entstehungszeit des Liedes, meint wahrscheinlich jedoch die Melodie. Im übrigen wurde dieses Vorwort mit allen Daten von Paul Wriede verfasst.

1913/W

1916 Michael Englert führte das bekannte Jugendlied „Wann wir schreiten“ auf der Gründungsversammlung der „Freien Jugend Hamburg-Altona“ im Frühjahr 1916 öffentlich auf.

In: Lammel, Inge: Arbeitermusikkultur in Deutschland 1844-1945. Bilder und Dokumente. Leipzig 1984: VEB Dt. Verlag für Musik. S.58-59, 126, 127.

1913/W

1920  Hinweise in „Arbeiter-Jugend“, Berlin.

1920  12.J  S. 62, 194, 209, 249, 251, 262, 263

1921  13.J  S. 167, 415

1922  14.J  S. 180, 287

1923  15.J  S. 152

1929  20.J  S. 126, 152, 153.

1913/W

1920 Hamburger Liederblatt I für dreistimmigen gemischten Jugendchor. Hrsg. Arbeiterjugendbund Groß-Hamburg; beginnt mit „Wann wir schreiten“.

1913/W

1920 Hamburger Liederblatt. Hrsg. Arbeiterjugendbund Groß-Hamburg; handschriftlich vervielfältigt. Nr. 2: „Wann wir schreiten“.

1913/W

1920 Hamburger Liederblatt II. Hrsg:  Arbeiter-Jugendbund Groß-Hamburg - Verlag=Verband der Arbeiter-Jugendvereine Deutschlands Berlin. Als Titel: in Kunstschrift Wann wir schreiten mit Holzschnitt. Text mit Noten S. 6.

1913/W

1920 Jugend-Liederbuch AJ. (ohne Noten) Hrsg: Aug. Albrecht - Hauptvorstand der Arbeiterjugend-Vereine Deutschlands; Berlin. 3. verb. Auflage Berlin 1920: Buchhandlung Vorwärts. - S. 3 (als Nr. 1: Der neuen Jugend gewidmet) - 451.-500. Tsd Berlin 1929 im Arbeiterjugend-Verlag. S.41 (als Nr.63).

1913/W

1920.06.23. Thieme, Alfred: Sonnenwendfeier der Hamburger Arbeiterjugend. In: Hamburger Echo. Nr.287/A. 23.6.1920.

1913/W

1920.08. Müller, E.R.: Das Weimar der arbeitenden Jugend. Niederschriften und Bilder vom ersten Reichjugendtag der Arbeiterjugend vom 28.-30. August 1920 in Weimar. Berlin 1923 - 2.erg.Aufl. 11.-16.Tsd. Hauptvorstand der Arbeiterjugendvereine Deutschlands. S.72, 73.

In: Sozialgeschichte der dt. Literatur von 1918 bis zur Gegenwart. Frankfurt/M. 1981: Fischer TB 6475. S. 66f, 71, 116:

„Die Behauptung ‚Mit uns zieht die neue Zeit’ ist Teil der Selbstsuggestion, zu der die auf voluntaristische und ästhetische Mittel vertrauenden Arbeiter zur gleichen Zeit politisch analytische und operative Mittel anwenden.“

1913/W

1920.08.09. Thieme, Alfred: Heineehrung durch die Arbeiterjugend. „Wie ein Bekenntnis hallt es durch die Collonaden: Wann wir schreiten“. In: Hamburger Echo. Nr.367. 9.8.1920.

1913/W

1921.01.24. Künstlerischer Abend der Jungsozialisten mit Hermann Claudius und seinem Lied. In: Hamburger Echo Nr.38. 24.1.1921.

1913/W

1921.02.19. Zur neuen Zeit! Wann wir schreiten - Linolschnitt von Fritz Behnke. In: Hamburger Echo. Die Neue Welt. Nr.4. S.15. 19.02.1921.

1913/W

1923 Melodie von Michael Englert mit Klaviersatz von Alfred Aumann und 2 weiteren Strophen „Mensch und Mensch“ und „Mensch und Volk“ von Anni Blunschli. aus der Zeitschrift  Neu-Werk, Sonnherz in Sannerz, Pfingsten 1923. - In seinem Belegexemplar des Liederbuches notiert Hermann Claudius: hinzu“gedichtet“. (Sonnenlieder, Sannerz und Leipzig 1924).

1913/W

1923 Sotke, Fritz: Fahrtenlieder; beginnt mit „Wann wir schreiten“. Hagen 1923: Walter Severin (35.Tsd); später: Iserlohn 19286: Sauerland Verlag.

1913/W

1924 Bab, Julius: Arbeiterdichtung. Reihe: Kunst und Volk. Heft 3; Berlin o.J. (1924): Volksbühnen-Verlags- und Vertriebs-GmbH; darin über H.C. „Wann wir schreiten“: S.31/32.

1913/W

1924 „Seit an Seit“. Volksliederbuch für die dt. Jugend. Ausgabe des Jugend-Bundes im Gewerkschaftsbunde der Angestellten. Jena 19242: Eugen Diederichs.

1913/W

1924 Mehlich, Ernst: Musik in der Arbeiterjugend. In: Der Führer. 6.J. Nr.8/1924. S.82.

1913/W

1924 - 1933 Volkhausen, Hermann (Hrsg.): Hamburger Jugend-Lieder. Hamburg 1933; gesamt 21 Auflagen.

1913/W

1925  H.C. als Mitarbeiter in „Hamburger Jugendlieder“ Hrsg. Max Laudan: Hamburg Herbst 1925. 2. Heft-Nestlieder. S.2.

1913/W

1925  Sein Lied auch in Holland, Dänemark, Schweden, Österreich gesungen; vgl. Urlaubsgesuch 12.5.1925 [1;72].

1913/W

1927 Frobenius, Else: Mit uns zieht die neue Zeit. Eine Geschichte der dt. Jugendbewegung. DBG Berlin 1927;

darin H.C.: S. 237, 275, 395, 412;

dazu: Ackerknecht, Erwin: In: Die Literatur. H.9. Juni 1929. S.548-549.

1913/W

1929.10.24. Die Arbeitersänger im eigenen Heim. Nach: Arbeiter-Sängerzeitung in Volkszeitung Hamburg. 24.10.1929.

1913/W

1929 Zeitungsausschnitt mit eingefügter 6. Strophe (Heilgem Kampf – Christus !!) Ursprung unbekannt; dazu Brief des Evgl. Jungmännerwerkes vom 7.4.1951.

1913/W

1931 Anthologie „Wann wir schreiten Seit an Seit“. Sammlung von Aufsätzen über Wandern und Jugendherbergen. Hilchenbach: Reichsverband für dt. Jugendherbergen 1931/32. 30 S. u. 28 Bildtafeln. - Es fehlt ein Hinweis auf H.C. und sein Lied!

1913/W

1932 Hartmann, Artur: Arbeitermusikkultur. Lied in Vertonung von Michael Englert. In: Kulturwille. Leipzig. 9.J. 1932. S.65/66.

1913/W

1933 Wann wir schreiten Seit an Seit. Übertragung in Esperanto beim Österreichischen Arbeiter-Esperanto-Bund in Wien gedruckt – Text übertragen von Behrendt: N!  Brak´ ce brak´ se pasas ni.

1913/W

1933.04.02. Mit uns zieht die neue Zeit. Volksliedsingen der Funkstunde. Mit handschriftl. Zeilen von Karl Korn an Hermann. In: Berliner Illustrierte Nachtausgabe. Nr.79. 3.4.1933.

1913/W

1934.07.21. Text des Liedes mit Nazistrophen von P.Hahn in einem Roman des Gelnhäuser Anzeigers (Brief von Peter C. Keller aus Merzig von 1982).

1913/W

1935  Kuropka, Joachim: Widerstand gegen NS. Münster 1987. S.159-182; darin über „Wann wir schreiten“ als Kampflied gegen NS.

1913/W

1938  Seit an Seit. Gedicht von Hans Franck. In: Mecklenburgische Monatshefte. Schwerin 1938. S.356.

1913/W

1939 Brecht, Bertolt. „Mit uns zieht die neue Zeit“. Von der Begeisterung und Verführungskraft dieser Liedzeile. Anmerkungen zu „Leben des Galilei“ - Vorwort 1939. In: Gesammelte Werke in acht Bänden. Bd. VII. Schriften / Zum Theater. S.1103ff. Frankfurt/M. 1967.

1913/W

1942 Das Lagerliederbuch. Lieder, gesungen und geschrieben im KZ Sachsenhausen bei Berlin 1942; darin auf S.14 das Lied „Wann wir schreiten“ mit 5 Strophen. Dortmund 1980: Verlag pläne.

1913/W

1945  Der Text eines für den Volkssturm, hier „Freikorps Sauerland“ geschriebenen Marschliedes lautet zu Beginn der 3.Strophe: „Wir schreiten Seit an Seite....“. In: Timm, Willy: Das Freikorps „Sauerland“. In: Der Märker. Altena. 18.J. H.1/2. Jan 1970. S.17.

1913/W

1956 Schult, Johannes: Aufbruch einer Jugend. Der Weg der dt. Arbeiterjugendbewegung. Bonn 1956: Verlag Schaffende Jugend; darin über H.C.: S. 80, 135f, 150, 171, 178, 181, 183, 186.

1913/W

1956 Demuth, Franz: Zur Sendung Arbeiter und Kampflieder zum 70. Geburtstag von Ernst Thälmann.

In: Unser Rundfunk. Nr. 16. Berlin/DDR.   16.4.1956.

In: Die Aussprache. Unser Rundfunk. Nr.23. 3.-9.6.1956.

1913/W

1956? NN.: „Wann wir schreiten ...“  Notwendige Erinnerungs- und Besinnungszeilen. (Antwort auf Artikel im Hamburger Echo zum Tode Michael Englerts) - Mspt.

1913/W

1957 Der Weg zur Hölle. Karikatur mit Bombenpolitikern und verdrehter Text des Liedes „Wann wir schreiten“ mit Vermerk: Frei nach H.C. In: Simplicissimus. Nr.19/1957. 11.5 1957 und Nachdruck. In: Hannover-Post. 10.5.1957.

1913/W

1959 „Mit uns zieht die neue Zeit“ als Quartett bei einer sozialistischen Hochzeit in Leipzig. In: Die Neue Schau. 2/1959. S.76.

1913/W

1959 Lieder der Arbeiterjugend. Das Lied - im Kampf geboren. Heft 5. Leipzig: Hofmeister 1959. S.20-21.

1913/W

1960 SPD-Parteitag in Hannover mit einer Intrata zu dem Lied „Mit uns zieht die neue Zeit“. In: Ruhr-Nachrichten. 26./27.11.1960.

 1913/W

1960 Brief des Pastors W. Hansen aus Marl und Nachfrage nach einer zugefügten „christlichen“ Strophe.

1913/W

1963 Über die Vertonungen des Textes „Wann wir schreiten“. In: Musik im Leben. Band I. Diesterweg 3701. 196312

1913/W

1967 Gericke, Peter: Das politische Lied in den heutigen Schulliederbüchern. In: Das Politische im Lied. Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung. Heft 76. Bonn 1967. S.27, 46-50.

1913/W

1968 Brandenburg, Hans-Christian: Die Geschichte der HJ. Köln 1968: Verlag Wissenschaft und Politik. S. 18.

1913/W

1970 Anfrage der Redaktion des Liederbuches „Eintopf“ aus Wien nach weiteren Strophen zu dem Lied (Texte beigefügt).

1913/W

1970 Rülcker, Christoph: Ideologie der Arbeiterdichtung 1914-1933. Eine wissenssoziologische Untersuchung. Stuttgart 1970: Metzler; darin über H.C.: S. 15, 18, 31, 32, 33, 35, 36, 64, 124, 150.

1913/W

1973.09. Weg und Leistung der dt. Arbeiterjugendbewegung. Bericht vom Freundschaftstreffen der ehem. SAJ in Hamburg, Sept.1973. Hamburg, SPD Landesverband Hamburg. S. 8, 26.

1913/W

1975 Lammel, Inge: Das Arbeiterlied. Frankfurt/M. 1975: Röderberg-Verlag. S.55, 260.

1913/W

1978 Finckh, Renate: Mit uns zieht die neue Zeit. Arena-Buch 2508. Baden-Baden: Signal-Verlag 1978. Titel bei H.C. entlehnt; aber im Text keinerlei Hinweis auf das Lied und seinen Dichter.

1913/W

1978 Stern, Annemarie: Lieder gegen den Tritt. Politische Lieder aus fünf Jahrhunderten. Arbeitskreis Progressive Kunst. Oberhausen: Althoff 19784 - Aus: Liederbuch des Reichsbanners, Dietz-Verlag, Berlin o.J.

1913/W

1979 Paul, Wolfgang: Das Feldlager. Esslingen 19792: Bechtle. S. 95, 99, 284, 286; darin S.110: Dr. Fabricius gn. Hartmut sagt in „Der Pfadfinder“ ca. 1925: „Wir sind nicht die Vorhut einer neuen Zeit.“

1913/W

1981 Adamek, Karl: Lieder der Arbeiterbewegung. Frankfurt/M. 1981: Büchergilde Gutenberg. erw. Neuaufl. 1986. S.150.

1913/W

1982 van der Will, Wilfried/ Burns, Robert (Hrsg.): Arbeiterkulturbewegung in der Weimarer Republik. Frankfurt/M. 1982: Ullstein. S. 196, 269, 272

1913/W

1982 bis 1987 „Wann wir schreiten“ als Abschlusslied des SPD-Parteitages.

1913/W

1983 Gottschalk, Adolf (Oddi): Unsere Lieder waren immer dabei und oft auch die Fiedel. Zusammenstellung noch vorhandener Liederblätter..., die von den Chören der SAJ in Hamburg vor 1933 gesungen wurden; darin S. 11-12 zu „Wann wir schreiten“ - Privatdruck.

1913/W

1983 Schwebel, Friedrich Karl: „Zeitgeist“ und „Inneres Reich“; darin über H.C. und Wann wir schreiten. In: FAZ vom 23.9.1983 und in: FAZ  28.10.1983. S.11 mit Brief des Prof. Dr. Konrad Ameln an H.C. 2.11.1983.

1913/W

1984 Sievritts, Manfred: Politisch Lied, ein garstig Lied? Musikdidaktik. Lilienthal: Eres 1984; darin: S.241/242.

1913/W

1985 Koch, H.W.: Hitlerjugend. Moewig-Taschenbuch 4312. München 19853. S.17; darin: H.C. habe das Lied für die kommunistische Jugend geschrieben, sei später selber Nationalsozialist gewesen.

1913/W

1985 Koebner/Janz/Trommler (Hrsg.): „Mit uns zieht die neue Zeit“. Der Mythos Jugend. Frankfurt/M 1985: Suhrkamp NF 229; darin H.C.: S.9, 10, 382, 384.

1913/W

1986 Leinemann, Jürgen: Traditionslied der SPD. In: Der Spiegel. Hamburg. Nr.36.  1.9.1986. S.21.

1913/W

1988 „Wann wir schreiten“ als Abschlusslied des SPD-Parteitages, zusammen mit „Wir sind die stärkste der Partein - Das weiche Wasser bricht den Stein“.

1913/W

1989 „Wann wir schreiten“ als Abschlusslied des SPD-Parteitages

1913/W

1989 Heino: „Wenn wir schreiten Seit an Seit“. EMI MC 662019.

1913/W

1991 SPD-Parteitag in Bremen mit Abschlusslied „Wann wir schreiten“.

1913/W

1992 „Wann wir schreiten“ als Abschlusslied des SPD-Parteitages.

1913/W

1992 Tod Heinz Kühn. Er wünschte sich zur Trauerfeier das Lied „Wann wir schreiten“ auf der Orgel.

1913/W

1993.11. Beim Parteitag der SPD wird zum Schluss „Wann wir schreiten gesungen“, jedoch mit der Fassung: „Mit uns zieht der neue Geist“.

1913/W

1995. „Wann wir schreiten“ als Abschlusslied des SPD-Parteitages.

1913/W

1997.03.20. - In der Debatte des Bundestages zur Gesundheitsreform wird die Opposition (SPD + Grüne) gekennzeichnet mit: „Wann wir schreiten Seit an Seit“.

1913/W

1997.12.04. - Beim SPD-Parteitag in Hannover wird zum Abschluss wieder „Wann wir schreiten“ gesungen.

1913/W

1998.01.22. - Schröder - Lafontaine könnten „Wann wir schreiten Seit an Seit“ anstimmen - die sozialdemokratische Parteihymne. In: Westfälischer Anzeiger. 22.1.1998.

1913/W

Wann wir schreiten Seit’ an Seit’. Hymnen & Kampflieder der Arbeiterbewegung. CD Phonica 2004

1914

H.C. als heimischer Dichter-Vorleser in Quickborn-Vortragsabenden neben Gorch Fock und Hinrich Wriede. In: MQ. 7.J. Nr.2. Febr.1914. S.48.

1914

H.C. als Mitarbeiter der Vereinigung Quickborn 1904-1914. In: MQ. 7.J. Nr.2. Febr.1914. S.50.

1914

Niederdt. Gesellschaft zu Frankfurt/Main veranstaltet Rezitationsabende mit neuer nddt Dichtung (u.a. H.C.). In: MQ. 7.J. Nr.4. Juli 1914. S.155.

1914.01.01.

H.C. wird als Mitarbeiter für die „Hamburger Woche“ unter Redaktion von Alexander Zinn und Paul Wriede ab 1.1.1914 gewonnen; das Plattdeutsche soll mehr gepflegt werden. In: MQ. 7.J. Nr.1. Okt.1913. S.19.

1914.01.16.

Franck schreibt an H.C. einen Brief, aus dem hervorgeht, dass Claudius vier Monate nichts von sich hörten ließ. Er habe einen 5-Akter vollendet (Fliegerpastor!).

1914.02.04.

Franck trägt sich mit dem Plan, als Dozent für Dramaturgie nach Düsseldorf überzusiedeln.

1914.02.14.

Das Drama „Der Fliegerpastor“ wird im Kreise um Fokkes angegriffen; man schlägt vor, brieflich zu kritisieren, vgl. Brief von Stinde.

1914.03.07.

Hans Franck hat den „Fliegerpastor“ ausgelesen und schreibt eine vernichtende Kritik. „dat is Schitt! - glattester Dilettantismus!“

1914.03.13.

Hans Langmaack trägt als Zugabe ein Märchen und zwei Gedichte von H.C. vor - beim Lustigen Abend der nedderdüütsch Sellshopp zu Hamburg. In: EE. 32.J. Nr.7. 1.4.1914. S.54.

1914.04.06.

Franck ist inzwischen nach Düsseldorf übergesiedelt.

1914.04.16.

Franck an H.C.: „Hast Du'n Vogel? Enttäuscht? Erlösung? Sei, was Du bist!“

1914.05.

Kuhlmann, Gottfried: Besprechung zu: Geißler, Max. Führer durch die Literatur des 20.Jh. (Weimar 1913). Kritische Anmerkung: Claudius fehlt ganz. „Der Führer führt nur in die Irre. Also: Der Herr bewahre ...“. In: MQ. 7.J. Nr.3. Mai 1914. S.106/107.

1914.06.12.

Hans Franck an H.C.: „Sei der König am Graben  mir der Blume in der Hand. etc. ernste Allegorie, gegen zu häufige Verwendung des Wortes Seele.

1914.07.

Kuhlmann, Gottfried: Er bemängelt das Fehlen des Lyrikers H.C. in: Schulze, Niederdt. Schrifttum einst und jetzt. Die Bedeutung des H.C. ist unumwunden anerkannt. In: MQ. 7.J. Nr.4. Juli 1914. S.159.

1914.08.15.

Hans Franck inzwischen Landsturmmann. Er fragt nach der neuen Sammlung bei Janssen.

1914.09.06.

Dehmel hat den „Fahneneid“ ergreifend gesprochen. „Du Dich verkriechen? Mann! Und wenn Deine Lieder nur vom Ölzweig wissen, singe sie.“ (Franck: 6.9.1914).

1914.09.20.

Hans Franck dankt H.C. für seinen (zwischen dem 6. und 19.9.1914 geschriebenen) offenbar sehr inhaltreichen Brief; bestätigt den Empfang des Dehmelschen „Fahnenliedes“ (das er inzwischen selbst in Zeitschriften und Zeitungen fand), Kritik daran: schön aber nicht schlackenrein, holt Skizze „Der Krieg bricht los“ (Neue Rundschau Sept 1914). Legt Stichproben eigener (Franckscher Lyrik) bei. Franck hat einen anonymen Einakter geschrieben, der schon mehrfach gespielt wurde; sein neuer Einakter „Die Schlacht von Worringen“ wird uraufgeführt.

Zur Zeitgeschichte:

1. Sein (Francks) Vorgänger in der Hopfenstraße hieß Solvie.

2. Franck an H.C.: „Auch ich empfing von Klockmann Feldpostkarten. Von Begeisterung steht allerdings nichts darauf, aber auch nichts von Ekel. Sondern von Ernst, Gefaßtheit und von dem großen ‚Und dennoch’, das über alles hinwegreißt. (...) Jetzt einen Gedichtband zu machen, ist natürlich in ideeller wie in materieller Beziehung sinnlos, also ruhig warten.“

3. Kritik an dem Titel „Spökenspegel“.

1914.10.

Franziska Claudius schreibt: Kinder in der Kriegszeit. Aus meinem Tagebuch - Okt.1914 - Okt.1915 - Sept.1916. Darin über ihre Töchter: Ilse, Hedda, Trude.

1914.10.21.

Claudius trägt sich mit einer Gedichtsammlung (oder Novelle) „Spökenspegel“ (Brief an Franck).

1914.12.03.

Kritik Hans Francks über den Eisenschritt. (Brief vom 3.12.1914) Hochdeutsch und Plattdeutsch!

1914.12.08.

Wriede, Paul las Kriegsgedichte u.a. von H.C. aus „Eisenschritt“ bei einem Vortragsabend (Mitgliederversammlung) der Vereinigung Quickborn vor.

In: Hamburger Echo. 28.J. Nr.290. 12.12.1914.

In: MQ. 8.J. Nr.2. Jan.1915. S.75.

In: EE. 33.J. Nr.2. 15.1.1915 S.8.

1914.12.19.

Empörter Brief von Franck an Claudius, der sich offenbar darüber beschwert hatte, dass im Dezember-Heft 1914 der von Franck redigierten Düsseldorfer „Masken“ in der Kriegslyrik-Umschau nichts über H.C. erschienen war. Darauf am 12. und 22.12. schon wieder versöhnt.

1914.12.19.

Claudius, damals Lehrer an der Knabenschule Hoheweide 15 in Eimsbüttel (Verwalter einer 5. Knabenklasse) wird zur Infanterie I gezogen ( H.C. war vorher wegen allgemeiner Körperschwäche als Landsturm mit Waffe gemustert!) und erwartet demnächst seine Einberufung (Meldung des Schulleiters C.H.Dannmeyer an den Schulinspektor Meyer vom 22.12.1914) - [1;32].

1915

Kuhlmann, Gottfried: Plattdeutsch in Lesebüchern; darin Angabe über H.C.-Gedichte. In: MQ. 8.J. Nr.4. Aug.1915. S.153/154.

1915.01.05.

Brief von Franck an H.C.. Franck öffentlich des Vaterlandsverrats angeprangert wegen der „Masken“.

1915.01.08.

William Lottig spricht Zeitgedichte von Hermann Claudius aus: „Hörst du nicht den Eisenschritt?“ zum Thema: Zeitstimmung beim Kriegsabend des Vereins und der Vereinigung für Kunstpflege im Musiksaal des Gewerkschaftshauses in Hamburg. In: HE. 29.J. Nr.8. 10.1.1915.

1915.02.

Februar oder März, vor 20.3.: In Heft XIII der „Masken“ erscheint in Düsseldorf eine Sammelbesprechung über deutsche Kriegslyrik unter dem Titel: Deutsche Kriegsgeschichts-sammlungen III von Hans Franck mit einer eingehenden kritischen Würdigung von Hermann Claudius („Idylle“ - Hörst du nicht den Eisenschritt). Abschrift unter den Abschriften der Briefe von Hans Franck an H.C. vor 20.3.1915.

1915.02.

Die Plattdeutsche Gilde Schwerin trägt im Febr.1915 Gedichte u.a. von H.C. vor. In: EE. 33.J. Nr.5. 1.3.1915. S.19.

1915.03.20./22

Brief von Hans Franck, worin von der Erkrankung der Frau von H.C. die Rede ist.

1915.05.01.

Verärgerter Brief von Franck an H.C. wegen Meinungsverschiedenheiten über das Gedicht „Am Morgen“ von H.C.

1915.05.24.

Franziskas Bruder Karl (als Soldat) schreibt Feldpost-Geburtstagsglückwünsche aus Schwerin. Er redet seine Schwester an: Lieber Dackl.

1915.07.

vor 26.8.1915: „Memorandum an Franziska Claudia am Tage, da ich meine Offizierslaufbahn begann.“ Inhaltlich sehr schöner Trostbrief von H.C. an seine Frau [7].

1915.07.12.

H.C., Lehrer an der Volksschule Hoheweide 15, wird am 12. Juli zum Heeresdienst (unausgebildeter Landsturm) einberufen. Rekruten-Depot II Altona; II. Ersatzbataillon Infanterie-Regiment „Graf Bose“ (1. Thür) Nr. 31.

Militärische Gliederung 1914: IX.Armeekorps/Altona - 18. Division/Flensburg - 36.Inf.Brigade/Rendsburg - Inf.Rgt.Graf Bose (1.Thür) Nr.31/Altona. Erste Postkarten aus dem Quartier in Altona an Franziska.

1915.07.13.

Erster Brief an Franziska mit Schilderung der Zustände in der Kaserne - „das fade Gespenst des Militarismus steht mit schauderhaftem Gähnen über mir“ [19].

1915.07.18.

Brief von Hans Franck, der noch einmal in seine Mecklenburgische Heimat zum Abschiednehmen gefahren ist, da er seine Einberufung erwartet. „Denn - laß es mich einmal aussprechen - zu dem ganz wenigen, wirklich Positiven, das ich im Leben vollbrachte, sicher ist, daß ich Dir hin und wieder den Kopf gewaschen habe.“

1915.07.20.

H.C. schreibt an seine Töchter, er habe heute einen schweren Tag in Lurup gehabt. „Lieber wäre ich bei euch!“

1915.07.21.

Mutter Ida Claudius schreibt an H.C. und ist glücklich über Nachricht, dass ihr Sohn Paul lebt, in russischer Gefangenschaft.

1915.07.29.

Brief von Hans Franck an den Musketier Hermann Claudius, Altona, 2. Rekruten-Depot, 6. Kompagnie.

1915.09.06.

Brief von Hans Franck an H.C., aus dem hervorgeht, dass H.C. sich mit einer dritten Sammlung (Licht muß wieder werden) trägt. Die Widmung des Franck´schen Buches „Anno 1915“ an H.C. hat Franck auf H.C.’ Bitte unterlassen.

1915.10.11.

Dr. Pauly, Kiel, Adolfstr.44 schreibt einen Feldpostbrief an: „Herrn Musketier Hermann Claudius . 2.Rekr.Depot - 2. Bat. -Infanterie-Regiment 31 Graf Bose - 6te Kompagnie - 1. Korporalschaft; Post-Vermerk auf  dem Umschlag: II.R.D. nicht - 1 Ers. -  1/II (nur leere Briefhülle vorhanden) vgl. 28.10.1915!!

1915.10.13.

H.C. nach seiner Rekrutenzeit  zur 1. Komp. Königlich Preußisches II. Ers.-Btl. Inf.Rgt. „Graf Bose“ (1. Thür.) Nr. 31 versetzt. Körpergröße: 1,78 m. [1; S.36].

1915.10.16.

Altona. H.C., damals Angehöriger des 2. Ersatz Bataillons des Inf.Rgt Nr. 31, 1. Komp., 3. Korporalschaft in Altona, richtet von der Kaserne (Wachsbleiche) aus ein Gesuch an den Schulinspektor Meyer um Reklamierung vom Heeresdienst und Wiedereinstellung in den Schuldienst. Durch Verschlimmerung seiner Krampfadern am linken Fuß sei er endgültig für garnisondienstfähig erklärt worden. Als Schulmeister könne er für die Allgemeinheit mehr leisten als durch ewiges Wacheschieben. [1; S.34] - Er wird daraufhin am 21.10.1915 durch Regierungsrat Creutzburg in die Reklamierten-Liste aufgenommen.

1915.10.28.

Prof. Perthes, Bielefeld, Paulusstr.2 I. schreibt einen Feldpostbrief an: „Herrn Musketier Hermann Claudius . 2.Rekr.Depot - 2. Bat. - 31. Infanterie-Regiment Graf Bose - 6te Kompagnie“;  Post-Vermerk auf  dem Umschlag: II.R.D. nicht -  1teErs.Comp. II. Ers.Batl - 1/II  (nur leere Briefhülle vorhanden).

1915.11.26.

H.C. wird auf sein Reklamationsgesuch vom 15.11.15 hin am 26.11.1915 aus dem Heeresdienst zur Verfügung der Oberschulbehörde entlassen [1; 35] - Auszug aus dem Landsturm-Militärpass liegt vor; darin Körpergröße: 1,78 m [1;36].

1915.11.30.

H.C. wird wieder als Lehrer mit einem (Jahres-) Gehalt von 3500 M an der Schule Hoheweide 15 übernommen und am 2.12.15 an die Mädchenschule Forsmannstraße 34 versetzt.  [1; 35].

1915.12.02.

H.C. wird von der Schule Hoheweide 15 an die Mädchenschule Forsmannstr.34 versetzt. [1; 35] Hier befindet sich seine Klasse im dritten Stock, es macht ihm Not, soviel Treppen zu steigen. [1;38].

1915.12.13.

Hamburg-Winterhude, Volksschule für Mädchen, Forsmannstr. 34 - H.C. bittet in Anbetracht der verschlimmerten Krampfaderanschwellungen an den Füßen, um deretwillen er vom Militärdienst wieder entlassen wurde, um Versetzung an die Volksschule in Langenhorn, die seiner Privatwohnung näher liegt. Aber in Langenhorn-Süd ist, wie am 1.4.16 entschieden wird, keine Stelle frei.

1915.12.18.

Franck, seit Okt. oder Nov. Soldat, schreibt: „Du hast recht: Die Zertrampelung alles dessen, was freies Menschentum heißt, ist das Fürchterlichste bei der ganzen Sache. Wenn je, dann ist beim Militarismus Denken gefährlich.“

1915.Ende

Im Schleswig-Holsteinischen Kunstkalender erscheint für das Jahr 1916 ein warmherziger Aufsatz von dem damaligen Richter Stadtrat Dr. Fritz Pauly. „Mien lewe Landesspraak, Goden Dag“, worin neben Johann Hinrich Fehrs, Fritz Lau, Gorch Fock u.a. auch Hermann Claudius (Mank Muern) eingehend gewürdigt wird (mit Photo von H.C.); vgl. [5; 35 u 36] - H.C. als „Großstadt-Quickborn“.

1916

Zu H.C.’s Artikel über Ludwig Frahm. In. EE. 34.J. Nr.7. Juli 1916. S.187.

1916.01./02.

Jan oder Febr. Hans Franck liegt im Lazarett (am 7.4.1916 seit 3 Monaten).

1916.01.18.

Brief von Hans Franck an H.C., in welchem er die Anfänge von Hanns Johst und Joachim Frh v.d.Goltz begeistert begrüßt und gegen H.C. verteidigt.

1916.04.01.

Das Gesuch des Dichters H.C. vom 13.12.1915 um Versetzung an die Schule in Langenhorn wird am 1.4.16 endgültig abschlägig beschieden.   [1, 38].

1916.04.02.

An diesem Tage schreibt H.C. in ein seiner Frau geschenkten Exemplars seines wahrscheinlich soeben erschienenen Lyrik-Bandes „Licht muß wieder werden“: Meiner Ziska an einem hellen Frühlingsmorgen mitten im Krieg von Ihrem Hermann als Ausgleich zu dem unglücklichen „Ochsenkopf“ am Abend vorher. Da - nun ist er festgenagelt!“

1916.04.07.

Franck liegt seit 3 Monaten im Lazarett. Franck an H.C.: Scharfe Kritik an einigen in Zeitungen und Zeitschriften gedruckten Gedichten: „Ich glaub längst an Deine hochdeutsche Lyrik im Gegensatz zu früher, aber Mann, Mann! - durchhalten, herausholen.(...) Die Frage heißt nicht mehr: Wie kommen wir durch? Sondern wie finden wir zurück!“ - cf. 1916 August 30.

1916.04.07.

Hans Franck schreibt an H.C.: „Meine Seele tut seit Monaten nicht mehr mit. Weil ich nicht mehr glauben kann. Weil wir das Große verpfuscht haben und längst, längst statt eines Verteidigungs- einen Eroberungskrieg führen. Als ob Land und Geld die Opfer bezahlen, auch nur einer Mutter ihren Sohn bezahlen könnten! Es fehlt der Meister, der den toll gewordenen Knecht ... in die Ecke bannt. Und so geht das sinnlose Morden weiter.“

1916.05.14.

Ida H.C., Hermanns Mutter, schickt Franziska einen Geburtstagsbrief mit einliegender Haarlocke aus Hermanns zartester Jugend.

1916.05.27.

Aus einem Brief von Hans Franck an H.C. geht hervor, dass H.C. Gedichte von Fr vor der Lokustür rezitiert und sie angeblich bei Janssen, Paulsen (Pädagogische Reform) und Lamszus unterzubringen versucht hat. - „Friede? - ach Du, wo ist der Mann, der es diesmal zwingt? - Redakteur-Sorgen. Mangelnde Freiheit“.

1916.05.27.

Hans Franck an H.C. Überaus scharfe, aber in manchem berechtigte Kritik von Fr. an H.C.´s „Licht muß wieder werden“: „Du bist mit dem Buch auf dem richtigen Weg. Ich bezweifle keinen Augenblick mehr Deine Mission als hochdeutscher Lyriker. Aber: Das Buch taugt nicht.“

1916.07.06.

Scharfe Kritik Hans Francks über „Licht muß wieder werden“.

1916.07.25.

Gästeliste zum 60. Geburtstag von Ludwig Frahm in Poppenbüttel; dabei auch H.C. In: EE. 34.J. Nr.8. Aug.1916. S.219.

1916.08.12.

H.C. in Dagebüll angekommen, trifft Frl. Hedwig Bleicken mit Tochter Ilse.

1916.08.14.

H.C. in Nieblum auf Föhr schreibt an Frau von Knobloch: „Föhr ist samt seinen Menschen (die Fremden ausgenommen) ein Stück Welt- und Kriegs-Entrücktsein, daß ich ungern, un...gern wieder gehe. Mit besonderem Gruß Ihr Herm Claudius.“

1916.08.30.

Aus einem Brief von Hans Franck vom 30.8.16 scheint hervorzugehen, dass Claudius inzwischen Felddienstfähig geschnürt ist, aber zur Artillerie soll.

1916.08.30.

Hans Franck an H.C.: „Mit dem Kriege raufe ich immer noch. Kann auch nichts anderes denken und dichten“ (vgl. April 7/1916).

1916.10.08.

H.C. hat für den „Katholizismus“ von Lersch kein Verständnis (Brief von Franck an H.C.). - Brief von Lersch über Freundschaft, „Ich-Versponnen-Sein“, vor dem Franck bange wird. Stellung zum Krieg.

1916.10.08.

Franck an H.C., der ein neues Buch bringen will („Menschen“?). „Du darfst das Versagen Deines letzten Buches (Licht muß ..) nicht wiederholen!“

1916.10.08.

Franck: „Eins will ich nicht vergessen zu sagen: daß mir die Ehrlichkeit, die Frische, die Ursprünglichkeit Deines Briefes viel Freude gemacht hat. Nur: glauben, bis man zweifeln muß, erneut zweifeln, bis man glauben muß, heißt die Freundschaftsdevise“.

1916.11.15.

(vgl. 1917.03.05) Anti-Kriegsstimmung von Claudius. „Nein, Du, zwischen uns liegt etwas ganz anderes: Du läßt Dich vom Krieg vexieren, kleinkriegen, starrst wie ein Halbirrer auf einen Punkt an der Wand, machst nur in Anti wie einst in Pro und bist drauf und dran ‚Dein Künstlertum’ zu notzüchtigen, wie Du in anderen das Künstlertum (siehe Lersch) notzüchtigst.“

1916.11.22.

H.C. teilt Frau von Knobloch-Geerling seine Einziehung zum Heeresdienst zum 1.12.16 mit   [4;2]: „Sehr verehrte Frau v Knobloch, damit Sie´s gleich wissen: Einziehung zum 1. Dezember zum Heeresdienst. Wann kann ich Sie sprechen? Mit Grüßen Ihr H.H.C. - NB. Montag abend bin ich versagt.“

1916.12.

H.C. wird G.v. (garnisondienstfähig) geschrieben [1;44] - Seine Einberufung soll die Folge des Erscheinens seines Buches „Menschen“ gewesen sein. Irgendein Militär wollte ihn unbedingt wieder zur Infanterie überstellen, doch überwies ihn der Truppenarzt zu Bahrenfeld - Dr. Allenstein - als G.V. -Mann zur fahrenden Truppe ins Feld.

1916.12.01.

Am 23.11.16 teilt H.C. seinem Schulleiter mit, dass er sich laut Kriegsbeorderung zum 1.12.16, 9 Uhr morgens erneut zu stellen habe. [1; 39] Damals noch Lehrer an der Forsmannstraße 34.

1917.01.05.

Abends wird der Transport zusammengestellt, in Gepäckwagen verladen, Abschied gegen 24 Uhr.

1917.01.06.

Marsch durch Bahrenfeld-Ottensen nach Altona HBF. - Am 8.4.1923 [5;7] schreibt H.C. an Hans Grimm: „Meine Frau befiehlt einen freundlichen Gruß. Sie erinnert sich Ihrer Länge immer noch seit jener Nacht am 6. Januar 17 in Bahrenfeld“. (Hans Grimm war körperlich noch größer als H.C.)

1917.01.06.

H.C. auf dem Truppentransport nach Westen [1; 47] Zugstempel Hamburg – Osnabrück, über Kirchweihe, Münster, Haltern, Wanne, Hochöfen, Eisenzechen vor Köln. „Ich entdecke für mein Naturell immer wieder die große Verwandtschaft zum Süden Deutschlands, auch was das Anti-Preußische angeht.“ H.C. singt im Zugabteil plattdt und hochdt Couplets. [4;2a].

1917.01.07.

Bahnfahrt durch Belgien, Station in Charleroi.

1917.01.08.

abends in Cambrai.

1917.01.09.

morgens in Aubigny au Bac.

1917.01.10.

nach 4-tägiger Eisenbahnfahrt (68 Std) im Sammeltransport mit Übernachtung in der Kirche zu „Ecout St.Mein, in der uns die Kälte aus den Steinfliesen bis in die Knochen fraß“ [4;3] - Morgens 8 Uhr Messe in der Kirche, H.C. spielt auf der Orgel „Der Mond ist aufgegangen“.

1917.01.10.

Im Feld. „Inzwischen bin ich seit dem 6. Jan 1917 im Felde tätig.“ - In Quéant wird um den 9.1. ein Zeichner beim Stab gesucht. H.C. wird angenommen, kommt nach Vaulx. 

1917.01.11.

in Vaulx in Nordfrankreich (Brief an HvKnobloch) - H.C. an Grimm am 25.8.1932 [5;47]: „Noch Eines: Wachtmeister Sch. (Schümann) rasierte mich dort eines Tages, als ich als Befehlsgänger von der Abteilung kam, oben im Schloss zu Vaulx. Es deuchte mich, daß er sich dadurch bei Ihrer Empfehlung leibhaftiger meiner erinnerte. Es war eine köstliche Feldscene und ganz und gar unsoldatisch. Buchwald wenigstens war dabei.“ Vgl. 25.8.1932!

1917.01.11.ff

Jan.11 + 14 + 15 + 16 + 21: H.C. in Vaulx (südlich der Straße Cambrai-Arras) in Nordfrankreich beim Stab Lauenb. F.A.R. 45  - 18. Div. - IX.A.K., als Kartenzeichner und Zahlmeister-Assistent  [4;3]. Geheiztes Geschäftszimmer!

Lauenburgisches Feldartillerie-Rgt. 45   [4;4+5+6] 1917. Febr.5  (mit Hans Grimm) wahrscheinlich noch in Vaulx [4;8].

1917 Febr.9  noch beim Stab F.A.R.45.

1917 Febr (nach Febr.9)  Stab Art. Kommandeur 18.

1917.01.14.

Sonntag mit Juniwetter! Erschüttert beim Anblick von abgelösten Infanterie-Einheiten aus den Granatlöchern der Feuerstellung.

1917.01.15.

H.C. zahlt einen Betrag von 35 M bei der K.D.Feldpost der 18. ID ein (Quittung in Mappe 09) – Abt.Stab I/45 Westen.

1917.01.21.

H.C. sendet Frau von Knobloch den „gestern abend von 9 - 10 ½ „durchgearbeiteten Boefje“ zurück.

1917.01.22.

H.C. begleitet seinen Hauptmann, den Leutnant und den Stabsveterinär auf Inspektionsreise in der Division.  [4;7]

1917.01.24.

1. Klostergarten hinter der Kirche in Vaulx.

2. „Nichts ist beständiger als die Lust am Leben“ [4;7].

1917.01.26.

H.C. ist beunruhigt über Gerüchte von Pocken in Hamburg.

1917.02.05.

H.C. berichtet über ein Zusammentreffen mit Hans Grimm, der mit den Munitionsfahrern Fiete Freiberger, Alex Krohn und Alexander Hoffmann in einem „wundervollen Holzhaus (...) einträchtiglich und fein zusammenhaust. Um 10 Uhr abends kommen Fite und Alex von der Fahrt von Achiet le Petit. Freiberger verwundet. Sie erzählen: ‚Heut war Krieg’ (...) Wann is de Schiet all?“ [4;8] vgl. ST 89ff.

1917.02.09.

Brief von H.C. an Geerling über „Menschen“, Literatur und Literaten; damals noch Stab F.A.R.45 [4;9] - H.C. fühlt immer mehr, je weiter das Büchel („Menschen“) zurückliegt, daß es ein Tendenzwerk ist. „Eine Welt vorweggeboren, eh ich richtig darin heimisch war. Literatur und Literaten nicht nötig zum Kulturbestand eines Volkes. Lang, lang schriew ick nichts wedder.“ - H.C. liegt noch in Vaulx-Vraucourt beim Stab I Feld-Art.Rgt 45 (beim Regimentsstab also) und Grimm ist auch noch dort [4;9].

1917.02.09.

Am 19.8.1939 schreibt H.C. an Hans Grimm: „Und nun sind Sie doch mein großer guter lieber Hans Grimm von Vaulx-Vraucourt und vom père Cousemaque zu Denin mit der schlanken signorita geblieben.“ [5;121]. 

1917.02.09.

Grimm wird vom Regimentsstab in Vaulx-Vraucourt als Hilfsschreiber zur (18.Feldart.) Brigade versetzt (offenbar noch Febr 1917, aber nach Febr. 09.) Grimm: Meine geliebten Claudius-Gedichte S. 17 und [4;9]. Grimm trifft dort Lamme Goetzak (offenbar = Fritz Buchwald). Der Brigade lag die Durchführung der Sprengungen ob (darunter Ecout St. Mein). Dann in Ruhe nach Denain. Dorthin wird H.C. kommandiert.

„Als ich danach mitten im Gefecht bei Noureuille Fernleitungen legen mußte, rief mich ein ärgerlicher nächtlicher Funkspruch, der mich Todmüden aus dem Schlafe riß, zum Munitionsschreiber nach Aubigny au Bac. Grimm hatte mich, wie ich nach langer kalter aber getroster Wagenfahrt erfuhr, seinem Wachtmeister vorgeschlagen. Mein Herz schlug ihm warm entgegen“ (Filmstreifen S.5).

H.C. wird auf Grimms Veranlassung von Vaulx (bzw Noureuille) nach Aubignaq au Bac (bzw Denain) gerufen als Munitionsschreiber. Dort trifft er Grimm und Lamme Goetzak (wahrscheinlich = Fritz Buchwald). Grimm: Meine geliebten H.C.-Gedichte S.17; [4;9]; [5;35]; Filmstreifen S.5.

In Denin muss Grimm H.C. einmal gesagt haben: er sei ein deutscher Schafskopf [5;19].

„Was ich genau so dankbar und als Rettung empfinde als damals den Funkspruch von Aubigny au Bac nach Noureille Anno 1917 im Februar“ (H.C. an Grimm am 22.12.1931, als Grimm zum 2. Mal Entscheidendes für ihn tut und seine Gedichte herausgibt [5;35].

1917.02.09.

nach 9.2.17: H.C. zum Stab Art.Kommandeur 18 in Nordfrankreich versetzt [1;49].

1917.02.15.

Foto-Postkarte des Fotographen W.Bronisch geht an Franziska H.C. und an den Kanonier Hermann Claudius im Felde. Foto zeigt Franziska mit ihren 3 Töchtern vor dem Hause Primelweg 8 im Schnee.

1917.02.18.

Mittags Stellungswechsel gen Cambrai.

1917.03.01.

H.C. vom Stab fort und in die 3. Batterie FAR 45 versetzt.

1917.03.05.

Brief Francks an H.C. spiegelt die innere Verstimmung zwischen beiden, die schon seit Monaten andauert. Urteil über „Menschen“ von Claudius - vgl. 1918 Nov 13.

1917.03.23.

H.C. in einer Vorstadt in Nordfrankreich. Abs: „Kanonier Claudius Stab Art Kommandeur 18 - muß die Munition zählen!“ [4;10].

1917.04.07.

Hans Grimm als Dolmetscher beim A.K Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern - Brief an H.C.: Art.Komm.18 - 18. Inf.Div.

1917.04.25.

Schreiben des Stellvertr. Generalkommandeurs IX A.K., Altona; an die Oberschulbehörde Hamburg mit dem Anheimgeben, ein Disziplinarverfahren gegen H.C. einzuleiten. Verbot seines 1916 erschienenen Buches „Menschen“  [1;40]. „Es läßt eine gerechte Würdigung der sittlichen Werte vermissen und stellt das Wesen des Krieges in entstellender Weise dar, so daß seine Verbreitung im allgemeinen Interesse nicht geduldet werden kann. Das Buch ist in mehreren Expl zu requirieren! Von der Oberschulbehörde dilatorisch (= schleppend) behandelt“, siehe Bericht vom 10.4.18.

1917.07.18.

Franck an H.C.: „Auf den richtigen Claudius, der 1914 nahezu fertig war und es - denke ich - 1917 wird, freue ich mich ganz ungemein. Denn wenn ich Dir auch manchmal den Kopf gewaschen habe, und Du dabei nach Kindesart allzu ungebärdig strampeltest und um Dich schlugst, das sollst Du wissen, gern habe ich Dich als Mensch und Künstler vom ersten Augenblick gehabt und habe mit einer Uneigennützigkeit wie Wenige nichts gewollt als Deine Entwicklung nach besten Kräften zu fördern.“

1917.08.01.-12.

Erster Urlaub daheim. H.C. spinnt sich völlig ein. [4;11] und [1;44].

1917.08.16.

H.C. im Felde im Westen. Brief des Dichters, damals Kanonier im Stab des Artillerie Kommandeurs 18, an den Schulinspektor Meyer in Hamburg. Berichtet, dass es ihm nicht, wie seinem Freunde Hans Grimm, der Stimmungen an der Front fassen soll, gelungen sei, eine Stelle zu erringen, an der er wirklich tätig sein könne, sondern seit Jan. 1917 ein elendiger Munitionsrechner sei. Bittet um seine Reklamation als Schulmeister, vielleicht als Zeichenlehrer [1;44]. H.C. schreibt: „Meine dichterische Ader verwassert hier desgleichen; aber vielleicht bedeutet das ja dem wahren Weltgehalt Näherkommen.“ [1;44] H.C. glaubt, dass er allen Boden auf dieser Welt unter den Füßen verloren habe, außer dem von Weib und Kindern. „Den Tod her - bald ich die nicht mehr hätt.“ [4;11]

Gedicht für Frau Henriette von Knobloch-Geerling „Wenn ick wedderkam“ vom 16.8.17 (in „Wieland“ 1917 veröffentlicht Q/).

1917.08.17.

Von Menschen hat H.C. an Frau v Knobloch-Geerling geschrieben: „Und dennoch bin ich gläubig, menschengläubig!“ [4;12].

1917.08.31.

Von einem Urlaubstag in Brügge (van Eyck und Memling) sendet H.C. einen Gruß an Henriette Geerling [4;13].

1917.09.

H.C. muss 14 Tage in Wildenburg gelegen haben. Am 1. Oktober scheint der Zug in die neue Stellung - und ??? lang zurück zu liegen (Brief an Grimm vom 1.10.17). [5;1] .

1917.09.12.

H.C. in Wildenburg/Flandern.

1917.09.25.

H.C. an Grimm am 27.11.1935: „Lieber Hans Grimm, ich ordnete eben in Papieren, und da sah ich zwischen den dicken Packen, der Ihre Freundlichkeiten zu mir umschließt, einen Brief aus Bahrenfeld vom 25.9.17: ‚Ich (Grimm) hoffe zuversichtlich, Sie halten, wenn ich nicht im letzten Moment doch noch wo anders hinkomme, wirklich ein warmes Plätzchen für mich.’ Nachher ist es umgekehrt gekommen und Sie haben es in Wirklichkeit getan.“

1917.10.?

vermutlich Oktober, zwischen August und November 1917 im Westen: Am letzten Tag unseres Abzuges aus Etinchem (Frankreich) hat nur ein Zufall sein Leben gerettet (aus einem Brief vom 28.4.18 )- [1;47].

1917.10.

an Hans Grimm: H.C. fühlt sich nach der Trennung von Grimm und Freitag vereinsamt - [5;1].

1917.10.13.

H.C. noch in Gits/Flandern.

1917.10.15.

Hedda H.C. schreibt ihrem Vater am 27.9. einen Geburtstagsbrief mit bunten Zeichnungen (u.a. Kartoffelernte): Kan. H. Claudius - Stab Art. 18 - Dtsch Feldpost 894. Poststempel: 15.10.17.

1917.10.19.

H.C. auf dem Transport in den Osten.

1917.10.27.

H.C. vom Westen nach dem Osten übergestellt und tut Dienst beim Art.Kommando 18. Inzwischen hat Frau von Knobloch-Geerling versucht, für H.C. unter Hinweis auf die Arbeit am Boefje einen Sonderurlaub zu erwirken, der am 28.10. aus dienstlichen Gründen abgelehnt wird; doch wird H.C. erlaubt, in Wilna an dem Manuskript zu arbeiten (Generalmajor Frh v Massenbach) - [4;14+16+17].

1917.10.31.

Wilna. Brief von H.C. an Henriette v Knobloch-Geerling, der ihn in eben nicht sehr günstigem Licht erscheinen lässt. Kämpft um Urlaub. [4;16].

1917.11.08.

Brief des Dichters, damals im Stab des Artillerie Kommandeurs 18 in Wilna (vorher in gleicher Stellung in der gleichen Einheit im Westen), teilt mit, er müsse nach ¾ Jahr Bureautätigkeit in die Batterie zurück, zwischen den aktiven Ersatz lauter jüngerer Leute; bittet erneut um Reklamierung. [1;46].

1917.11.09.

Wilna. H.C. hat von seinem Generalmajor Zeit für schriftliche Erledigung seiner Arbeit am Boefje zugestanden bekommen. „Ich stand auf dem Schub in die Batterie (es wurden nämlich im Osten alle Stäbe verkleinert), was des Teufels Extra-Hölle bedeutete, nur die Erinnerung an die schriftliche Erledigung des Boefje rettete mich“  [4;17].

1917.11.11.

„Vielleicht ist zu der Zeit meine Reklamation seitens der Schulbehörde durch. Sie hätte längst durch sein müssen. Ob man mir meine „Menschen“ nachträgt? Ob ich im Waffenrock unbewaffneter erscheine?“ [4;18].

1917.11.11.

Wilna: [4;18]

1. „Denn wir hoffen hier im Angesichte des litauischen Winters auf Einstellung in Oberitalien.“ [4;18].

2. Erbittet sich das Manuskript des Boefje zur Durcharbeitung.

3. über Grimm.

4. Janssen hat sein Buch „Menschen“ an Georg Westermann verkauft.

1917.11.17.

Kanonier im Stab Art.Komm 18 im Osten (Wilna) - [1;46].

1917.12.01.

(hier spätestens schon Nov.28.) [4;20] schreibt H.C. plötzlich als Soldat aus Mülhausen i. Elsaß. Milieuschilderung [4;19]. „Ich habe“, schreibt er am 8.12.1917, „die Friedensfahnen vergessen zu erwähnen. Die Hauptstraßen hatten am 30.Nov. überreich in alten Farben geflaggt, ohne, daß Tote darum zu beweinen waren.“

1917.12.08.

1. H.C. noch im Ober-Rheinischen Städtchen vom Süddeutschen Dialekt und Lebensart stark beeindruckt.

2. Sendet den durchkorrigierten Boefje an Henriette Geerling zurück.

1917.12.17.

(noch im Westen) in einem Brief  an Frau v Knobloch vom 19.12.1917 schreibt H.C. [4;21]: „als ich vorgestern im Brief meiner Franziska den Satz las: Ilse tanzt den Walzer nach Schubert allein auf der Bühne, wie sie ihn selber erdachte (...), da stieg´s heiß in mir auf. Und nachher auf einem Ordonnanzgang mitten zwischen den vielen Menschen packte mich´s noch einmal: das Gefühl, verschlagen zu sein, das Gefühl, unersetzliche Stunden versäumt zu haben (...) es war gut, daß es schon dunkelte. Ich rannte in den ersten Buchladen und suchte (...) für den ersten Tanz meiner Ilse, (...) kaufte ein Büchel:  3 Märchen von H.C. Brentano für 4,40 M. Hurrah!“

1917.12.19.

H.C. noch im Westen: Mülhausen/Elsaß - [4;21].

1917.12.24.

H.C. Weihnachten nicht daheim. Die sehnsüchtigen Gedanken gehen zu Frau und Kind - [4;22] (Brief vom 26.12.17) - „Es fraß an mir, nicht Kind mit meinen Kindern sein zu dürfen“. - Auch am 31.12.17 nicht daheim.

1917.XXXX

Am 11. Oktober 1928 schreibt H.C. an Grimm: „Ich bin seit 11 Jahren Partei-Mitglied.“ (der SPD) - [5;24].

1918

Herkunft des Begriffes „Sünnros“ nach einem Gedichttext, den H.C. 1918 einem Tanz unterlegte, vgl. bei Helms/Blasche: Bunte Tänze. In: Oetke, Herbert: Der deutsche Volkstanz, Bd.1. Wilhelmshaven 1983. S.36.

1918

Krüger, HKA.: De Lihrer as plattdütsche Dichter; darin H.C. In: EE. 36.J. Nr.1. Jan.1918. S.4-12.

1918.01.10.

(als Soldat noch im Elsaß) - H.C. studiert den Michel-Angelo in den Blauen Büchern von Langewiesche. Tiefes Erlebnis. Erinnerung an seine Knabenzeit, wo er in der Hamburger Kunsthalle einen Gipsabdruck sah [4;25] - als Contrapunkt: Mörike.

1918.02.14.

Vor einigen Tagen Stellungswechsel, 2 tägige Eisenbahnfahrt nach Frankreich, vor wenigen Minuten hat er sein neues Munitionsgeschäftszimmer, in dem er schläft und haust, fertig gemacht. Friedenssehnsucht. Pflückt eine Knospe zu sehen, ob sie innen grün sei: klagt sich an. Elegische Stimmung. [4;26].

1918.02.16.

noch in Frankreich - [4;27].

1918.03.11.

Durch Fliegerbomben mit einem Schlag 37 Tote.

1918.03.15.

Sehnsüchtiger Brief aus dem Westen (am 11. März durch Fliegerbomben mit einem Schlag 37 Tote) - [4;28].

1918.03.21.

oder März 20.? - Vormarsch im Westen bis „heut“ (d.h. dem Tag, an welchem er den Brief schrieb, nämlich am 28.4.1918), in der 2. Staffel mitgemacht, gehört zum Stab des Art. Kommandeurs 18 bei der 18. I.D. - [1;47].

1918.03.22.

Offensive im Westen. „Seit dem 22.3.18 kennen wir kein Hauswohnen mehr. Die Baracken der Engländer sind schlimmer als Mutter Grün: Läuse, Mäuse und Schleuse“ (24.4.18) [4;31].

1918.04.06.

H.C. schreibt an Franziska und möchte für seine Reklamation geltend machen, dass er Ferienleiter (Aufsicht: Herr Trost, Frl Bleicken) war.

1918.04.10.

Wohlwollender Bericht des Schulrats Umlauf über Claudius und sein Buch „Menschen“. Disziplinarverfahren gegen ihn abgelehnt: 7.5.18 - [1;43], aber eine Reklamation soll nicht erfolgen, H.C. sei g.v.Feld.

1918.04.14.

noch im Westen. „Auf einmal sind ‚Menschen’ wieder aktuell! Sollte das jetzt nicht frei zu bekommen sein?“ - [4;30].

1918.04.24.

im Westen: Barackenlager Suzanne bei Bray en France, Sommetal. Habe mit den Engländern zu tun. „Was Henriette Geerling von der Offensive denkt, ist Romantik ohne Füße und Flügel. Ich mag davon nicht schreiben. (...) Kriegsfeind bis an sein Ende“ - [4;31].

1918.04.28.

Brief des Dichters an den Schulinspektor Meyer, bittet um Reklamierung. „Inzwischen bin ich seit dem 6. Jan.1917 mit 14 Tagen als Unterbrechung im Felde tätig.“ Vom 21. März 1918 ab (mindestens bis zum 28. April 18, an welchem Tage er diesen Brief schreibt) macht er in der 2. Staffel den Vormarsch mit - berichtet von den Schrecken der Schlachtfelder, der Todesgefahr am letzten Tage des Abzugs aus Etinchem, seinem nervösen Zustand, dem Heimweh nach Weib und Kind, rechnet mit Urlaub Ende Juli 1918 - [1;47] - Frhr.von Maßenbach, Generalmajor bei der 18.I.D., ist ihm als Poeten gewogen.

1918.05.14.

„Ihr Anti-Krieger H.Claudius“ - [4;32].

1918.06.07.

1. in Chercq in Belgien.

2. hat (offenbar in der Schweiz) einen Aufsatz zusammen mit Frau v Knobloch-Geerling veröffentlicht. - [4;33] - wahrscheinlich: Brief der Henriette Geerling an den Urenkel. In: Wissen und Leben. Zürich 1917/18. - Redakteur: Bovet Kritik von Seelig im St. Gallener Tageblatt.

1918.06.18.

Reklamationsgesuch des Dichters an die Oberschulbehörde in Hamburg, z.Hd. Schulinspektor T.Th. Matthias Meyer - [1;49]: Er würde in den Bezirkslisten als K.V. anstatt G.V. eingetragen stehen.

1918.06.18.

H.C. schickt Ansichtskarten aus Tournai.

1918.06.26.

Um diese Zeit (zwischen 22. u. 26 Juni) setzt Schulinspektor Meyer die Gattin des Dichters über die Sachlage in Kenntnis - [1;49].

1918.07.29.

Rückfahrt aus dem Heimaturlaub - tagelange Hin- und Herfahrt.

1918.08.03.

Neue Stellung bei Laon.

1918.08.16.

in Malval Ferme, 22 km westlich von Laon.

1918.08.28.

Brief: Haust in Erdlöchern - [4;34].

1918.09.15.

Franziska fährt mit Kindern zur Kur nach Sylt; ihre Anschrift ist noch nicht bekannt, deshalb Sammlung von Tagesbriefen.

1918.10.04.

H.C. schickt seiner Frau zum 14. Hochzeitstag eine Zeitung mit rot unterstrichener Angabe des Kampfraumes in Frankreich: am Chemin des Dames. Er nennt Wilsons Rede wichtig.

1918.11.09.

Nachricht vom Waffenstillstand am Montag Mittag (11.1.18). Brief aus Sart St.-Laurent chez Namur: Le Guerre est finis!

1918.11.13.

(letzter Brief vom 18.7.1917) - hat es eines Fluges für H.C. bedurft, um zu Franck zurückzukehren (Brief von Franck an H.C. vom 13.11.1918). Großer Krach in Düsseldorf (ausgerechnet durch Herrn W. Fischer!) Franck will fort aus Düsseldorf.

1918.11.29.

vgl. 24.1.1919 - H.C. aus dem Heeresdienst entlassen. [1;50].

1918.11.30.

H.C. wieder in den Schuldienst (Forsmannstr.32/34) eingetreten - [1;50]. Er verzichtet auf den Erholungsurlaub, der ihm nach Rückkehr aus dem Heeresdienste eigentlich zustand. [1;52].

1919.01.03.

Grimm an H.C.: Er dankt für Zeilen vom 31.12.18 [6; 03]. Grimm teilt mit, dass er im Herbst in Lippoldsberg sesshaft geworden sei. Seine Tochter Holle geboren.

1919.01.24.

Franck an H.C: „Ich kann es mir nur zu lebhaft vorstellen, wie bei Deiner Heimkehr die Wogen des Familienglückes über Dir zusammengeschlagen sind.“

1919.02.28.

Hans Franck an H.C.: „Einige Sätze Deines Briefes verheißen zwischen den Zeilen ja auch von Dir Neues. Ich freue mich sehr darauf!“

1919.03.18.

H.C. liest vor versammelten drei Dorfgemeinden in Delve/Holstein (vgl. Karte).

1919.03.27.

Die Oberschulbehörde beurlaubt den Dichter für Reisen zur Vortragstätigkeit (literarisch-plattdeutsche Vorträge) der Vereinigung für unentgeltlichen Ferienaufenthalt e.V., (auf Anraten von Stadtrat Pauly, Kiel) die am 15.3. 1919 eine dahingehende Eingabe an die Oberschulbehörde gemacht hat - [1;51].

1919.03.XX

vor 31. März 1919. Brief von Franck an H.C. - erscheint im Druck in Hamburg eine Denkschrift der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens in Hamburg „Unseren Kriegern“ (Hamburg o.J.). Sie enthält die wahrscheinlich schon im Dez. 1918 gehaltene „Rede des Proponenten Fritz von Borstel: Ihr lieben Heimgekehrten! Ihr trauernden Witwen“ sowie „Totenklage“ von Walter Flex, Bilder von Fidus, ein Gedicht von Hans Franck, eines von Johannes Gläser: zu neuem Leben sowie von Claudius 3 Gedichte:

1. Sie sollten den Schatz, den wir gehegt.

2. Sterben für dein Volk.

3. Licht muß wieder werden.

1919.05.XX

Hermann Claudius als positives Element in der Gesellschaft „Diogenes „ (Oscar Ludwig Brandt). In: Diogenes. 1.J. H.3. Mai 1919. U IV.

1919.06.XX

H.C. kündigt für das Sommerhalbjahr 1919 Vorlesungen der Hamburger Volkshochschule (Vorsitzender: Senator Emil Krause) über niederdeutsches Schrifttum im Seminar Steinhauerdamm 10 an, und zwar über:

Epik: Fehrs, Lau, Wisser

Dramatik: Stavenhagen, Wagenfeld, Boßdorf

Lyrik: Wagenfeld, Much, Seemann. -

Auch Guido Höller beteiligt sich an Vorträgen.

1919.06.30.

Brief von H.C. an Hans Franck:

1. Barlach

2. Fritz von Unruh im Thaliatheater.

3. Volkshochschule.

4. Hausbaupläne (vgl. dazu H.C. an Franck am 7.8.1919).

1919.07.19.

Franck kritisiert scharf die in der Lit. Gesellschaft Heft 6/1919 erschienenen Umdichtungen einiger Gedichte des Wandsbecker Boten ins Plattdeutsche durch H.C. - gemildert durch Brief vom 23.8.1919.

1919.08.07.

Brief von H.C. an Franck:

1. Auskunft über „Freie Knechte“.

2. Volkshochschule.

3. Hauspläne gescheitert.

4. wehrt sich gegen die Vorwürfe wegen des plattdeutschen Matthias Claudius.

1919.08.10.

Dem Dichter wird sein 4. Kind (Ursula) geboren. Er ist danach an der Volksschule Langenhorner Chaussee 515 tätig. [1;52] - vgl. dazu Franck vom 23.8.1919 - Ursula später verh. Jung.

1919.08.27.

H.C. erbittet im Zusammenhang mit der durch die Geburt seines 4. Kindes und gesundheitlicher Rückschläge bei seiner Frau im Hause geschaffenen schwierigen Verhältnisse einen Sonderurlaub und erhält ihn vom 5.9. bis 30.9.1919 durch Senator Emil Krause genehmigt. - [1;52].

1919.09.05./30

Sonderurlaub des Dichters wegen seiner häuslich schwierigen Verhältnisse.

1919.09.19.

Brief von Franck an H.C., aus dem hervorgeht, dass H.C. die ihm zugedachte Widmung eines Franckschen Gedichtes leise (?) abgewehrt hat. - Weiter geht aus dem Brief hervor, dass sich Franck gegen Dehmel ausgesprochen zu haben scheint.

1919.11.20.

Prof. Otto Perthes aus Bielefeld gibt H.C. Ratschläge zur Beschaffung eines notwendigen Darlehens zur Erlangung einer Wohnung. Verbindung zur Schillerstiftung [8;].

1919.12.10.

Hans Franck an H.C.: „Zu Deinem letzten Brief habe ich mich sehr gefreut. Es sprach daraus ein völlig in Dir selbst-Ruhen, das mir herzlich wohltat. Etwas von dem Schien:(??) mein Glas ist klein, aber es ist mein.“ Folgt etwas über literarische Produktion - Dozentur für H.C. innere Befriedigung.

1919.12.XX

Lottig, Willi: Elternschaft sei auf der Wacht! Zur Bewegung für die Einführung der Einheitsschule. „Die Losung hat Hermann Claudius gerufen: Flamme der Revolution! bleib wach!“

In: HE. Nr.577/A. 12.12.1919.

1920

Goetze, Ed.D. zu Plattdt. Lieder, komponiert von Olga Zeise (aus Mank Muern). In: EE. 38.J. Mai 1920. S.88.

1920

Janssen, Albrecht zu Anna Helms/Julius Blasche, Bunte Tänze. In: EE. 38.J. 1920. S.108.

1920

Stammler, Wolfgang: Geschichte der nddt. Literatur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Reihe: Aus Natur und Geisteswelt. Bd.815. Leipzig/Berlin 1920: Teubner Verlag; darin H.C. S.122-124.

1920

Eine Hamburgische Kulturgeschichte 1890 – 1920. Beobachtungen eines Zeitgenossen; darin S. 238 über H.C.

1920.03.24.

Hans Franck freut sich auf den neuen Versband, den H.C. demnächst herausbringen wird. - „Nun, da ich höre, daß sich das Echte in Dir, das aus Deinen Briefen lebendig zu sein scheint, wieder zu einem Werk verdichtet hat, bin ich voll fester Zuversicht. (...) Ich habe so den Eindruck, als ob Du sehr viel weiter nach links gerutscht wärst als ich. Jedenfalls hörte ich von Adolf Jensen, Deinem Nachbarn, derartiges. Was das zitternde Sich-nicht-Getrauen betrifft, von dem Du schreibst, erhalte es Dir, es ist Deines Wesens bester Teil, das, worin Deine Stärke und natürlich auch Deine Schwäche liegt.“

1920.06.17.

Hans Franck schickt ihm im Manuskript die Gedichte (Lieder der Unruh) mit einigen kritischen Bemerkungen zurück. Er bestaunt, wie´s scheint, die Absicht, sie bei Westermann erscheinen zu lassen. Zu Konrad Hanf will Fr. nicht raten.

1920.09.22.

1. H.C. berichtet Hans Grimm über seinen neuen Lyrikband „Lieder der Unruh“ [5;2].

2. H.C. hat Kolbenheyers Roman „Meister Pausewang“ kennen gelernt, tief beeindruckt, hat an ihn geschrieben.

3. Vergleich zwischen sich, Grimm und Kolbenheyer

4. H.C. ist die Treppe heruntergefallen.

5. Petersen und Dörflinger erwähnt.

1920.09.7./27.

Claudius wird vom Arzt infolge einer Verletzung der rechten Schulter, des rechten Arms und der rechten Hüfte und des rechten Beines (Sturz von der Treppe) für vorläufig 3 Wochen dienstuntauglich geschrieben, er nimmt seinen Dienst am 27.9.1920 in der Schule Langenhorn-Süd wieder auf [1;54+55].

1920.10.

„Lieder der Unruh“ erscheinen und Hamburger Kinnerbok (Handexemplare des Dichters).

1920.10.-11.

Ende Oktober, Anfang November. Brief von Franck an H.C., aus dem hervorgeht, dass H.C. zu Francks Belustigung über ihn als Dramatiker öffentlich sprechen will.

1920.10.15.

Verein für Kunstpflege. Der anberaumte Claudius-Abend kann nicht stattfinden. In: HE. 34.J. Nr.467/A. 6.10.1920.

1920.11.15.

H. Franck bestätigt den Empfang der „Lieder der Unruh“ und des „Hamburger Kinnerboks“.

1920.12.07.

Hans Langmaack liest aus Büchern von H.C. beim Hamburger Vortragsabend.

In: MQ. 14.J. Nr.2. Winter 1920. S.47.

In: Niederdt. Tage in Hamburg 1979. 75 Jahre Vereinigung Quickborn. S.192.

1921

Clasen, Georg: Wertvolle plattdt. Bücher für die Jugend; darin genannt: H.C. - K und M. In: MQ. 15.J. Nr.1. Herbst 1921. S.6/8.

1921

Hamburger Vortragsabende. Hans Langmaack liest aus H.C. In: MQ. 15.J. Nr.1. Herbst 1921. S.10.

1921

H.C. als Mitarbeiter bei Helms/Blasche „Bunte Tänze“.

In: AJ. 13.J. Sept.1921. S.319/320.

In: ND. 28.J. Nr.1. Okt.1922. S.22.

1921

H.C. im Verwaltungsrat der Stavenhagen-Gesellschaft zur Förderung der Nddt. Bühne (1921). In: Peyn, Bruno: Richard-Ohnesorg-Theater. Hamburg 1965. S.50.

1921

Volksbildungskurse der Gemeinde Geesthacht im Winterhalbjahr 1921/22 im Gemeindeschulgebäude am Buntenskamp, Beginn: Sonnabend, 10.12 abends 8 Uhr. Hermann Claudius: Das plattdeutsche Gedicht, Die plattdeutsche Erzählung, Das plattdeutsche Drama. Teilnehmergebühr: 10 M. In: Hamburger Echo. Nr.571/A. - (Hamburger Landgebiet). 7.12.1921.

1921.01.

Lüttkram: H.C. bei einem nddt. Dichterabend des Hamburger Quickborn. In: EE. 39.J. Nr.1. Jan.1921.

1921.02.01.

Franck an H.C., teilt mit, dass Julius Bab vom Kinnerbok begeistert sei; er (Bab) finde die Zeichnungen ernst, ästhetisch und die Verse prachtvoll. „Siehst Du, darum bist Du den anderen, die da in Hamburg dichten, mit ganz wenigen Ausnahmen um so viele Meilen voraus, daß Du niemals so getan hast, als ob, sondern Dich selbst gabst. Deine Freuden, Deine Leiden, Deine Schrullen, Deine Spielereien. Daß Du nicht, von irgend welchen Vorhaltungen bestimmt, Literatur gemacht hast, sondern vor Dich hin sangst und spieltest, klagtest und jubeltest.“

1921.02.15.

Hermann-Claudius-Nummer des „Eekbom“.

In: EE. 39.J. Nr.2. 15.2.1921.

In: HE. 35.J. Nr.92. 24.2.1921/A.

1921.04.21.

Vortrag u.a. aus Arbeiten von H.C. im IX. Abend der Gesellschaft der Kammerkunstabende: Grotstadtleeder und anderes (Rezitator: Rudolf Lettinger). H.C. erhält den 3000-Mark-Dichter-Preis der Ernst-Keil-Stiftung zu Leipzig, nachdem die Leitung der Gesellschaft der Kammerkunstabende bei Herrn Geheimrat Albert Köster die Verteilung des Preises an diesen Dichter erbeten hatte.

In: Diogenes. Berlin 1921. 2.J. H.4. S.59.

H.C. erhält aus Leipzig eine Stiftung von 3000 M.

In: EE. 39.J. Nr.3. März 1921. S.43.

Nach Angaben im Literarischen Echo betrug der Preis nur 2000 M. In: Das literarische Echo. 23.J. H.22. Sp.1408. 15.8.1921.

1921.05.15.

Pfingsten (nach 5.5. und vor 29.5.) - [5;3]. Zum erstenmal zu Besuch bei Hans Grimm im Klosterhaus zu Lippoldsberg. Beginn der engeren Freundschaft. Hedda begleitet ihn. Sie treffen dort (wie es scheint) Helene Voigt-Diederichs. Grimm hat oberhalb Ödesheim das Glockenkapitel aus seinem Roman vorgelesen. Jedenfalls fühlte sich H.C. später (vor dem 6.11.1921) dadurch veranlasst, „ein Lebensstück“ niederzuschreiben (Das Silberschiff) - [5;4+5].

1921.05.28.

H.C. hat von Grimm dessen Olewagen-Saga erhalten und schreibt am 29. Mai [5;3], er habe gestern Abend (also am 28.5.) - wahrscheinlich in der Volkshochschule - daraus vorgelesen. „Denn Sie sind so niedersächsisch als irgend ein Plattdeutscher. Nur von größerem Ausmaß. Bleiben Sie um des Herrgotts willen bei Ihrem Stück und Stil.“ Er erbittet den Ölsucher oder die Novellen, die er „verteufelt gern“ in 14 Tagen zum Vortrag hätte.

1921.05.29.

1. H.C. an Grimm: „Man verreißt mich hier in den pädagogischen Blättern.“ [5;3] .

2. Teilnahme an dem Werden von Grimms Roman „Volk ohne Raum“.

1921.07.12.

Kunst, Wissenschaft und Leben: Volkshochschule Hamburg. „Ich beabsichtige, im kommenden Wintersemester einige Vorlesungen über Arbeiterdichter zu halten. Es sind neben Bröger, Barthel, Lersch, Petersson und manchen, die in engerem Kreise geschätzt werden und mir bekannt sind, andere da, deren Wirken sich meiner Kenntnis entziehen mag. Diese bitte ich, falls es sie dazu treibt, mir durch persönlichen Besuch oder Einsendung ihrer Arbeit zu helfen.“ Hermann Claudius, Fuhlsbüttel, Primelweg 8.

In: Hamburger Echo. Nr. 319/A. 12.7.1921.

1921.09.22.

Hans Franck hat vor einiger Zeit Feiertags Grüsse „entdeckt“ - Hinweis auf Frankenhorst.

1921.09.29.

Hamburger Volkshochschule. Der Kursus unter H.C. fällt wegen der Boßdorf-Gedächtnisfeier aus. In: HE. 35.J. Nr.454/M. 29.9.1921.

1921.11.06.

an Franck [5;4]

1. „Denken Sie, ich habe auch am Ende durch Ihr Vorlesen veranlaßt, ich weiß es selber nicht - ein Lebensstück (Das Silberschiff) niedergeschrieben. Als ob ich 70 wäre oder bald zu den Vätern kröche. Es ist aber, glaub ich, auch nichts geworden. Die Kinderzeit hat meinen Gören allerdings viel Freude gemacht.“

2. „Ich gelte immer mehr als Dichter-Vater. Und schon wieder liegt ein Haufen Manuskripte auf meinem Schreibtisch.“

1921.12.07.

In den Volksbildungskursen der Gemeinde Geesthacht (Gemeindeschulgebäude am Buntenskamp, Zeichensaal) im Winterhalbjahr 1921/22 (Beginn: Sonnabend 10.12., abends 8 Uhr) sind Vorträge von H.C. vorgesehen: Das plattdeutsche Gedicht. Die plattdeutsche Erzählung. Das plattdeutsche Drama.

In: HE. 35.J. Nr.571. 7.12.1921/A.

1922

Auseinandersetzungen zwischen Quickborn und Nedderdüütsch Sellshop. H.C. als Liddmaat schrieb Kritiken für die Neue Hamburgische Zeitung. In: EE. 40. J. 1922. S.148f.

1922

Volkshochschule Hamburg. Vorlesungen, Arbeitsgemeinschaften im Sommerhalbjahr 1922 (1.5.-30.9.). „(57) Herm.Claudius: Neuere niederdeutsche Dichtung. (Fortsetzung): Helene Voigt-Diederichs, Charlotte Niese, Annette von Droste-Hülshoff, Hans Grimm, Wagenfeld, Wibbelt u.a. Mittwochs 7 bis 9 Uhr abends im Seminar Hoheweide 18. Neuanmeldungen werden entgegengenommen. Beginn: 3. Mai.“

1922.01.01.

Hans Franck auf Frankenhorst, eine Stunde von Schwerin am Ziegelsee (Brief von Franck am 22.9.1921).

1922.02.19.

Plattdeutscher Abend des Hamburger Volks-Chors mit Georg Clasen und Friedrich Weigmann (Hermann-Claudius-Abend) in der Aula der Oberrealschule Kaiser-Friedrich-Ufer. Ankündigung der Veranstaltung mit dem Hamburger Volkschor und Friedrich Weigmann. Da die Karten ausverkauft sind, wird das Programm am 12. März wiederholt.

In: HE. Nr.83/M. S.2. 18.2.1922.

In: HE. Nr.88/A. S.2. 21.2.1922.

1922.02.24.

Vortragsabend der Nedderdüütsh Sellshopp mit Hans Langmaack im Conventgarten, u.a. Dichtungen von H.C. In: HE. Nr.83/M. 18.2.1922.

1922.03.15.

Ruhe, Hans: Bericht über Hamburger Vortragsabende; kleiner Abend am 15.3.1922 - H.C. liest aus eigenen Werken. In: MQ. 15.J. Nr.3. Frühling 1922. S.74.

1922.04.24.

„Jedes Mitglied des Lehrkörpers der Siedlungsschule (Langenhorn) hat sich auf Antrag bereit erklärt, 1- 2 Wochenstunden auf sich zu nehmen für den Fall, daß Herr Claudius von der Oberschulbehörde auf ein Jahr beurlaubt wird, um für seine dichterischen Arbeiten Zeit zu gewinnen. Der Lehrkörper bittet die Oberschulbehörde, die Beurlaubung des Herrn Claudius auf ein Jahr genehmigen zu wollen. Im Auftrage des Lehrkörpers: Hein“.

„Wie verträgt sich denn damit die gestern eingelaufene Anforderung einer Lehrkraft zur Vertretung für 2 erkrankte Lehrkräfte?“ schreibt Schulrat Gronemann zurück; den 2.5. abgelehnt.  [1;57: keine Abschrift].

1922.06.24.

[5;5]: Abrücken vom Westermann-Verlag - H.C. hat vor einiger Zeit Eugen Diederichs persönlich in Hamburg kennen gelernt. Er freut sich sehr, dass durch Vermittlung Frau Voigt-Diederichs` Eugen Diederichs zunächst seine Kinderverse (Krup ünner?) mit Bildern von Josua Leander Gampp herausbringt. Daraus scheint nichts geworden zu sein. Sein „Silberschiff“ mag ihm aber H.C. noch nicht geben. „Das Silberschiff (spätestens im Nov.1921 begonnen) ist jetzt (Juni 22) schon seit längerer Zeit abgeschlossen. Halb bin ich´s, halb bin ich´s nicht. Ihr Vorlesen oberhalb Ödesheim gab mir den Mut dazu“ (an Grimm). „Ich sprach diesen Winter über Ihre (Grimms) Bücher und dadurch kam ich nebenher zu jenem Artikel für das Hamburger Echo, den ich Ihnen geschickt. Seither schwiegen Sie!“ „Ist es möglich, daß der Artikel in einer SPD-Zeitung ihm (Grimm) Ärger bereitet hätte?“

1922.07.28.

Öffentliche Kundgebung für Völkerfrieden und Kulturfortschritt der Arbeitsgruppe für soziale Kultur Hamburg im großen Saal des Conventgartens. Im Prolog wird H.C.s „Friede“ (Mächtig hebt sich der Berg - B 76) gesprochen von Julius Kobler vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg.

1922.12.03.

[5;6] „Meinen Roman (Silberschiff) hab ich noch immer liegen wie vorher und mag Langen nicht damit ohne weiteres kommen; obwohl mir selber der Faden des Romans neulich plötzlich klar ward: das Schicksal eines Mannes, dem das Seelische (Geistige) immer zwischen sein natürliches Triebleben bläst, weil dieses Triebleben selber eine Richtung zu ihm selber hat etc oder hatte.“ „Heute abend war hier ein Bachkonzert, an dem unter andern auch ‚wir’ (mit Ausnahme meiner selbst) wirkten. Die musikalische Unzulänglichkeit hat einem tiefen Ernst, etwas zu Wege zu bringen, Platz machen müssen. Ich konnte mit ein paar Worten am Schlusse sagen, daß der Weg aus Valutawirbel (Inflation!!) und Kinoschwindel für unsere Gemeinde gefunden sei, wenn sie wolle. Und der volle Saal zeigte diesen Willen genügsam an.“

Prof. Nohl will H.C. als Lehrer an das Fuhlsbütteler Gefängnis bringen, um dort Kurse einzurichten. Gelesen hat H.C. dort schon öfters. - Am 9.4.23 teilt die Sonderkommission für die Justizverwaltung der Oberschulbehörde mit  [1;67], dass H.C., der von Januar bis Mitte April 1923 infolge schwerer seelischer Depressionen in der Schule fehlt, sich um Beschäftigung bei den Strafanstalten Fuhlsbüttel als Lehrer beworben habe. „Ich stellte gegen 70 Liebeslieder (seit 1911) zusammen, deren letzter Kranz, meine ich, ganz Gereiftes enthält. Ich schrieb ein paar derer für Frau Lulu Diederichs-Torney ab.“ - Wann und in welcher Form veröffentlicht? - [5;6]. „Ich war aber wie ein Kessel, in dem ein niederträchtiger Sud brodelte und zischte. Allmählich hat er sich abgeklärt.“ [5;6].

1922.12.15.

Plattdüütsche Wiehnachten der „Nedderdüütsh Sellshopp“ in der Oberrealschule St.Georg mit Gedichten von u.a. H.C., vorgetragen von Hans Langmaack. In: HE. Nr.535. 18.12.1922.

1922.XXXX

Beginn der Freundschaft mit Stapel; vgl. 1924.07.24 (Chronologie).

1923

Hanns Arens hat Kontakt mit H.C. (vgl.. 1938.10.22.).

1923

H.C. erhält den Schiller-Preis 1923.

1923

Korn, Karl: Die Arbeiterjugendbewegung. Einführung in ihre Geschichte. 2 Teile. Berlin 1923: AJV; darin H.C.: S.97, 256.

1923

Müller, E.R: Das Weimar der arbeitenden Jugend. Berlin 19232; darin über H.C.: S.24, 72, 73.

1923.01.10.

bis Mitte April: H.C. fehlt seit dem 10. Januar in der Schule. Schwere seelische Kämpfe, hochgradig nervöse Erschöpfung mit leichter Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Ohnmachtsanfällen, Symptome einer Herzneurose, Abnahme des Körpergewichts - Attest des Dr. Kankeleit. [1;61+62] Ein längerer Erholungsurlaub wird vorgeschlagen.

1923.01.24.

H.C. bittet wegen nervöser Erkrankung, ihn von der Gemeinschaftsschule (Siedlungsschule) Langenhorn an eine Schule nach Fuhlsbüttel oder Ohlsdorf zu versetzen. [1;60] - Versetzt zum 1.4.23 an die Schule Barmbeckerstr. 32.

1923.01.24.

H.C. erbittet wegen schwerer seelischer Kämpfe, „deren Natur ich hier nicht weiter auseinandersetzen kann“, um halbjährigen Urlaub bei Fortlauf des vollen Gehaltes. - Durch die Befreiung vom Schuldienst würde seine dichterische Produktion fortschreiten und ihn damit sicher seelisch entlasten [1;61]. Von Schulinspektor Matth.Meyer befürwortend weitergereicht an K.Schulrat Gronemann.

1923.02.09.

Erneutes Attest des Dr. Kankeleit, dito 2.4.23: Abzess infolge eines Zahngeschwürs.

1923.04.01.

versetzt an die Schule Barmbeckerstr.32 [1;60], am 19.4. an die Schule Schillerstr.29 zur Vertretung.

1923.04.08.

Claudius an Grimm: [5;7]

1. Das „Silberschiff“ ist herausgekommen und ein Exemplar für Grimm sei für ihn unterwegs. „Eine deutsche oder Volkssache ist´s diesmal am wenigsten, sondern in eigener Angelegenheit geschrieben. Ich mußte es doch einmal erst los sein, ehe ich an ein Anderes gehen kann. (...) Gelber Einband“. - [5;7].

2. Herzliche Anteilnahme am Werke von Grimms Roman „Volk ohne Raum“ - [5;7].

3. „’Den Pastor von Poggsee’ (von Frenssen) kenne ich sehr wenig. Es ist ein Glück, daß ich ‚Die Kindheit des Paracelsus’ (von Kolbenheyer) nach der Umarbeitung des Silberschiffes las. Sonst hätte ich´s aufgegeben.“ (siehe Silberschiff 4).

4. „Merkwürdig: In der Wiedergabe der Kindheit fürchte ich mich nicht vor ihm, weil er mir dort - scheint mir - zuviel vom Erwachsenen her hinein experimentiert. Aber die Weibsgestalt des Mädchens, das alles im Ochsnerhause aufregt (...) darum beneid ich den Kolbenheyer. Und das hab ich nicht gekonnt.“

5. Die Neuauflage der „Lieder der Unruh“ soll jetzt erscheinen.

6. „Bei Schünemann, Bremen kommt ein Kinderbuch von mir heraus (Krup ünner). Anfangs sollte auch ein Geschichtenband heraus - blieb aber hängen. Meine erotische Lyrik (ein kompletter Band, dessen Anordnung mir wieder und wieder Kopfzerbrechen gemacht hat,) kommt wahrscheinlich zu Weihnachten.“

7. „Körperlich geht´s mir sehr flau. Lag wieder krank. Mag gar nicht an die Schule denken. Was mir fehlt, ist der Blick über die Grenzen von Heimat und Vaterland hinaus in die Welt, den Sie Glücklicher in sich tragen“ - [5;7].

1924

H.C. als Dichter in der Zeitschrift „Deutsches Volkstum“ (Wilhelm Stapel) seit 1924 (bis 1938). In: Deutsches Volkstum. Hamburg. Dez.1938. S.805.

1924

H.C. stellt seine Mitarbeit im Arbeiterjugend-Verlag in Aussicht. In: Der Führer. Berlin. 6.J. Nr.12. Dez.1924. S.131.

1924.03.10.

Hermann Claudius widmet dem Dichter Karl Wagenfeld ein Exemplar der „Lieder der Unruh“, Antäus 1923: Zur Erinnerung an seine Vorlesung am 3.3.24 mit herzlichem Gruße - „de he nich hollen hett; Luzifer höll em to Bett“ - Original in UB Münster.

1924.06.15.

Weigmannabend in Blankenese.

1924.07.18.

Ein Gedicht von Claudius „Für Hans Grimm“ steht in einem Brief von H.C. an Grimm vom 20.7.1924: Mohnbeet = Der rote Mohn steht trunken in der Sonne - [5;8].

1924.07.20.

20.7.1924 und 24.Nov.: H.C. veröffentlicht Gedichte im „Simplizissimus“ und in der „Jugend“ (3 Beiträge) - [5;8+9].

1924.07.20.

Brief an Hans Grimm: [5;8]

1. H.C. wollte die Südafrikanischen Novellen von Hans Grimm eigentlich dem Dr. Wilhelm Stapel bringen, der in Steenkamp in Bahrenfeld wohnt, und „der durch meine ‚Brücke in die Zeit’ mein  ... na: geistiger Freund geworden ist: ein kluger, springlebendiger kleiner und krimmer Mann (...). Stapel hat merkwürdigerweise für das Silberschiff allerlei übrig. Er ist übrigens Antisemit etc. Und es ist das erste Mal, daß mich das bei einem Menschen nicht stört. (...) Er wies mich in einem Brief auf Wölflins Grundzüge der Kunstgeschichte hin und auf Prov. Sievers.“

2. H.C. von Hans Grimms Südafrikanischen Novellen (insbes. Mordenaars Graaf) sehr tief bewegt. „Innere Mannestränen“. Gedicht „Für Hans Grimm“ Mohnbeet = Der rote Mohn steht trunken in der Sonne.

3. Durch Stapel wird H.C. hingewiesen auf a) Wölflins Grundzüge der Kunstgeschichte und b) Prof Eduard Sievers, der Untersuchungen physiologisch-psychologischer Art über Körperbau und -bewegung einerseits und Sprache und Sprachrhythmus andererseits angestellt hat „Die Tatsache, daß der Mensch (der schöpferische M.) mit seinem Stil geboren wird, erquickte mich. Denn ich weiß mit dem besten Willen nicht, was es heißt, seinen Stil entwickeln, was alle die Poeten um mich herum mit Eifer tun.“

4. „Gestern las ich (auch in Steenkamp bei einem Jungsozialisten) Ernst Tollers ‚Schwalbenbuch’. Das ist in der Zellenhaft geschrieben. Warum ergreift es mich nicht? Ich habe eine halbe Stunde darüber gesessen und durchaus vorurteilslos. Es ist ästhetisch oft berückend. Aber da ist schon das richtige Wort: berückend. Aber sofort steht zur Seite der Gedanke: das Schwalbenpaar in der Gefangenenzelle - ei! eine verflixt feine Stimmungssache! Also raus. Und dann hängt der kluge Kopf, der allzukluge Kopf Ernst Toller die auf dem Spieß gebratene Tragik des ganzen Europa - ja, noch weiter, der Welt, des Universums! - an dieses kleine unschuldige Schwalbennest! - Aber ich bin dennoch von heftigen Zweifeln geschüttelt. Auch als politischer Mensch. Das kennen Sie nun wieder nicht, Sie rocher de bronce.“

5. H.C. an Grimm: „Meine Erzählung aus der ‚Revolution’ (sie heißt ‚Stummel’) liegt seit einem Jahr still zu Hause, weil sie plattdeutsch geschrieben ist und keiner Partei den unbedingten Gefallen tut.“

6. H.C. besuchte „gestern Abend“ (am 19.7.24) den gemeinsamen Kriegskameraden Fritz Buchwald, der am Beselerplatz in Othmarschen (dort auch Henriette Geerling-von Knobloch) ein splendides Delikatessengeschäft hat etc (vgl. auch 6.12.1931). H.C. lädt Grimm nach Hamburg ein. Ein Chaiselongue mit genügender Einpackung will Frau Claudius zur Verfügung stellen.

1924.08.01.

Dr. Geheeb ist nicht mehr in der Leitung des Simpl. - aber Grimm ist vergraut, weil H.C. bis Okt. 1924 noch keine Gedichte an den Simpl. geschickt habe.

1924.08.12.

Sehr kritische Bemerkungen von Franck über H.C.´sche Gedichte. „Rechen(?) in die Weite“ - spricht von der Zone, „die zu Deinem Heil und zu Deiner Gefährdung von allem Fremden unberührbar bleibt“.

1924.08.XX

Anfang August / vor 12.8.: H.C. (wahrscheinlich mit Frau oder Tochter) bei Hans Franck in Frankenhorst bei Schwerin zu Besuch. Er hatte ihm einen ganzen Wust von (vorher nicht noch einmal durchgelesenen) Versen mitgenommen, die ihm Franck den 12.8. mit sehr kritischen Bemerkungen zurücksendet, worauf H.C. am 14.8.24 antwortet.

1924.09.04.

1. Kluge Anmerkungen Hans Francks über „Wann wir schreiten“ von Claudius.

2. „Schick doch de Kinner Din'n Bodderlicker!“

1924.11.

H.C. hat seine Mitwirkung bei den Flensburger Kammerleseabenden zugesagt; Leiter: Dr. Karl Theodor Strasser. In: ND. 29.J. Nov.1924. S.506.

1924.11.24.

langer Brief H.C. an Grimm [5;9] :

1. „Übrigens gibt Hans Franck, der seinen Bauernsitz in Mecklenburg nun doch gekauft hat, einen Auswahlband Matthias Claudius heraus, den er mir widmet.“

2. „Was meine eigene Matthias-Claudius-Auswahl bei Perthes macht, weiß ich nicht.“ - [5;9]

3. „Draußen in der Dorfkirche führen die Gören ein Krippenspiel auf, das ich ihnen schrieb. Das ist echte, starke, naive Freude und Hingabe“ („Kindjes“??).

4. „Ich trage seit längerem auch eine Brille, ohne die ich nichts lesen und schreiben kann.“

5. Gefühl der Einsamkeit. „Ich kann begreifen, daß Sie sich manchmal einen Kerl wünschen, mit dem man reden oder - was auch was ist - schweigen und trinken kann. Trotz Hamburg bin ich aber in derselben Lage - glauben Sie´s mir. Daß Ihre Afrika-Reise das große Ereignis Ihrer Seele ist, weiß ich, bleib aber mit meiner Verkrochenheit dahinter.“

6. Hamburger Autoren- und Buchwoche. Hans Franck ist nicht dabei; aber Claudius, der im Rundfunk Gedichte gesprochen hat (und am 5.12.24 nochmals sprechen will) ist dabei. Umfang der Wirkung des Rundfunks.

7. Hans Grimm muss H.C. zu Weihnachten zu sich eingeladen haben. H.C. lehnt launig ab, lässt aber doch wieder die Möglichkeit offen, dass ihn einfach 2-3 Tage „fortwitscht“. „Sie wissen, daß ich Sie lieb habe - warum soll das ein rechter Kerl nicht sagen.“

8. H.C. an Grimm mit Bezug auf seinen kommenden Lyrikband „Heimkehr“: „Ich komme diesmal fern jeder revolutionären Geste, nur als Mensch, der seinen Gott weiß und seinen Weg. Zwischen ein bröckelt´s zwar ein bißchen. Aber auch das - und gerade das - ist menschlich. Ich mein, Sie dürfen mir also vertrauen.“ - Widmungen an Hans Grimm und Hans Franck: [5;9]: 24. November 1924.

9. H.C. an Grimm: kündigt den Lyrikband „Heimkehr“ an.

1924.12.01.

H.C. schickt an Hans Grimm sein Krippenspiel.

1924.12.05.

[5;9] vom 24.11.1924. H.C. spricht abermals (schon im November 1924 einmal) im Rahmen der Hamburger Autoren- und Buchwoche im Radio (NORAG) Gedichte.

1924.12.22.

1. Franck an H.C.: „Dein Brief war mir eine rechte Freude. Und der Wisch mit der Auswahl eine noch größere. Wie wär´s, wenn Du mir das Buch schicken ließest?“

2. Erwähnung von Robert Walter.

3. Rundfunkansprache von Claudius?

1925

Der Hamburger Arbeiterjugendtag 1925. In: AJ. 18.J. 1926. S.30.

1925

Krause, Emil: Von Hamburger Dichtern, darin über H.C. (mit Bild). In: AJ. 17.J. 1925. S.259.

1925

Perner, Richard: Hamburg - Die Stadtrepublik; darin über H.C.: S.245. In: AJ. 17.J. 1925.

1925.01.07.

Ministerialdirektor Paul Kestner.

1925.01.23.

In Bielefeld stirbt Prof. Otto Perthes nach gerade vollendetem 83. Lebensjahr, beerdigt auf dem Sennefriedhof, angezeigt von Agnes Perthes.

1925.02.01.

Der Hamburger Jugendschriften-Ausschuss bringt bei der 54. Sonntags-Unterhaltung auf der Uhlenhorst nachmittags 5 Uhr im Festsaal der Oberrealschule Ecke Averhoffstraße und Haiseweg Plattdeutsche Lieder und Vorlesung aus den Werken des Hamburger Dichters Hermann Claudius. Vorlesung: Georg Clasen, Chorgesang: Hamburger Volkschor mit Liedern des Leiters Friedrich Weigmann.

1925.02.06.

Hans Franck an H.C., erwähnt „Heimkehr“.

1925.02.19.

Nddt. Liederabend in Hamburger Musikhalle. Hans Ossig berichtet in „Hamburger Anzeiger“ über Hbg. Volkschor unter Friedrich Weigmann und Vertonungen von H.C.-Gedichten. In: MQ. 18.J. Nr.3. Frühjahr 1925. S.77.

1925.03.28.

[5;10] H.C. an Grimm: „Ferner ist der ‚Stummel’, eine plattdeutsche Geschichte, noch in Unterhandlung begriffen. Dito zanke ich mich mit Westermann über das Äußere meiner Heimkehr, das er scheußlich gestaltet hat“. Auf H.C. wartet eine schreckliche Lesebuch-Korrektur von Velhagen u Clasing; (vgl. auch Löwenberg, Jacob).

H.C. an Grimm: Aus dem Brief geht hervor, dass H.C. zu Ostern 1925 zu Grimm nach Lippoldsberg kommen will. Doch wird nichts daraus, auch zu Pfingsten wieder nicht [5;11]. Einmal weil H.C. Grimm, der noch an seinem Roman schreibt, nicht zur Last fallen will. „Nun aber Wald und Feld noch winterlich verharrt, so wird doch eine Hauslungerei draus werden. Machen Sie also Ihren Roman zuerst in aller Ungestörtheit zu Ende und lassen Sie uns oder wenigestens mich um Pfingsten zu Ihnen und den Ihren hinauffahren. Außerdem wartet auf mich eine schreckliche Lesebuch-Korrektur“.

1925.04.01.

25-jähriges Lehrerjubiläum (Hans Franck 1.5.1925).

1925.05.01.

1. Hans Franck an H.C., der Sehnsucht nach einer größeren Wohnung geäußert hat.

2. Franck erwartet das Buch „Heimkehr“.

3. „Hast Du das plattdeutsche Buch Hermes angeboten?“ (Stummel).

4. Ironische Glückwünsche zum 25jährigen Lehrerjubiläum.

1925.05.08.

H.C. an Grimm [5;11]:

1. „Heimkehr“ ist inzwischen bei Westermann erschienen.

2. „Lehrertag“ in Hamburg, weswegen H.C. nicht so einfach auskneifen kann, um Grimm zu Pfingsten, wie geplant, aufzusuchen.

3. H.C. will über Grimm schreiben (im „Deutschen Volkstum“). Allgemeine Bemerkungen über Dichtung und Volkstum.

4. „Der gute und manchmal sehr kluge Dr. Stapel hat Ihnen dummes Zeug geschrieben. Ich habe ein bestimmtes Gefühl in mir, das bei dem Namen Hans Grimm aufsteigt. Dieses sollte mir die Gewähr dafür sein, etwas Brauchbares über den Dichter Hans Grimm zu schreiben. Über den neuen Roman (Volk ohne Raum) an dem ich ja ein halbes Jahr lesen mußte, um ihn recht zu bewältigen (oder am Ende besser: von ihm überwältigt zu werden; denn wir stehn da sehr verschieden) über den Roman will ich nicht schreiben.“ „Was diese ewige Linie angeht, stimme ich mit Ihnen überein: sie besteht in der unwandelbaren Hingabe an unser Volkstum: Und Kolbenheyer und Wilhelm Raabe geben uns hier die Hände. Und dann ist es so ziemlich vorbei. Ich schreibe das mit einer großen inneren Ruhe und weiß: weder Sie noch ich kriegen einen Sparren davon.“

5. „Mit meinem Urlaub ist es nichts geworden. Die finanzielle Notlage erlaubt das nicht. Manches „andere“ scheint sie allerdings zu erlauben (Direktor-Umzug für 12000 M!!). - (Am 1. Juli 1925 bis 30. Juni 1926 bekommt H.C. ihn doch!).

6. Seine „Hamburger Hymne“ in der Vertonung von Friedr. Weigmann hat vor 1600 Hörern einen großen Erfolg gehabt.[1;72].

1925.05.12.

Gesuch des Dichters um Beurlaubung vom Schuldienst auf ein Jahr - [1;72]; darin Überblick über sein dichterisches Schaffen und den Zwiespalt in sich zwischen Schulmeister und Dichter. „Wann wir schreiten“ auch im Ausland gesungen. Dramatische Arbeiten für Jugendbühnen (Dt Arb-Jugendtag) kommen nur langsam foran. H.C. berichtet, dass er seine Kritiker-Tätigkeit, die ihm am Herzen lag und auch wirtschaftlich half, seinem dichterischen Schaffen geopfert habe. Der erbetene Urlaub wird am 13.5.1925 durch Senator Krause bewilligt.

1925.06.03.

H.C. an Grimm [5;12]:

1. „Eugen Diederichs (...) sprach hier neulich und hatte mich eingeladen. Er sprach herzlich schlecht. Es ist ein Götzendienst um ihn, durch den ich nicht hindurch kann. Spaßig, wenn einer ‚seiner’ Autoren (erzählt er selbst!) über Island schreibt, so reist er (Eugenius) nach Island, um die Verhältnisse kennen zu lernen. Es ist schrecklich, wenn ein alter Mann immer noch seine Persönlichkeit ausbildet.“

2. „Über Frau Voigt-Diederichs schrieb ich einen kurzen Artikel und sandte ihn an die Hamburger Nachrichten und ‚Niedersachsen’. Dieersteren haben ihn mir zurückgesandt, weil bereits ein entsprechender Artikel dort erschien. ‚Auf Marienhoff’ ist ungemein wohltuend und so ganz weiblich in Stil und Empfindung, wie nur Helene v.D. das heute kann. Mir ist es nur in dieser Art zu viel. Deshalb lese ich ihre Skizzen (Pastell) lieber.“

3. Ausdruck sehr herzlicher Freundschaft zu Grimm, dem er für seinen Roman „Volk ohne Raum“ sachdienliche Auskünfte über die SPD (Dittmann = der Redner im Deutschen Reichstag, der sich sehr unnational verhalten hatte!! und den zweiten Direktor der Jugendfürsorge in Hamburg C.A.Hellmann, Große Allee 26) zu vermitteln suchte, nachdem Schulrat Schult ihn dahin verwiesen hatte. vgl. 2.7.1925 - [5;13].

1925.06.27.

Dankschreiben an Schulrat Gronemann - [1;75].

1925.07.01.

Claudius bis 30.6.1926 (also 1 Jahr) mit vollem Gehalt vom Schuldienst beurlaubt - vgl. 1.7. 1929 [1;72].

1925.07.01.

H.C. wird für seine dichterischen Pläne von der Hamburger Oberschulbehörde für ein Jahr beurlaubt. In: MQ. 19.J. Nr.1. Herbst 1925. S.20.

1925.07.02.

[5;13]: H.C. an Grimm.

1. „Ich bin zu allem und jedem erbötig und wirklich ingrimmig, daß Hellmann einfach aus Parteiverschissenheit nicht reagiert hat.“ - Grimm hatte für seine Vorarbeiten zu seinem „Volk ohne Raum“ H.C.´s Vermittlung über Aufklärung bestimmter parteipolitischer Vorgänge gebeten.

2. H.C. will Grimm im August in Lippoldsberg aufsuchen, um dessen Roman „Volk ohne Raum“ vor Drucklegung noch einmal kritisch durchzulesen, worum Grimm gebeten hatte.

1925.07.04.

[5;13]: H.C. an Grimm am 2. Juli (Mittwoch): „am Freitag (das wäre also der 4. Juli) reisen meine Frau und ich auf 2-3 Wochen in die Tiroler Berge. Wir sind also gegen den 20. Juli zurück (...) Ich könnte also für Anfang August gut hinkommen.“ H.C. meint seinen Besuch bei Grimm, der ihn eingeladen hatte. - „Am Ende gehe ich als Famulus mit Ihnen nach South-West“.

1925.11.23.

Hans Grimm hat seinen Roman „Volk ohne Raum“ im Manuskript beendet. Er beginnt am 15.1.26 als Vorabdruck stark gekürzt in der Zeitung zu erscheinen (Grimm an H.C. am 13.12.25 und 20.2.26).

1925.11.XX

Sommer oder wahrscheinlich Herbst 1925: Hans Franck widmet sein Matthias-Claudius-Buch (Auswahl) Hermann Claudius. Das Buch erscheint November 1925.

1925.12.19.

[5;14] H.C. an Grimm:

1. „Meine plattdeutsche Erzählung (Stummel) geht in Angemessenheit der schlechten Lage gut,

2. ‚Heimkehr’ gar nicht. Umgekehrt wäre mir lieber.“

3. Ein plattdeutscher Dreiakter („De Dode“) wird in der Nordmark abgedruckt.

4. H.C. an Grimm, der ihm am 13.12.25 auf einer Postkarte mitgeteilt hatte, dass er sein „Volk ohne Raum“ am 23. 11.1925 beendet hatte, schreibt an Grimm: „Also das war´s, der Roman! (warum er schwieg) Gott sei Dank! Und er ist fertig! Das muß ein Gefühl sein, das Sie jetzt trägt! Ich beneide Sie wohl recht darum“. - Am 15.1.1926 beginnt der Vorabdruck (stark gekürzt) in der Zeitung.

5. Locarno? „Ich begreife bald nichts mehr; obwohl es mich innerlich nicht ruhig läßt, suche ich wenigstens mir treu zu bleiben.“

6. H.C. an Grimm: „Der 3. Kolbenheyer (Das dritte Reich des Paracelsus) ist wundervoll; aber es wird nur sehr langsam bekannt werden - eine gewisse Mühseligkeit darin befremdet ab und an“.

1925.12.22.

[5;14+15+16] - Verabredung mit Grimm in Hamburg. Hans Grimm an H.C. am 13.12.1925: Er teilt mit, er müsse nach Hamburg, habe aber nicht Zeit, nach Fuhlsbüttel heraus zu kommen, schlage vor, sich am 22.12. in der Stadt zu treffen. H.C. möge am 21.12. abends 9 Uhr bei Grimms afrikanischen Gefährten Herrn Jungheinrich in Hamburg anrufen (Grimm an H.C. am 13.12.25) - H.C. verschwitzt diese Verabredung total. Er denkt erst wieder am 24.12.25 (siehe unter diesem Datum) daran.

1925.12.27.

[5;16] - H.C. hat „infolge so vieler Attacken, die meine Person und mein Schaffen angingen“ die Verabredung mit Grimm, den er am 21.12. bei Jungheinrich anrufen sollte und wollte, total vergessen, und erst am 24.12. kommen seine Frau und er gleichzeitig (als es zu spät ist) darauf. Er ist ehrlich dadurch berührt und schreibt in diesem Sinne an Grimm.

1926

Borchling, Conrad: Die nddt. Lyrik in ihrer geschichtlichen Entwicklung; darin über H.C.: S.21 mit 14 pldt. Gedichten. In: Janssen, Albrecht/Schräpel, Johannes (Hrsg.): Hausbuch niederdt. Lyrik. München 1926: Callwey.

1926

Hermann Claudius - Schriftsteller. In: NDB. 10.J. 1926. S.151.

1926

Kunst und Leben. Abreißkalender für 1927. Berlin-Zehlendorf 1926: Heyder; darin Gedichte von H.C. Greifenkalender. Ein Jahreskreis für junge Kunst. Hrsg. Willi Geißler. Rudolstadt 1926; darin Gedichte von H.C. In: Deutsches Volkstum. Hamburg 1926 II. S.868.

1926

Tränckner, Christian: Zwischen zwei Welten. In dem Aufsatz heißt es: Hamburg kann im 19. Jh. nicht seine geistige Blüte erhalten. Es wirkt immerhin noch kulturell auf sein Hinterland Holstein, dessen stärkste Talente es einsaugt, gegenwärtig Blunck und H. Claudius. Nachdruck des Aufsatzes durch Carl Westphal in der „Niederdeutschen Welt“ 20.J. H.1-2/1956. S.20-21.

1926

Volk von morgen. Der Hamburger Reichsjugendtag der deutschen Arbeiterjugend. AJV, Berlin; darin auch H.C. In. AJ. 18.J. 1926. S.30.

1926.01.18.

Hans Franck an Claudius: „Daß ich nur der stärkere Denker und Former, der solche Dinge halbherzig macht, bin, Du aber der größere und reichere Dichter, dem die Sachen so unmittelbar aus Herzenstiefen fließen, darüber sind wir uns hier ja schon seit bald 25 Jahren einig. Es hätte also nicht einer erneuten Betonung bedurft. Bautz!“

1926.03.16.

Hans Franck an H.C., erwähnt ein Urteil von H.C. über Lersch, über das sich Franck gefreut habe.

1926.03.XX

Frühjahr 1926. Am 19.12.25 [5;14] schreibt H.C. an Grimm: „Im Frühling bin ich in Berlin und Braunschweig. Da könnte ich nach Lippoldsberg fast hinübergucken.“

1926.04.24.

Blievernicht, Heinz: Vorlesung aus den Werken Hermann Claudius’ am 24.4.1926. Vortragsfolge: 1. Lieder der Unruh, 2. Heimkehr, 3. Zwischenklänge, 4. Mank Muern. (insgesamt 26 Gedichte)..

1926.06.20.

H.C. hat am 20.6.1926 in einer großen Frauen-Versammlung des Evgl. Bundes in Fuhlsbüttel von seinem Urahnen Matthias Claudius gelesen. „Ich konnte´s mir nicht verkneifen, zum Schluß auf „Volk ohne Raum“ hinzuweisen. Es war ein kühner Übergang und ich weiß gar nicht mehr, wie ich ihn machte“ [5;17].

1926.06.21.

H.C. an Grimm: „Ihr Volk ohne Raum hat mich derartig erfüllt, daß ich eine Woche lang nichts als davon redete und von den Leuten für närrisch gehalten ward.“ Er hat in Reinbek bei Stadtrat Dr. Rautenberg vor einem Menschenkreis daraus vorgelesen. - Dennoch sind ihm Grimms Novellen lieber. [5;17].

H.C. an Grimm nach der Lektüre von Grimms „Volk ohne Raum“: „Mein Meister Bertram erscheint mir jetzt ärmlich und ungenießbar und ich kann mir gar nicht denken, daß Diederichs ihn drucken könnte.“ (vgl. Chronologie 6. März 1927) - [5;18].

H.C. an Grimm: „Habe ich Ihnen eigentlich den Quickbornband „Vörsmack“ (plattdeutsche Gedichte) von mir (gesammelte und neue) zugesandt?“ [5;17].

1926.07.12.

Franck schreibt an H.C. über Vörsmack.

1926.08.24.+25.

In Wandsbek und Reinfeld findet der erste Familientag des Claudiusschen Geschlechtes statt. Alle Nachkommen des Vaters des Wandsbeker Boten, Matthias Claudius, des gleichnamigen Pastors zu Reinfeld (1703-1773) sind eingeladen. Etwa 80 Teilnehmer. Hermann H.C. eröffnet mit einer Rede, in der er auf die Bedeutung und den Zweck der Veranstaltung hinweist. (vgl. 1. H.C.-Jahrbuch 1928).

1926.12.02.

Hans Grimms „Volk ohne Raum“ erscheint.

1926.12.31.

Hans Franck an H.C., der über Grimm geschrieben hat, aber über Franck nicht!

1927

Anfrage nach Verfasser eines Liedes (H.C.!).In: AJ. 19.J. Nr.2. 1927. S.31.

1927

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg hat 4 Hamburger Autoren Überseereisen ermöglicht (auch H.C.?). In: MQ. 20.J. Nr.3. Sommer 1927. S.72.

1927

Frobenius, Else: Mit uns zieht die neue Zeit. Eine Geschichte der dt. Jugendbewegung. DBG Berlin 1927; darin H.C.: S.5, 237, 275, 395, 412 (vgl. bei 1913/W).

1927

Köster, Herm.L.: Geschichte der dt. Jugendliteratur. Braunschweig 19274: Westermann. darin H.C.: S.145.

1927

Mathias Claudius Werke. Hrsg. von Hans Franck. Berlin o.J. (1927): Deutsche Buch-Gemeinschaft; darin: „Dem Dichter-Urenkel des Wandsbecker Boten Hermann Claudius, zu Fuhlsbüttel bei Hamburg in herzlichem Gedenken gewidmet.“

1927

Stapel, Wilhelm: Glosse zur Nacktkultur. In: Deutsches Volkstum 1927.

1927

Voigt-Diederichs, Helene: Um das Klosterhaus Lippoldsberg; darin über H.C. In: ECK. 3.J. H.15. Dez.1927. S.481-485, 504.

1927.01.

Hinweis im Hamburger Echo, Jan. 1927: Proletarische Esperanto-Gruppe Hamburg-Altona; Vorsitzender: H. Theobald, Altona, Steenkamp, Im Haag 5 - Wann wir schreiten in Esperanto übertragen.

1927.01.24.

Großer Quickborn-Abend für H.C. im Conventgarten - Georg Clasen liest, Hamburger Volkschor unter Friedrich Weigmann singt von ihm vertonte H.C.-Gedichte.

In: MQ. 20.J. Nr.3. S.94.

In: PL. 11.J. Nr.4. 1926. U III.

In: Niederdt. Tage in Hamburg 1979. 75 Jahre Vereinigung Quickborn. S.193.

1927.02.23.

Das Hamburger Fremdenblatt (Nr.53) berichtet [1;81], daß Hermann Claudius´ erste plattdeutsche Prosaschöpfung „Stummel“, die Geschichte eines niederdeutschen Jungen, von der Oberschulbehörde in 5000 Exemplaren zur Verteilung an die Ostern zur Entlassung kommenden Schüler aufgekauft worden sei.

1927.03.06.

[5;18]: H.C. an Grimm:

1. „In Klammern: der Hamburger Staat kaufte 5000 Exemplare meines ‚Stummel’, aber so billig, daß der Verlag mir kaum 250 M leisten kann (anstatt 4 M Ladenpreis - 0,70 M, d.h. mit leichterem Deckel natürlich).“

2. „Mein ‚Meister Bertram’ steckt in wenigen Wochen seinen Kopf hindurch und kuckt in die Welt. Hoffentlich mache ich Ihnen mit der Widmung nicht irgendwo Ärger. Man kann´s nie wissen. Und ich sehe natürlich schon wieder Löcher im Strumpf, die ich vor dem Anziehen nicht gewahr ward. Aber im ganzen glaub ich dennoch, daß ein Sück von meinem Herzen drinsteckt und daß es also ein deutsches Buch sei.“ vgl. 21. Juni 1926.

3. „Nun sind Sie mir die berühmte ‚Nasenlänge’, von der Sie in der Zeit der Nöte Anno 22 sprachen, richtig und reichlicherweise voraus. Ich las, daß 10 000 des VoR abgesetzt seien. Ich freue mich Ihres Erfolges, zumal er kein äußerlicher ist und freue mich auch so ein kleines Wenig extra in meiner Ecke, daß ich VoR zujubelte, ehe es der große Erfolg noch war.“

4. „Gestern [also am 5.3.27] schrieb ich einen Nekrolog über einen verstorbenen niederdeutschen Lyriker (Robert Garbe). Es war ein eigenartiges Gefühl, einem Menschen Versöhnlich-Anerkennendes nachzurufen, mit dessen Werk das eigene seit Jahrzehnten in strittigen Vergleich gezogen worden ist.“ vgl. Quickborn Nr. 20. 1926/27. S.42-44.

5. H.C. an Grimm: „Sie (Grimm) stecken nun gewiß halb und halb schon in Ihren Vorbereitungen für die Kaffernland-Reise! (...) Meine Frau möchte am liebsten mit. Wir reden hier oft von Ihnen.“

6. H.C. an Grimm: Hauspläne. „Fast wären wir hier zweimal nacheinander zu einem Hause gekommen; aber die Belastung wird dadurch, daß überall 6-7 % auf dem ganzen Geld liegen, zuletzt regelmäßig so hoch, daß ich´s nicht riskieren mochte. - Nun hat Altona mir mit einer Gelegenheit zugewinkt. Und ich denke, das wird etwas werden.“

1927.03.22.

„Ehrung eines niederdeutschen Dichters. Hermann Claudius, der Urenkel des Wandsbeker Boten, ließ vor zwei Jahren seine erste plattdeutsche Prosadichtung, ‚Stummel’, die Geschichte eines niederdeutschen Jungen, erscheinen. (Richard Hermes Verlag, Hamburg) Wie die Zeitschrift ‚Der Schimmelreiter’ meldet, hat die Oberschulbehörde, Hamburg, von diesem Werk fünftausend Exemplare erworben, um sie Ostern an Konfirmanden als besondere Gabe zu verteilen.“ In: Niederdeutsche Zeitung, Hannover. Nr. 68. S.5. 22.3.1927.

1927.05.18.

[5;19]: Der „Meister Bertram“ liegt in Hamburg zusammen mit Grimms „Volk ohne Raum“ in den Fenstern der Buchläden. - Aber die Kritik lässt auf sich warten, ebenso der sozialdemokratische Senator Krause/Oberschulbehörde, während Bürgermeister Petersen ihm gratulierte - Einladung von Konsul Roselius nach Bremen.

1927.05.19.

[5;19+19a]: H.C. an Grimm:

1. Der im August 1919 von der Nationalversammlung eingesetzte Untersuchungsausschuss über Verletzungen des Völkerrechts im 1. Weltkrieg hat seine Arbeiten abgeschlossen und legt das Ergebnis seiner Untersuchung in 5 schweren Bänden auf den Tisch des Reichstags. Bericht über die darüber am 18. Mai entstandene Debatte im Hamburger Echo vom 19.5.1927 - „Dittmanns und Levys Bestien-Reden“.

2. Inneres Abrücken von den Sozialdemokraten wegen der Stellungnahme des SPD-Abgeordneten Dittman („Völkerrechtsbrüche“) im Reichstag. „Es gibt doch eine deutsche Wahrheit“.

3. Grimm muß noch auf einer Afrikareise begriffen sein.

1927.06.02./03.

Konsul Roselius hat H.C. zum 2./3.06.27 nach Bremen eingeladen.

1927.09.20.

H.C. an Frau Grimm / Hans Grimm ist noch in Südafrika [5;20]:

1. „Ich schreibe seit einem guten Jahr fast gar nichts mehr außer diesem und jenem Gedicht, das daher dann sehr fest und sicher in sich ruht; aber ich bin wohl oder übel wieder tief in meinen ‚Lehrerberuf’ eingetaucht. So mit der linken Hand - das will mir Kindern gegenüber nicht gelingen. Und da ist dann die Kraft zu Größerem - scheint es - verbraucht. Nächstes Jahr, zu meinem 50. Geburtstag - müßte irgendwoher der Anstoß kommen, mich mit Gehalt zu pensionieren oder sonst freier zu machen. Doch wo ist dieses Irgendwo?“

2. „Mein ‚Meister Bertram’ findet ein sehr gutes Echo. Ich habe schon wahrhafte Begeisterungen an Menschen daran erlebt. Ich kenne trotzdem seine Schwächen und weiß, daß das meine Schwächen sind.“

3. „Wenn ich an Hans Grimm denke, so überkommt es mich mitten unter den Meinen wie eine große Verlassenheit, und ich fühle tief die Enge des täglichen Zirkels, unter dem ich lebe. - die Herzenstiefe zu Weib und Kindern - aber ich schmachte, einmal reine Mannessache zu durchleben. In solchen Momenten steht der Krieg wie ein Riesenschatten hinter mir auf. Ich füge mich aber bald wieder.“

4. Tochter Ursula liest und lässt sich erzählen - Hahn im Hühnerhof braucht seinen täglichen Besuch.

1927.10.xx

Die Sprechchordichtung. Aufsatz aus Johannesson, Adolf. „Leitfaden für Sprechchöre“, Berlin AJV.; darin über „Menschheitswille“ und „Licht“ und „Der Vagabund“ von H.C.. Dazu auch Lob der Gedichte „Die Kette“, „Das Heer“, „De Barg“. Erwähnung der Gedichtbände B und L. In: Der Führer. Berlin. AJV. 9.J. Nr.10. Okt 1927. S.151/152.

1927.10.04.

Hochzeitstag nach 23 Jahren. H.C. an Grimm [5;21]:

1. „Am ?. Oktober werde ich in Lübeck bei Jugendlichen Handwerkern der Volkshochschul-Freizeit lesen: ‚Wesenhafte Dichtung’ (aus neueren Werken: Kolbenheyer, Rilke, Engelke (+), Lersch - de Coster, Rollan, Stücke aus Volk ohne Raum.“

2. Bericht über familiäre Gestaltung des Hochzeitstages: Wanderung nach Klein-Borstel, Ohlsdorf in Röttgers Café. Die vier Töchter stellen ihr Leibesgewicht fest; Trude 128 Pfd bei 1,75 m Größe. „Solides Stolzgefühl!“

3. „Der Meister Bertram, den sich (hallo! halloh!!) jeder Leser Ihres Volk ohne Raum gern als gewisse Ergänzung dazu anschaffen sollte, geht mittelstark. Das erste 1000 ist noch nicht weg. Nun suche ich für meinen 50. Geburtstag Anno 1928 (im Okt) einen Gesamt-Verleger; denn Westermann ist tot und rührt sich nicht mehr. Aber die plattdt. Hälfte meiner Sachen. Da liegt der Hase im Pfeffer oder der Hund begraben.“

4. Angesichts der Nachrichten über Grimms Afrika-Reise packt ihn wieder die Sehnsucht ins Weite. Und doch: „Zwar habe ich dito mein Stück Naturheimlichkeit, das ich (wie Grimm den Kudu) belagere, wenn auch ohne Schießgewehr. Das ist das Aquarium mit dem ‚Palmenhain’ der Wasserfedern und Elodea canadensis, den Kiemenmolchen (...) Seine herrgottliche Treue, mit der er den Kreislauf ihrer Existenz behütet“.

5. „Was ich schreibe? Hin und wieder ein Gedicht. Eines: Lied der Gelassenheit. Ein anderes: Sternenlied [T 35] Ein drittes: Brevier - Warten mußt Du, warten“ [T 9].

1928

Notiz in Niederdeutschen Monatsheften, Lübeck, April 1928: Die Fehrsgilde widmete in der Hamburger Universität Hermann Claudius einen wohlgelungenen Abend.

1928.03.14.

H.C. widmet seinem Kollegen an der Norderschule Heinrich Lienhop ein Gedicht: „Der Mensch“ aus T 54. Dessen Enkelin Änne Stöber berichtet 1986 aus der Schul- und Lehrerzeit des jugendbewegten Hermann Claudius.

1928.04.01.

Jugendweihe in Berne mit H.C.-Liedern (Wir haben die Sonne lieb – Fr.Weigmann und Wann wir schreiten – Englert): Volkschor Berne (Mitglied des Deutschen Arbeiter Sängerbundes).

1928.04.10.

[5;22]: H.C. an Grimm:

1. H.C. hat bei Grimms Ankunft in Hamburg am „Spreekanal“ gestanden und im Geiste am Hamburger Hafen und Kai.

2. „Am Ende sehe ich in der ersten Juliwoche kurz bei Ihnen vor, da ich wahrscheinlich per Rad unterwegs bin (Fichtelgebirge - Rheinpfalz)“.

3. „Vielleicht gelingt mir´s doch, meine Sachen unter einen Hut zu kriegen (d.h. das Hochdeutsche und Plattdeutsche Werk bei einem Gesamtverlage erscheinen zu lassen). Es ist aber noch so unklar, daß ich nichts Näheres sagen möchte.“

4. Hedda hat Abitur gemacht (von mündlicher Prüfung befreit), Trude das Examen im Fröbelseminar.

1928.04.XX

[5;22]: vor 10. April 1928: H.C. mit seiner Frau in Berlin (als Grimm von seiner Afrikareise in Hamburg ankommt). Er lernt dort die „Kaestnersleute“ kennen.

1928.06.09.

9. bis 25. Juni 1928. H.C. wird von der Oberschulbehörde für die Veranstaltung von Kunst- und Kulturabenden im Hamburger Jugendferienheim Puan Klent auf Sylt beurlaubt - [1;85] Franziska und Ulla begleiten ihn (Brief vom 23.6.28 an Ilse).

1928.08.15.

H.C. gibt zusammen mit Otto Mathies das 1. Claudius-Jahrbuch im Selbstverlag des „Claudius-Familientag E.V.“ Wandsbek heraus.

1928.10.

Der 50jährige H.C. mit seiner Tochter Ulla auf dem Motorrad HH 28266 (Foto). In: Hamburger Illustrierte. Okt.1928.

1928.10.02.

H.C. an Grimm [5;23], der sich bemüht hat, H.C.s Gedichte bei Langen unterzubringen. „Daß Langen mich abwimmelte, war mir von vornherein klar. Dazu steht er politisch zu sehr contra 1918.“ Es folgte eine längere Auseinandersetzung mit Grimm hinsichtlich der damaligen politischen Einstellung (vgl. 11.10.1928) - Bekenntnis zu den Arbeitern und Armen dieser Erde; Menschen und Menschsein bei allen Völkern und Rassen über das Deutsche hinaus. Rettung in Wirtschaft und Politik nur von der Besinnung der werktätigen Schichten.

„Mein letztes Gedichtbuch kommt demnächst zu Ihnen. Es heißt: Der ewige Tor.“

1928.10.11.

vor 11.10.1928 [5;24]: 8-tägige Fahrt durch den Harz mit dem Motorrad (seine Frau auf dem Soziussitz), von der er am 11.10. heimkehrt.

Grimm hat (in einem Brief vom 3.10.28) auf H.C.´s Ausführungen vom 2.10. offenbar scharf erwidert. Worauf H.C. sich nun verteidigt. Anteilnahme am Klassenkampf.

„Teno“-Leutchen jagen im Auto durch die Straßen (im Hannöverschen und Braunschweigischen) und brüllen Deutschlandlieder. Unheimlich viel Reichswehr fällt auf. „Daß wir Deutschen den Krieg verloren haben, ist der Anbruch der neuen Welt. - Ich bin seit 11 Jahren Mitglied der SPD.“

Anschluss an Brief vom 2.10.28

1928.10.16.

Hermann-Claudius-Abend der Zentralkommission für das Bildungswesen im großen Saal der Musikhalle in Hamburg. Dabei: Hamburger Volkschor und Hans Langmaack. In: Hamburger Echo. Okt.1928.

1928.10.22.

Sendung der NORAG, 22.10.1928, 20 Uhr zum 50. Geburtstag.

1928.10.24 .

„Der Dichter feierte am 24.d.Mts. seinen 50. Geburtstag. Aus den Gedichten aber spricht ein Junger. Und doch wird sein Singen begleitet von Tönen der Ewigkeit, die um so stärker mitklingen, je schlichter das Lied ist. Wie in dem Abendlied des Urenkels, klangen sie schon ergreifend in des alten Wandsbeker Boten ‚Der Mond ist aufgegangen’“. Abgedruckt die Gedichte aus „Der ewige Tor“: Lied um die Erde  T13 - Abendlied - T 91 - Einfältig Lied - T 36. In: Flensburger Nachrichten. 27.10.1928.

1928.10.24.

Gedenktage: H.C. - 50 Jahre - Zweter, Rund um die Arbeiterbühne; darin H.C. Menschheitswille: „sprachlich beschwingt und handlungsbewegt“. In: Kulturwille. Monatsblätter für Kultur der Arbeiterschaft. Leipzig 1928: Arbeiter-Bildungsinstitut. 5.J. Nr.10. Okt. 1928. S. 189. 5.J. Nr.11. Nov. 1928. S. 220.

1928.10.24.

Herm.L.Köster widmet sein Buch „Geschichte der deutschen Jugendliteratur“, Braunschweig 1927: Westermann: „Hermann Claudius, dem Fünfzigjährigen. Daß Dir noch manches Jahr frohen Schaffens beschieden sei. Dein H.L.Köster.“ Altona, 24.X.28.

1928.10.24.

Hermann Claudius, der bekannte Lyriker (Zeichnung). In: Koblenzer Generalanzeiger. 21.10.1928.

1928.10.24.

Der Dichter Hermann Claudius, 50 Jahre alt (Zeichnung). In: Der Abend. Spätausgabe des „Vorwärts“ Berlin. 45.J. Nr.504. 24.10.1928.

1928.10.24.

Das Deutsche Volkstum bringt zum 50. Geburtstag nachträglich eine Würdigung von H.C.´s Schaffen „die beste Darstellung von allem Geschreibsel jener Tage“. (H.C. an Grimm am 4.4.32) - [5;39]

Stapel, Wilhelm: Hermann Claudius. In: Deutsches Volkstum. April 1929. S.284-291.

1928.10.26.

Hans Langmaack trägt Vertelln un Gedichte von H.C. vor. In: Flensburger Nachrichten. 26.10.1928.

1928.10.26.

Hermann Claudius Abend der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens in Hamburg, am Freitag, dem 26.Oktober 1928, im Curio-Haus Rotherbaum-Chaussee. Saalöffnung: 19 Uhr. Anfang: 19 ½ Uhr. Kleiderablage frei. Mitwirkende: Martin Ehrich (Gesang), Hans Langmaack (Rezitation), Paul Hüllemann (am Flügel). [Einladungskarte zweifarbig: L-Kunstschule HH, Lerchenfeld, Druckwerkstatt].

1928.10.28.

Der Hamburger Lyriker Hermann Claudius feierte seinen 50. Geburtstag. In: Vogtländischer Anzeiger, Plauen. Nr.254. 28.10.1928.

1928.10.29.

H.C. feiert seinen 50. Geburtstag. Zum Programm der NORAG Fotos im Familienkreis. In: Das Funkbild. (Hamburger 8-Uhr-Abendblatt). 29.10.1928.

1928.12.05.

Städtische Bücherei Bergedorf: Hermann Claudius-Abend anlässlich seines 50jährigen Geburtstages. - Einführung: Henry Kelling. Der Dichter Hermann Claudius  -  Bergedorf-Sander Volkschor.Lieder von Weigmann.

In: Bergedorfer Zeitung. Nr.287. 6.12.1928.

In: Bergedorf-Sander Volksblatt. Nr.286. 6.12.1928.

1928.12.05.

Hinrich Wriede las die bekannte wehmütige und doch so tröstliche Weihnachtsgeschichte von H.C. „De hillig Awend“. In: MQ. 22.J. Nr.3. Sommer 1929. S.112.

1928.12.31.

Hermann Claudius widmet ein Exemplar „Der ewige Tor“ an „Prof. Dr. Albrecht Mendelsohn-Bartholdy, dem Redner und Philosophen, mit Neujahrsgruß Herm. Claudius Fuhlsbüttel, d.31/XII.28.“ [Angebot Antiquariat Stenderhoff Münster 1996].

1929

Borchling, Conrad: Die nddt. Literatur im 20.Jh. II. Die Versdichtung. S.13-38 (H.C.). In: Borchling/Quistorf: Tausend Jahre Plattdeutsch. Bd.2: Proben nddt. Sprache und Dichtung von 1900 bis zur Gegenwart. Glückstadt/Hamburg 1927/29; darin von H.C.: S.131, 133, 436.

1929

Eschbach, Walter: Unsere Feier. Handbuch zur Gestaltung sozialistischer Jugendfeste und Jugendfeiern. Berlin 1929: AJV; darin H.C.: S.77, 81/83, 88, 91, 95, 99, 101, 105, 106, 109, 114, 115, 120, 123, 130, 150, 156, 160, 161.

1929

Hans Grimm soll der Lessing-Preis der Stadt Hamburg überreicht werden: Grimm lehnt jedoch ab mit dem Bemerken: Wenn nicht zuerst ein Hermann Claudius in Hamburg geehrt wird, kann ich den Preis nicht annehmen. Daraufhin wird der Preis anderweitig vergeben. Das soll in den Akten des Bürgermeisters verzeichnet sein. Grimm hat H.C. nie davon berichtet.

1929.01.15./16.

H.C. trifft sich im Ratsweinkeller zu Lübeck mit Dr. Ohnesorge, Paul Brockhaus, Heinz Schlösser, Otto Heuschele.

1929.02.25.

Großer Festakt zum 25jährigen Bestehen des Quickborn; Mitwirkende u.a.: H.C.

In: MQ. 22.J. Nr.2. Frühjahr 1929. U.

In: Niederdt. Tage in Hamburg 1979. 75 Jahre Vereinigung Quickborn. S.193.

1929.02.26.

Feier des Quickborn-Jubiläums. Vorspruch von H.C., gesprochen von Hans Langmaack. H.C. spricht Gedichte. In: MQ. 22.J. Nr.3. Sommer 1929. S.110/111.

1929.03.

Jensen, Julius: Eckart-Abend in Lübeck mit H.C.-Vortrag über seine Entwicklung. In: ECK. 5.J. H.3. März 1929. S.138/139, 142.

1929.03.20.

Hans Franck erwartet H.C. mit dem Motorrad bei sich in Frankenhorst.

1929.05.02.

Die Metropol-Verlags-Gesellschaft E. Matthes & Co Berlin SW 61, Belle-Alliance-Str.100 = Zeitungs-Ausschnitt-Bureau bietet am 2.5.1929 dem Dichter 20 Zeitungsausschnitte über seinen 50. Geburtstag zum Preise von 3 M, in einer Mappe zu 6 M an.

1929.05.17.

H.C. wird durch Senator Emil Krause für 1 Jahr ab Beginn der großen Ferien mit Gehalt vom Schuldienst beurlaubt [1;87].

1929.06.26.

[5;25]: 5 Wochen im böhmischen Riesengebirge. Erlebnis des Auslandsdeutschtums und dessen Not (vgl. 13.8.1929) - Tagebuch dieser Reise und Bericht: Riesengebirgsfahrt 1929 in „Hamburger Echo“?

1929.07.01.

Beurlaubung vom Schuldienst bis 30.6.1930. Vorher schon einmal 1925-1926 beurlaubt. Beginn des Dienstes ab 1.7.1930 an der Knaben-Schule Alsterdorferstr. 39.

1929.07.13.

Gedanke auf der Kurpromenadenbank.

1929.08.13.

Brief an Hans Grimm [5;25]:

1. „Immer noch Brachfeld - nur Briefschreiber.“

2. Deutsches Bühnenschiff Pro Arte seines Naumburger „Vetters“ Erich Claudius und der Frau Charlotte Steche; Baron von Unger und Sternberg, Deutsch-Balte.

3. Reiseeindrücke im böhmischen Riesengebirge: „Ich habe die Not der Leute, die ihr Deutschtum nicht lassen wollen, mit Händen greifen können. Es ist eben Geschichte eine Völkerwippe. Nun hocken wir mal drunten, bis es der Geschichte einmal anders gefallen wird. Wir Dichter können uns nur immer tiefer in uns zusammenwickeln und nur tiefer in den Brunnen hinabsteigen, der in uns deutsches Wesen bewahrt“.

1929.09.26.

Brief Carl Faulenbach, Barmen an H.C. Er fragt nach H.C.-Literatur.

1929.10.24.

Georg Clasen in Hauptversammlung des Quickborn zum 50. Geburtstag von H.C. In: MQ. 22.J. Nr.2. Frühjahr 1929. S.80.

1929.11.

Proletarische Dichter. Nachwort der Redaktion. H.C. genannt. In: Kulturwille. Leipzig. 6.J. H.11. Nov.1929. S.218.

1929.11.25.

25.-29.11.1929 - [5;26+27]:

Grimm muss in Hamburg gewesen sein und u.a. mit H.C. und Stapel in Bahrenfeld einen gemeinsamen Abend mit politischen Gesprächen verbringen. Von Stapel ist H.C. seit jenem Abend innerlich abgerückt [5;27]. Nachtgespräch (wahrscheinlich am 24.11.29) mit Schlaghecke.

1929.11.29.

H.C. an Grimm [5;27]:

„Ich sehe immer deutlicher den Boden unter meinen Füßen weggerissen, auf dem ich bisher stand - d.h. in Bezug auf die Menschen und meiner Einwirkung auf sie als Dichter. Daher bin ich steril, schreibe Briefe und lese, was mir unter die Augen kommt. Mein eigenes Ich ist zwar unerschüttert. Denn das Ewige hat mit diesen Dingen nichts zu tun.“ Er rückt innerlich von Stapel ab.

1930.01.01.

Bab hat den Quickbornband „Hamburger Erzähler“ mit Beiträgen von H.C. im Hamburger Courier (wahrscheinlich 1929) besprochen.

1930.02.23.

Artikel von Franziska Claudius im Hamburger Echo: Von der Waschschüssel bis zur Badestube.

1930.02.26.

Brief von H.C. an Grimm [5;28], aus dem hervorgeht, dass Grimm, der kurz zuvor in Hamburg gewesen ist, wieder daheim ist. Hoffmann will über Grimm schreiben (Neues Altona) - Famulus des Dr. Hoffmann ist der Bruder seines Schwiegersohns (des Arztes) Dr. Helmut Groos, der ein Buch über den deutschen Idealismus mit Erfolg geschrieben hat.

1930.03.07.

H.C. bucht einen Platz bei der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft in Hamburg 8 (HSDG), Holzbrücke 8 - Platzvormerkung für III.Kl Kammer. Die Reederei - Herr Amsinck schenkt ihm freie Überfahrt.

1930.03.29.

H.C. erhält aus Tigo einen Ostergruß von Bord der „Monte Sarmiento“ des Herrn Erich Jantzen, der zu Pfingsten in Meiendorf sein will - Meiendorf, Saselerstr. (Hamburg-Osten) - Mit diesem Dampfer wird H.C. demnächst nach Rio fahren.

1930.04.01.

NORAG bringt Hamburger und nddt. Chorlieder. Ltg. Kapellmeister Weigmann. In: EE. 48.J. Nr.3. März 1930. S.67.

1930.05.

Mitwirkung von H.C. an Sonnabend-Sendungen „Stille Stunde in der Deutschen Welle“. In: ECK. 6.J. H.5. Mai 1930. S.235.

1930.05.17.

Abfahrt mit „Monte Sarmiento“ Richtung Rio de Janeiro, Besuch bei Jonny Sauer.

1930.05.20.

Zwischenlandung in La Coruna.

1930.05.24.

Franziska Claudius feiert ihren 50. Geburtstag ohne Ehemann Hermann, der auf hoher See Richtung Rio treibt.

1930.05.28.

Ein bunter Abend auf hoher See im „Kabarett zum freundlichen Haifisch“ an Bord des M.S. „Monte Sarmiento“. H.C. beteiligt sich mit einem „Hamburger Intermezzo“.

1930.05.31.

Äquatorfest auf dem Doppelschrauben-Motorschiff „Monte Sarmiento“. III.Klasse. H.C. erhält bei der Äquatortaufe den Namen „Walross“.

1930.06.04.

Ankunft in Rio de Janeiro.

1930.06.21.

H.C. schickt Einschreibe-Brief an Franziska in Fuhlsbüttel; Poststempel: AVENICA RIO GRANDDO - RIO 21.VI.30. Ankunftstempel: Hamburg-Fuhlsbüttel 8.7.30.

1930.07.01.

H.C. wird an die Schule Alsterdorferstr. 39 versetzt [1;88].

1930.07.03.

Einer Zeitung aus Rio de Janeiro ist folgende Bezieher-Adresse zu entnehmen: Sra Jony Sauer. Av. Atlantica 682. Copacabana. Deutsche Rio-Zeitung. Deutsches Tageblatt. 10.J. Nr.2608. 3.7.1930.

1930.07.05.

Sonnabend den 5. Juli 8 ½ Uhr, zwangsloses Beisammensein mit Vortrag „H A M B U R G - Hoch- und Niederdeutsche Dichtungen“ von Hermann Claudius, vorgetragen vom Verfasser persönlich, der der Enkel des bekannten Althamburger Dichters Mathias Claudius ist. Eingeführte Gäste herzlich willkommen. In: YACHT-CLUB BRASILEIRO. Nictheroy-Rio de Janeiro. Juli. 7.J. Nr.5. 1930. S.7.

1930.07.13.

Abfahrt von Rio mit Frachtdampfer „La Coruna“.

1930.08.02./03.

Ankunft in Hamburg - Gedicht: Wohl weiß ich - Q.

1930.11.28.

Claudiusabend im Bahnhofshotel, Volksbildungsverband Rahlstedt. Jugendchor „Stadtpark“ unter Fritz Voss. H.C. liest aus: SI, H, T, ST, M, BO.

1931

Stimmen zu „Dichterglaube“, hrsg. von Harald Braun. Berlin-Steglitz 1931; darin zu H.C.:

In: ECK-Ratgeber. 6.J. 1931.

In: Ihlenfeld, Kurt: Das Zwischenreich. ECK. 7.J. H.12. Dez.1931. S.505-520, 556.

In: Eckart-Kreis Hamburg Uhlenhorst. ECK. 8.J. H.10. Okt.1937. S.455/456.

In: Braun, Harald. ECK. 7.J. H.11. Nov.1931. S.499/500.

In: Linden, Walter. NL. 33.J. Juli 1932. S.315.

1931.07.xx

Brief der Töchter Ilse und Trude an die Eltern mit Tochter Ulla, die irgendwo auf Reisen sind. Trude hatte vorher Blinddarm-Erkrankung und braucht schonende Behandlung. Ilse: „Was habt Ihr dem blöden Felix Cohn (war der Hausarzt von H.C. und wohnte in der Nachbarschaft) denn geschrieben? Der bildet sich ein, hier aufpassen zu müssen. Den beunruhigt es doch zu sehr, daß wir beiden hier immer Jungen zum Besuch haben. Er kriegt noch mal einen Eimer Wasser über, der gute!“ Daneben schreibt Ilse von Paddelfahrten mit Ugge (ihrem späteren Ehemann Ulrich Thiede). Hedda ist zu der Zeit auf Fahrt im Norden (Stockholm, Waxholt), kommt am 26.7. zurück nach Fuhlsbüttel. „Der Tag“ hat einen Auftrag für H.C. - Die Esperanto-Gruppe in Wien hat „Wann wir schreiten“ gedruckt. „Sag man nicht, es hört sich zu komisch an!“

1931.07.xx

H.C. kommt nach Bad Pyrmont, wandelt auf den Spuren seines Urahnen Matthias und schreibt das Gedicht „Am Brunnen zu Pyrmont“ (in HG 81). Vgl.: Walter Frahm: Matthias Claudius als Kurgast in Pyrmont. Der Klüt. 1935. S.66ff.

1931.08.13.

H.C. an Grimm [5;29]: Es geht aus dem Brief hervor, dass H.C. kurz vorher bei Grimm in Lippoldsberg gewesen ist und auf dem Rückweg zunächst vergaß, seine Frau auf dem Motorrad (Zündapp) wieder mitzunehmen! (Dazu einige launige Bemerkungen von Frau H.C. an Frau Grimm) Die Fahrt über den Großen Inselberg im Thüringerwald und den Harz, Bad Pyrmont und Schwalenberg. „Bei Sondershausen gerieten wir in eine Übung des Reichswehrregiments: Feldküche selig-unseligen Angedenkens!“

„Ich las letztlich wieder in Ihrem ‚Ölsucher von Duala’. Mein Gott - Grimm - the two white nations! Aber wo war denn damals jener nationale Adel der Engländer? Und ich sah hier an der Alster junge Kerle, die fast violett-braun, ja schwarz gebrannt waren von der Sonne. Und ich sagte mir: white or black: it is all the same: mankind! Aber Sie oller Afrikaner werden unbelehrbar bleiben! Und es eilt ja auch niemals in der Weltgeschichte. Das haben Sie am Volksentscheid auch wieder erlebt!“

1931.08.31.

Tagung in Lübeck 31.8.-3.9.31; an der H.C., falls es ihm gelingt Freiquartier zu erhalten, teilnehmen will - [5;29].

1931.09.

Braun, Harald: Das Ende der Literaten. (Zum Verlagskonzern Hanseatische Verlagsanstalt - Müller/Langen). In: ECK. 7.J. H.9. Sept.1931. S.403-404.

1931.09.28.

H.C. an Grimm: [5;30]:

1. „Nun haben die Nazi sich von 3 auf 43 Stimmen in der neuen Hamburger Bürgerschaft hinaufwählen lassen (...) Ich weiß nicht, ob ich Ihnen dazu gratulieren soll (...) es war jemand bei mir und wollte mir weismachen, daß ich als Dichter nur der Hitler-Partei angehören könne“.

2. H.C. führt noch einmal die Verdienste der SPD ins Feld: „SPD hat hier in Hamburg Arbeiter-Wohnstätten und Schulen geschaffen, dazu die Wohlfahrtseinrichtungen, die mehr deutsches Heimatgefühl wecken als alle Tiraden Hitlers von deutschem Blute und der Übergeordnetheit des nordischen Typs (zu dem er selber nicht zählt!). Wenn die Nazi ihren großen Reden (...) Werke des Aufbaus folgen lassen, so sollen sie mir recht sein. Im Grunde ist´s gleich, wer´s macht. Nur muß es gemacht werden! Für die Außenpolitik kann sich die lokale Hamburger Wahl sehr übel auswirken.“ vgl. auch 8.10.1931 [5;31].

3. „Kolbenheyer´s letztes Buch (Reps) ist (...) ich will an seinen Paracelsus denken und schweigen.

1931.10.08.

H.C. an Grimm [5;31]: H.C. verteidigt weiter die SPD - Lage der Weltwirtschaft - „Die Nazi haben eben Hitler eine Villa am Tegernsee eingerichtet.“

„Ich bin Schulmeister (wenigstens die letzten 10 Jahre) nur aus Lebensnot gewesen, das eine sage ich dennoch: Ausbildung der Jugend schafft Kapitalbildung (...). Die Nazi haben nach allen Seiten Versprechungen gemacht, die sich oft gegenseitig aufheben - Aber irgendwoher soll ja das Heil kommen. (...) Dr. Oppenheimer/ Frankfurt erinnerte an Karthago, das London von einst, von dem heute kein Stein mehr auf dem andern steht.“

1931.10.24.

Langer Brief von H.C. an Grimm [5;32]:

1. Fortsetzung der sehr interessanten Auseinandersetzung zwischen H.C. und Grimm über Marxismus und SPD.

2. Die SPD wollte H.C. vor einiger Zeit aus ihrer Partei ausschließen, aber die einfachen Genossen ließen es nicht zu.

3. Harzburger Tagung - „wird das Alte seinen trägen krummen Buckel wieder heben?“ (Eisenschritt).

4. Schulbauten.

5. Krieg; „Sie, lieber Grimm, haben sich auch nicht in den vordersten Schützengraben gedrängt. Und ich halte Sie darum nicht für einen Feigling. Aber ich halte jeden kommenden Krieg für sinnlos (...) wenn ich meine Frau ansehe und wenn ich meine Töchter ansehe und wenn ich mit meinem Gott unter vier Augen mutterseelenallein bin“.

6. Nationalisten - Bereitschaft zur Armut?

7. über Helene Voigt-Diederichs: peinliche Angelegenheit plattdt. Drama „Junge Fru int Hus“, das er auf ihren Wunsch im Theater sah, aber für ganz matt, schwach und kraftlos hielt. Fragt Grimm um Rat, wie er sich der verehrten Frau gegenüber verhalten soll, bittet um Vermittlung, die Grimm zusagt.

1931.10.29.

[5;33] In einem Brief an H.C. hatte Grimm am 26.10.31 zum ersten Mal von seinem Plan gesprochen, H.C.-Gedichte mit einer Einleitung von ihm bei Langen-Müller herauszubringen. Am 29.10. dankt der völlig überraschte H.C. tief bewegt für dieses Zeichen wahrhafter Freundschaft. (Meine geliebten Claudius-Gedichte) Dieser Titel wird erst viel später gefunden. vgl. 22.12.1931 - [5;35]. „Es wird noch viel Wirrnis über die Erde kommen. Und vielleicht bis dann. Und über Deutschland insbesondere“.

1931.11.22.

Liebmann, Kurt: Perspective de la Jeune Poésie Allemande. darin erwähnt H.C. „Un homme nouveau s’extériorise dans la poésie prolétarienne. Cette poésie a de grandes chances d’avenir; elle donnera, quand elle se sera débarrassée de son còté sentimental, une grande voix, épique avant tout, aux nouvelles réalités, et aidera à vaincre l’empire du subjectif et du psychologique.“ (...) „A coté des ainés de la poésie prolétarienne, des Bröger, des Claudius, des Barthel, des Lersch, il faut citer des jeunes comme Erich Weinert, Erich Grisar, Emil Ginkel, Bruno Schönlank.“ „Aux prochains sommaires: Hermann Claudius ....“. In: le JOURNAL des POETES. Bruxelles, Belgique. 2me année. Nr.2. le 22 Novembre 1931 (Page 2).

Seit 1.April erscheint in Brüssel, 11 Jardin des Olives, das „Journal des Poètes“. Mitarbeiter u.a. Hermann Claudius.

1931.12.06.

H.C. an Grimm [5;34] :

1. Verhandlungen mit Dr. Geheeb vom Langen-Müller-Verlag wegen des von Grimm geplanten Auswahlbuches Claudius´scher Gedichte.

2. H.C. hat vor ein paar Tagen den völlig zusammengebrochenen Fritz Buchwald getroffen, der der Wirtschaftskrise zum Opfer gefallen ist und dem H.C. zu helfen sucht.

1931.12.09.

Eröffnung des Kubin-Archivs in Hamburg; dazu Gedicht „Der Maler“ von H.C. In: Hamburger Fremdenblatt. Nr.340. 8.12.1931.

1931.12.22.

H.C. an Grimm  [5;35]:

1. „Ich wäre auch heilfroh, wenn ich anstatt eines 16. Verlegers den Verleger beim Wickel kriegte.“

2. H.C. erinnert sich in Dankbarkeit im Zusammenhang mit dem, was Grimm neuerdings durch die Herausgabe seiner Gedichte zu tun im Begriff ist, der Februarnacht des Jahres 1917, wo Grimm schon einmal entscheidend eingriff, indem er es zuwege brachte, daß H.C. vom Regiment in Vaulx weg nach Aubigny au Bac resp. Denin kam (im Text: Funkspruch von Aubigny au Bac nach Noureuille - vgl. Febr. 1917).

3. Unter seinen plattdeutschen Gedichten hebt H.C. besonders hervor (im Zusammenhang mit Grimms Vorarbeit zur Auswahl): Dütsche Ode   H 43. Awendleed, H 48. Regenleed, H 56. De Barg, Brücke in die Zeit S. 20 und Vörsmack (De Barg bezeichnet er als Kardinalgedicht, das unbedingt in die Sammlung gehört und auch hineinkam).

4. Von Mank Muern gibt es noch 100 Expl. - Der Quickborn-Verlag würde sicher als 4. Auflage Mank Muern herausbringen. - Landrat Dr.Fritz Pauly wollte schon 1916 alle plattdeutschen Gedichte als „Großstadt-Quickborn“, Seitenstück zu Klaus Groths Buch.

5. „Gestern abend war hier eine Art interne Sitzung der Plattdeutschen, in der man beschloß, durch die Schule die Jugend wieder mehr mit dem Niederdeutschen vertraut zu machen. Ich habe nicht viel Vertrauen zu der Sache, habe mich aber nicht ausgeschlossen. Prof. Dr. Borchling war auch dabei.“

6. Die dritte Tochter, die lange Trude, 20jährig, heiratet Silvester den Arzt Dr. W. Groos, Sohn des hiesigen weiland Pastor Herm Groos. Er fängt eine Praxis in Basbeck bei Stade an.

7. „Im Jan-Febr lese ich in der Norag aus meinem halbfertigen Roman ‚Jonny’. Falls Langen Ernst macht, ist die Norag bereit, zu helfen.“

1932

H.C. im Verlag Langen/Müller, München. In: Grimm, Hans: Suchen und Hoffen. Lippoldsberg 1960. S.136.

1932

H.C. liest im Eppendorfer Krankenhaus. Hamburger Tageszeitungen berichten darüber. In: MQ. 25.J. Nr.3. Sommer 1932. S.83.

1932.01.28.

Brief H.C. an Hans Grimm [5;36]:

1. H.C. erinnert daran, dass Dr. Fritz Pauly schon 1916 im Schleswig-Holsteinischen Kunstkalender den Großstadt-Quickborn (durch Herausgabe von Mank Muern) gefordert hat.

2. „Mit Dr. Wilhelm Stapel habe ich mich letzthin brieflich ziemlich überworfen - ohne es zu wollen. Aber er scheint ein rocher de bronce in dogmatischen Dingen seines Protestantismus zu sein. Und da kann ich beim besten Willen nicht mehr mit - und bin doch gar kein gottloser Kerl.“

1932.03.01.

Brief H.C. an Hans Grimm  [5;37]:

1. „Ich brauche sehr, sehr Geld. Eine Tochter habe ich halb und halb ausgesteuert (Trude). Die andere kommt langsam auch daran (Ilse mit dem Referendaren Thiede), dazu erhält Hedda noch mindestens zwei Semester pro Monat 130 M bar nach Stuttgart. Dazu der Gehaltsabbau.“

2. Die Verhandlungen mit Grimm über dessen Claudius-Auswahl gehen weiter: Westermann - Langen - Dr. Geheeb. „Haben Sie die ‚Lieder der Unruh’ gar nicht in Betracht gezogen? Es gibt Kritiker, die nur diesen Lyrikband von mir gelten lassen. (Aber die Kritiker sollen Sie nichts angehen - das ist richtig!)“.

3. „Jonny“ schreitet langsamst weiter, H.C. will ihn durch Grimm Langen anbieten.

4. „Die Erhöhung der Schulstundenzahl und der Klassenplätze macht mir viel Arbeit und Nervenmüdigkeit, dazu der Gehaltsabbau.“

5. „Sagen Sie doch der Frau Addy meinen herzlichen Gruß. Meine Frau und ich gedenken noch gern unserer schönen Weserfahrt.“ (Also H.C. mit Frau einige Zeit vorher bei Grimm in Lippoldsberg?).

1932.03.02.

Tochter Hedda schreibt aus Stuttgart, wo sie Malerei studiert; spricht von einer Staffelei. Sie trifft dort Marie-Luise Claudius (1912-1941), die „nichtverwandte Nichte“ (Bericht Julius Bab); vgl. BL 54.

1932.03.06.

H.C. liest eigene Dichtungen im Gemeindehaus Hamburg Ludolfstr.53; dazu Lieder zur Laute von Reinhold Becker. In: MQ. 25.J. Nr.1. Weihn 1931. U IV. In: PL. 17.J. Bl4. Herbst 1932. U III.

1932.03.30.

H.C. an Grimm [5;38]:

1. H.C. hatte sich den Langen-Verlag etwas großzügiger vorgestellt. Oder ist es nur der Herr Geheeb?

2. „Geheeb soll wissen, daß ich nicht durchaus ein lyrischer Bettelmann bin, wonach sein Brief sehr ausschaut. Mank Muern ist in fast 10 Tausend Expl abgesetzt worden, Eisenschritt in über 15 Tsd, Lieder der Unruh liegen im 11. Tsd. Das sind keine Riesenziffern, das kann Geheeb aber auch kein absolutes Versagen heißen, wonach wiederum sein Brief klingt.“

3. „Für den Lessingpreis kommt wohl die Adresse von Staatsrat Alexander Zinn in Frage. Wenigstens, wenn die Wahl zustande käme, daß er im vornherein davon wisse. Er schätzt mich recht, darf ich hinzufügen.“

1932.04.04.

H.C. an Grimm [5;39]:

1. „Nehmen Sie mir meine Tölpelei nicht übel. Ich schreibe oft zu schnell. Mein alter Fehler“ - wegen Brief an Westermann und Berlin (Arbeiterjugend-Verlag?).

2. „Ich übersende Ihnen mit der gleichen Post als Drucksache die Nummer des ‚Deutschen Volkstums’ (1929), die nachträglich zu meinem 50. Geburtstag eine Würdigung meines Schreibens enthält: die beste Darstellung von allem Geschreibsel jener Tage“ (siehe 24.10.1928).

3. Besprechung mit Grimm über den Lessingpreis (Zinn, Gundolf).

1932.04.05.

H.C. an Grimm [5;40]: „Eben schreiben die Hamburger Nachrichten, daß sie gern Lyrik von mir drucken möchten - aber das Publikum wolle keine Lyrik. Auf jedes Gedicht kämen zwei Protestschreiben etc. Dagegen druckte das Hamburger Fremdenblatt letzthin zweimal hintereinander meine Gedichte, ständig fast ‚Der Tag’ (Berlin) und die Schleswiger Nachrichten. Mitunter das „Hamburger Echo“ und das Berliner Tageblatt (B.T.).“

1932.04.08.

H.C. an Grimm [5;41+42]:

1. Wieder und wieder fragt H.C. bei Grimm an, ob er schon einen Titel für seine Lyrikauswahl habe. Er schlägt vor: Dein Volk und du. Auswahl aus der Lyrik Hermann Claudius´von xxx .

2. Zu seinem Bordeaux-Lied, das auf Roselius zurückgeht (Das Lied vom roten Weine - D 64).

3. Max Picard´s Buch „Das Menschengesicht“ - Gundolf Gedichte - Kerr weihte das Heinemonument von Lederer im Stadtpark Hamburg ein - nichtssagend.

4. „Zu meinem Roman ‚Jonny’ komme ich - weiß der Himmel - infolge der vermehrten Schularbeit gar nicht mehr: 43 große Schlingel in Rede und Schreiberei etc und ich kann es doch nicht mit halbabgestoppter Kraft machen - es sind und bleiben Kinder - Seelen, für die ich Verantwortung trage (...) Niemand kann zween Herren dienen.“ 13.4.32: „Der Roman ist erst halb fertig. Sommerüber werde ich den zweiten Teil - hoffe ich - zustandebringen“ [5;42].

1932.04.08.

Ludwig Roselius übermittelt einen Brief mit anerkennenden Worten von Gerhart Hauptmann zu H.C.

1932.04.13.

H.C. an Grimm [5;42]:

1. „Ich kann viele Mahner nicht bezahlen“.

2. „Ich las Ihren Entscheid für Hitler im Völkischen Beobachter. Ich verstehe Sie ganz, aber Sie sehen den Durchschnitts-Sozialdemokraten zu schwarz - meine ich. Für ihn bleibt der Marxismus ein fremdes Ding. Hat er nur irgend ein Auskommen, so ist er gern ruhig und bei sich zu Hause (...) und entbehrt gern (und bürgerlich) für die Zukunft seiner Kinder. Es muß sich ausweisen, ob die SPD in der Tat abgewirtschaftet habe. Meine Seele habe ich ihr nie verkauft, wie ich auch die Schmähungen auf Adolf Hitler verachte.“

1932.05.08.

H.C. an Grimm [5;43]:

1. „Mich hat meine Schulklasse (Jungen von 13-14 Jahren) ganz mit Beschlag gelegt. Ich bin fast froh, soviel für sie tun zu können, nachdem sie alle Vorjahre eine Dame als Lehrkraft hatte. Jeder Sonnabend ist Ausflugtag.“

2. „Letzhin waren wir bei den Segelfliegern, deren Handwerk ich aus eigenen Versuchen ja kenne.“

3. „Roselius hat mich nach Bremen eingeladen.“

1932.06.19.

H.C. an Grimm [5;44]:

1. „Verzeihen Sie es, wenn ich innerhalb dieser wahnsinnig gesteigerten politischen Entscheidungszeit Sie an ‚unsere’ Sache (Lyrikauswahl) leise erinnern möchte. Ich bin Ihnen durchaus nicht böse, wenn Sie schreiben - es ist jetzt keine Zeit dazu - und mich auf später vertrösten. Selbst - wenn Sie die ganze Sache aufzugeben bereit wären.“

2. „Die politische Entwicklung - die, das muß ich sagen, meinen Glauben an die Kraft der Sozialistischen Idee (der Menschheits-Idee!) tief erschüttert hat, soll meinetwegen recht haben. Aber ich kann nicht gleich mitmachen. Ich käme mir heute, wenn ich die ‚Partei’ (in der ich nun einmal seit dem Kriege stecke) schlankweg verließe - fahnenflüchtig vor. (...) Schelten Sie mich deshalb ein politisches Kind. Ich habe immer nach meinem Herzen gelebt. Und auch das ist im Tiefsten deutsch handeln. Dazu: ich kann mich mit den Methoden des Nationalsozialismus - dieser Taktik der langen Messer - nicht identifizieren, wenn ich sie auch aus ihrem Werden heraus begreife. Für mich bleibt bis zu meinem Tode der Satz bestehen - daß das Herz über den Menschen entscheidet. Darin ist für mich kein Raum für den befohlenen Mord.“

1932.06.22.

H.C. an Grimm [5;45]: „Ihre Zeilen beruhigen mich zwar nicht, aber ich will Geduld haben - auch, was die NSDAP angeht. - Hier noch restliche Verse.“

1932.07.12.

H.C. an Grimm [5;46]:

1. Rührende Sorge um seine Lyrik-Auswahl: Er will nichts ändern - aber am Ende könnte er dennoch irgendwo einen besonderen Wunsch haben, „den man selbst Todeskandidaten vor dem Scharfrichterblock zu gewähren pflegt.“

2. „Und der Titel! Grimm: der Titel. Ach - und es ist alles im Augenblick so belanglos - Wir Toren!!!“

3. „In Helmstedt ist im August eine Ausstellung (2000-3000 Wanderfalken etc.) Könnte dorthin schon ein Wind von dem Langen-Buche wehn?“

1932.08.13.

Claudius-Familientag 1932 in Wandsbek (siehe Festschrift) - Hans Franck: August 1932.

1932.08.25.

H.C. an Grimm [5;47]:

1. Tochter Ilse hat Geburtstag, wird 27 - *25.8.1905.

2. „Lieber Grimm, lassen Sie alles so wie es geworden ist. Ich drücke Ihnen im Geiste die beiden Hände und weiß, daß es Freundeshände sind. Und weiß ein klein wenig jetzt auch: warum. Wie wird der Buchwald sich freuen, wenn wir ihm unser Buch schenken werden. Er war an Ihrem Hamburger Abend. Meine Frau sah ihn.“

3. „Darf ich um Eines bitten? Seite 5 oben stehen drei Reihen von Marxismus. Streichen Sie sie dort, denn auf Seite 9 ist des Weiteren in diesem Sinne wieder die Rede. Es stößt mich ab.“

4. Wachtmeister Sch rasierte ihn, Buchwald ist dabei (vgl. 11.1.1917!).

5. Letzte Fassung des Gedichtes „Apokalypse 1931 - vier apokalyptische Reiter!“ - HG 86.

6. Gedichte: „Und die Erde“ nicht in HG!

7. Die Zelle, das anthroposophische Gedicht? - HG 79.

1932.09.07.

Aus einem Brief von Trude und Dr.med Walfrid Groos aus Basbeck Bz. Hamburg an Frl Ilse Claudius, Fuhlsbüttel, Primelweg 8 geht hervor: Mutter Franziska geht es nach Krankheit wieder besser. Dem zukünftigen Schwager Thiede wünschen sie Gelingen seiner bevorstehenden Arbeit.

1932.09.09.

H.C. an Grimm [5;48]:

1. Verhandlungen wegen der Lyrik-Auswahl. Verärgert über Dr. Geheeb: „auf keinen Fall lassen Sie sich auf die Hilflosigkeiten Geheebs ein. Er ist - scheint´s - ein poesieloser Wicht.“

2. Flug über Hamburg am 8.9. - „rasend schön! Ich habe Hamburg samt Alster und Hafen rein verliebt angesehen.“

3. Erkrankung der Frau Claudius: „ist am 9.9.32 ein weniges in der Besserung“ - H.C. deshalb in geldlichen Schwierigkeiten (Arztkosten und Haushilfe) [5;50]; Tochter Ursula liegt an einer Brustentzündung.

1932.09.14.

H.C. erlebt an diesem Tage „Erschütterung und Erlösung“ - er spricht von einem „neuen Lichte“ - es ist nicht bekannt, was er damit meint. Vgl. H.C.: Bekenntnis meines Lebens in „Schrifttum der Zeit“ 1933.

1932.09.23.

H.C. an Grimm [5;49+50]: Ablösungsbeträge mit Westermann. Bücher an Langen übersandt; „vielleicht hat ‚Menschen’ einen Geruch, der dort nicht anspricht.“ H.C. verliert Langen gegenüber die Geduld, ist aber bereits am 30.9.32 beruhigt. Fragen an Vertragseinzelheiten. „Übrigens wird das Buch - es gehe, wie es wolle - ein Unicum in der Literatur sein und bleiben - und aus mehr als einem Grunde (betr. Lyrikauswahl)“.

1932.10.30.

Kähler, Harnack und H.C. hören beim Begrüßungsabend für Gerhart Hauptmann das Lied „Wann wir schreiten“. In: Kähler, Johann: Wie Stellingen-Langenfelde wurde. 1933. S.203.

1932.11.27.

H.C. an Grimm [5;51]:

1. „Das Buch ist nun da (Meine geliebten Claudius-Gedichte) - Befremdung und zugleich Dank - erste Besprechung von Paulsen im ‚Reichsboten’ - Er vermutet, dass gegen Grimm Nackenschläge (vielleicht von links) ausgeteilt werden könnten.

2. „Schule (noch immer), Volkshochschule, Unterricht bei den Erwerbslosen - wo bleibt die große Muße, die ich zu dem Roman brauche? Hoffentlich gelingt mir trotz der Notzeit irgend eine Form der Befreiung von der Schule. Meine großen Jungs haben mich verdammt gern (...) Grausen vor der epischen Mühsal.“

3. Er fragt nach der Adresse Dwingers.

4. Sein Schwiegersohn (Ilses Freund) „hat seinen Assessor gemacht und lauert ins Leere, er muß helfen, damit es ein lustsames Ehepaar mehr auf dieser argen Welt gebe“.

1932.12.22.

H.C. an Grimm [5;52]: Es ist davon die Rede, dass H.C. in Berlin (ursprünglich mit Grimm zusammen) lesen soll, was von Velmede ausging. - Herr Martin Lang will im Südfunk von dem „Boten“ und H.C. lesen: „Urahn und Urenkel“, was ihn zu einem ärgerlichen Brief veranlasst.

 

 

 

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